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Unternehmensgründung: Machen Sie sich ‎selbstständig!‎

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© deagreez

Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert Mut, Ehrgeiz und viel Durchhaltevermögen. Damit die Unternehmensgründung erfolgreich verläuft, ist eine umfassende Vorbereitung unerlässlich. Denn von der Geschäftsidee bis zum endgültigen Schritt in die Existenzgründung ist es ein langer Weg. Hier erfahren Sie, welche Überlegungen wichtig und welche Amtsgänge unerlässlich sind!

Inhalt

Die wichtigsten Faktoren für Unternehmensgründungen

Gute Geschäftsideen sind gar nicht selten. Doch eine Unternehmensgründung ist ein kompliziertes und langwieriges Verfahren. Wer einfach zum Gewerbeamt geht und seine Unternehmung anmeldet, scheitert oft. Denn eine gute Vorbereitung ist das A und O. Neben umfassenden Fachkenntnissen in der gewählten Branche benötigen Gründer auch Wissen in Bereichen wie Steuern, Recht und Buchführung.

1. Die richtige Geschäftsidee

Die richtige Idee ist die Basis für alle Existenzgründungen. Grundsätzlich bestehen folgende Möglichkeiten:

  • eine eigene Geschäftsidee umsetzen
  • sich mit einem Franchise-Modell selbstständig machen
  • ein bereits bestehendes Unternehmen übernehmen

Geschäftsideen finden Sie auf Gründerportalen im Internet, auf Gründertreffen und bei Gründerstammtischen sowie ganz spontan im Alltag.

Mit einer neuen Geschäftsidee liegen die Erfolgsaussichten komplett in Ihren Händen. Das bedeutet, dass Sie im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben frei schalten und walten; dafür müssen Sie aber sämtliche Aufgaben selbst übernehmen. Von der Einrichtung des Betriebs über die Arbeitsabläufe bis zum Marketing – kein Element der jeweiligen Prozessketten ist vorab ausgearbeitet und hat sich bereits bewährt.

Mit einem Franchiseunternehmen fallen viele Entscheidungen weg. Der Vertragspartner hat ein erfolgreiches Konzept geschaffen, das Sie in Ihrem Unternehmen „nur“ noch umsetzen müssen. Eigene Ideen lassen sich dagegen nur schwer oder gar nicht einbringen und umsetzen.

Ähnlich ist es bei der Übernahme. Sie profitieren von einem funktionierenden Betrieb mit erfahrenen Mitarbeitern und einem festen Kundenstamm. Änderungen lassen sich hier nur behutsam vornehmen.

Unabhängig davon, für welchen Weg Sie sich entscheiden, kommt es stark auf die Umsetzung an. Das beste Geschäftskonzept ist zum Scheitern verurteilt, wenn Sie grundlegende Fehler machen oder den falschen Ort oder Zeitpunkt wählen, um Ihr Unternehmen zu gründen. Holen Sie sich die Unterstützung von Fachleuten. Die IHK München ist in jeder Lebens- und Geschäftssituation ein starker Partner. Nutzen Sie unsere Angebote; unsere erfahrenen Mitarbeiter und Referenten stehen Ihnen auf folgenden Wegen mit Rat und zur Seite:

  • Einstiegsinformationen
  • Gründerseminare
  • Gründerberatung
  • Informationen zu Finanzierung und Förderung .

Mehr Informationen zur Entwicklung einer Geschäftsidee

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2. Voraussetzungen schaffen

Bevor Sie ein Unternehmen gründen, verschaffen Sie sich einen Überblick über die nötigen Voraussetzungen. Einige Tätigkeiten wie Bewachung und Personenschutz oder die Vermittlung von Immobiliendarlehen sind erlaubnispflichtig. In anderen Bereichen muss die zuständige Kammer zustimmen, oder es sind eine Sachkundeprüfung oder zumindest eine Belehrung durch die IHK vorzuweisen. Prüfen Sie im ersten Schritt, ob Sie die Voraussetzung für das gewünschte Gewerbe erfüllen, und holen Sie fehlende Nachweise und Zeugnisse ein.

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3. Existenzgründung: haupt- oder nebenberuflich?

Viele Arbeitnehmer sind in Gedanken schon oft ihr eigener Chef gewesen, aber die tatsächliche Unternehmensgründung haben sie bisher nicht gewagt. Denn der Schritt aus dem gesicherten Angestelltenverhältnis mit dem Schutz der Sozialversicherungen erscheint zu gewagt. In diesem Fall ist die nebenberufliche Unternehmensgründung eine Überlegung wert. Sie erhalten weiterhin den gewohnten Lohn und bleiben in den Bereichen Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung geschützt. Zu berücksichtigen sind insbesondere folgende Punkte:

  • Arbeitgeber: Abhängig Beschäftigte dürfen sich nebenberuflich selbstständig machen. Der Arbeitgeber darf die Unternehmensgründung nur untersagen, wenn Sie Ihrem Chef Konkurrenz machen oder Ihre Arbeit unter der Selbstständigkeit leidet.
  • Krankenkasse: Das Einkommen, das Sie durch die Unternehmensgründung zusätzlich generieren, ist bei einer nebenberuflichen Unternehmensgründung von den Beiträgen ausgenommen. Es erhöht nur Ihr zu versteuerndes Einkommen. Allerdings müssen Sie der Krankenkasse nachweisen, dass Sie Ihr Unternehmen nicht im Hauptberuf führen. Das bedeutet, Sie dürfen nicht mehr als 18 Stunden pro Woche in Ihrem Unternehmen arbeiten, keine Angestellten beschäftigen und die Einnahmen aus dem Betrieb dürfen das Lohneinkommen nicht übersteigen.
  • Kleinunternehmerregelung: Mit dieser Ausnahme für Unternehmer mit kleinen Umsätzen versucht der Staat, den Aufwand zu reduzieren. Als Kleinunternehmer profitieren Sie von vereinfachten Buchführungspflichten, müssen keine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben und genießen bei Privatkunden einen Preisvorteil gegenüber Mitbewerbern, weil Sie keine Mehrwertsteuer ausweisen. Im Gegenzug dürfen Sie aber auch keinen Vorsteuerabzug vornehmen. Die Kleinunternehmerreglung gilt, solange der Brutto-Umsatz des Vorjahres unter 17.500 Euro und der Umsatz im aktuellen Jahr unter 50.000 Euro liegen. Bitte beachten Sie, dass der Umsatz zuzüglich der darauf anfallenden Umsatzsteuer den Grenzwert nicht überschreiten darf.

Die Vorteile der nebenberuflichen Existenzgründung

Nach den Erhebungen im Gründungsmonitor der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) erfolgen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Unternehmensgründungen nebenberuflich. Mit dieser Entscheidung sind Sie in guter Gesellschaft.

  • Sie behalten die Sicherheit eines regelmäßigen Einkommens und sind ohne Mehrkosten krankenversichert.
  • Fehler oder gar das Scheitern Ihrer Gründungsideen wirken sich nicht existenzgefährdend aus.
  • Außerdem stehen Sie weniger stark unter dem Druck, erfolgreich zu sein, und können in Ruhe Erfahrungen sammeln und Ihre selbstständige Tätigkeit langsam, aber stetig ausbauen.
  • Bleiben die Umsätze entsprechend gering, profitieren Sie zudem von den Erleichterungen durch die Kleinunternehmerregelung.

Die Nachteile der nebenberuflichen Unternehmensgründung

Die Vorteile der Unternehmensgründung im Nebenberuf können sich auch zu deutlichen Nachteilen umkehren.

  • Einige Menschen benötigen einen entsprechend hohen Druck, um dauerhaftambitioniert, engagiert und damit erfolgreich zu sein.
  • Außerdem kann die Tatsache, dass Sie nur nebenberuflich selbstständig sind, potenzielle Kunden und Auftraggeber abschrecken. Viele Unternehmen erwarten, dass sich ihre Geschäftspartner zu 100 Prozent einbringen und nicht die meiste Zeit an einen Hauptberuf gebunden sind.
  • Auch der Hinweis auf die Kleinunternehmerreglung kann sich negativ auswirken und dazu führen, dass Kunden Sie nicht als professionellen Partner auf Augenhöhe wahrnehmen.
  • Dazu kommt, dass einige Unternehmensgründungen in Teilzeit zum Scheitern verurteilt sind, weil sie Ihre gesamte Arbeitskraft und viel Einsatz erfordern.

Überlegen Sie vor der Existenzgründung daher genau, ob Sie sich haupt- oder nebenberuflich selbstständig machen möchten.

Mehr Informationen zur nebenberuflichen Selbständigkeit

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4. Gewerbe oder freier Beruf?

Bevor Sie mit Ihrer Geschäftsidee durchstarten, informieren Sie sich, ob die zukünftig von Ihnen selbstständig ausgeübte Tätigkeit zu den freien Berufen gehört oder ob Sie ein Gewerbe anmelden müssen.

Definition: Was ist ein freier Beruf?

§ 2, Abs.2 des Partnerschaftsgesellschaftsgesetzes definiert die freien Berufe folgendermaßen: „Die Freien Berufe haben im Allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt.“ Weiter führt das Gesetz aus, dass „die selbstständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Hebammen, Heilmasseure, Diplom-Psychologen, Mitglieder der Rechtsanwaltskammern, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer (vereidigte Buchrevisoren), Steuerbevollmächtigten, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Lotsen, hauptberuflichen Sachverständigen, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer und ähnlicher Berufe sowie der Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Lehrer und Erzieher“ zu den freiberuflichen, selbstständigen Tätigkeiten im Sinne des Gesetzes gehören. Diese Aufzählung ist allerdings nicht abschließend. Neben diesen sogenannten Katalogberufen, die unbestritten zu den freien Berufen gehören, gibt es viele selbstständige Tätigkeiten, die ähnlich anspruchsvoll sind und ebenso als freier Beruf vom Finanzamt anerkannt werden[s1] .

  • Als Freiberufler melden Sie die Unternehmensgründung direkt beim Finanzamt an, den Weg zum Gewerbeamt können Sie sich sparen.
  • Sie profitieren von einer vereinfachten Buchführung, eine EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) genügt und sie zahlen keine Gewerbesteuer.
  • Möchten Sie sich mit mehreren Freiberuflern zusammenschließen, gründen Sie eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts).

Definition: Was ist ein Gewerbe?

Welche Unternehmensgründungen gewerblicher Natur sind, regelt § 15, Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes. Dort heißt es: „Eine selbstständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, ist Gewerbebetrieb, wenn die Betätigung weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbstständige Arbeit anzusehen ist.“

Das bedeutet, dass alle Existenzgründer, die keinen freien Beruf ausüben oder in der Land- und Forstwirtschaft gründen, ein Gewerbe anmelden müssen.

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5. Die Wahl der Rechtsform bei der Unternehmensgründung

Freiberufler und Gewerbetreibende haben verschiedene Möglichkeiten bei der Wahl der Rechtsform. Bei einem Gewerbebetrieb haben Sie erheblich mehr Möglichkeiten. Doch diese sollten gut überlegt sein, denn die Rechtsform eines Unternehmens nimmt unter anderem auf folgende Punkte Einfluss:

  • Haftung
  • Steuern
  • Leitung des Unternehmens
  • Kapitalbeschaffung
  • Flexibilität
  • Mitbestimmung

Mehr Informationen zur Wahl der Rechtsform

Im Folgenden stellen wir Ihnen die beliebtesten Rechtsformen bei der Unternehmensgründung vor:

  • Einzelunternehmen gehören zur den häufigsten frisch gegründeten Unternehmen in Deutschland. Diese Art der Unternehmensgründung ist besonders einfach. Für viele Branchen genügen bereits eine Gewerbeanmeldung oder die Beantragung einer Steuernummer (Freiberufler). Der Nachteil liegt darin, dass Sie mit Ihrem gesamten privaten und geschäftlichen Vermögen haften. Erfüllen Sie die Kaufmannseigenschaft, sind Sie durch das HGB zur ordentlichen Buchführung verpflichtet und müssen jährlich eine Bilanz erstellen.
  • In der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) schließen sich zwei oder mehr Selbstständige zusammen. Diese Möglichkeit steht Freiberuflern und Gewerbetreibenden offen, allerdings dürfen sich nur Freiberufler oder nur Gewerbetreibende zusammenschließen. Ein Freiberufler und ein Gewerbetreibender dürfen keine GbR gründen. Der Zusammenschluss zu einer Arbeits- oder Praxisgemeinschaft kann unkompliziert mündlich erfolgen. Ein Vertrag ist empfehlenswert. Die Partner in der GbR müssen kein Stammkapital einbringen und haften auch mit ihrem Privatvermögen. Wird ein Handelsgewerbe betrieben, wird die GbR automatisch zu einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG).
    Mehr Informationen zur Gründung einer GbR
  • Mit einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) beschränken Gewerbetreibende ihre Haftung auf das Gesellschaftsvermögen. Allerdings benötigen Sie ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro und der Gesellschaftsvertrag muss notariell beglaubigt werden. Nach der Gründung ist Ihr Unternehmen gewerbesteuer- und körperschaftssteuerpflichtig. Sie sind zur ordentlichen Buchführung und zur Bilanzierung verpflichtet.
    Mehr Informationen zur Gründung einer GmbH
  • Die UG (haftungsbeschränkt) bietet Existenzgründern ohne viel Eigenkapital die Möglichkeit der Haftungsbeschränkung. Es handelt sich dabei sozusagen um eine „kleine GmbH“. Bei Steuern und Buchführung wird die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) wie eine echte GmbH behandelt, aber für die Gründung genügt ein Stammkapital von einem Euro. Bei der UG haften Sie ebenfalls nur beschränkt und sichern Ihr Privatvermögen. Allerdings dürfen Sie über die Gewinne nicht frei verfügen. Ein Viertel des jährlichen Gewinns muss in die Kapitalrücklage fließen. Das gilt so lange, bis Sie das Stammkapital für eine normale GmbH erreicht haben.
    Mehr Informationen zur Gründung einer UG
  • Auch mit einer Aktiengesellschaft beschränken Gewerbetreibende die Haftung auf das Unternehmenskapital. Hier benötigen Sie mindestens 50.000 Euro für den Start. Die Anforderungen an die Buchführung und die Steuern gleichen denen der GmbH. Der Vorteil einer AG liegt darin, dass die Unternehmensanteile in Aktien aufgeteilt sind und Sie so Investoren zu kleinen oder größeren Teilen am Unternehmen beteiligen können .

Rechtsformen speziell für Freiberufler

Freiberufler behandelt der Gesetzgeber anders als Gewerbetreibende. Das gilt auch bei der Wahl der Rechtsform bei der Unternehmensgründung. Neben dem Einzelunternehmen und der GbR können Freiberufler folgende Rechtsformen für ihr Unternehmen nutzen:

  • In der Partnergesellschaft (PartG) schließen sich zwei oder mehr Freiberufler zusammen. Ein Partnerschaftsvertrag ist zwingend vorgeschrieben. Stammkapital benötigen Sie nicht, die Haftung in der PartG ist unbeschränkt. Sie können die Haftung über den Partnerschaftsvertrag reduzieren. Das ist immer dann möglich, wenn nur ein Partner einen Auftrag bearbeitet hat. In diesem Fall ist es möglich, dass die unbeteiligten Partner nicht mit Ihrem Privatvermögen für Fehler einstehen müssen. Arbeiten die Partner dagegen gemeinsam, haften alle mit ihrem Privat- und Geschäftsvermögen.
  • Die PartG mbH ist eine Partnergesellschaft mit beschränkter Haftung. Diese Rechtsform steht allen Freiberuflern offen, die auch eine PartG gründen dürfen. Hier wird die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt. Allerdings benötigen die Partner eine spezielle Haftpflichtversicherung, die aktuell nur für Rechtsanwälte, Patentanwälte, Steuerberater, beratende Ingenieure sowie Wirtschaftsprüfer zur Verfügung steht.
  • Freiberufler können eine UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH gründen, wenn das Berufsrecht diese Rechtsform erlaubt. Allerdings verzichten Sie damit auf die Gewerbesteuerfreiheit und sind zur ordentlichen Buchführung sowie zur Bilanzierung verpflichtet.

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6. Die Unternehmensgründung beim Finanzamt anmelden

Bei einer gewerblichen Unternehmensgründung kommt das Finanzamt von allein auf Sie zu. Sobald Unternehmensgründungen beim zuständigen Gewerbeamt angezeigt werden, leitet die Behörde die Daten des Gründers an das zuständige Finanzamt weiter.

Freiberufler dagegen müssen aktiv auf das Finanzamt zugehen. Sie müssen eine Steuernummer für Ihre Unternehmensgründung bei der Finanzbehörde beantragen.

Sobald Sie Ihre Unternehmensgründung durch Antrag auf einen Gewerbeschein oder eine Steuernummer angezeigt haben, übersendet Ihnen das Finanzamt einen Bogen zur steuerlichen Erfassung.

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung nimmt das Finanzamt alle relevanten Daten zu Ihrem Unternehmen auf und legt die steuerliche Behandlung in Bereichen wie z.B. der Umsatzsteuer fest. Bitte beachten Sie, dass der Bogen für Jungunternehmer einige Stolperstellen bereithält. Lassen Sie sich beim Ausfüllen von einem Steuerberater unterstützen. Die im Fragebogen getroffenen Entscheidungen lassen sich nicht einfach revidieren.

Informieren Sie sich, wie Sie als Einsteiger Buchführung und Rechnungswesen richtig aufbauen.

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7. Gehört das Unternehmen einer Berufsgenossenschaft an?

Ein wichtiger Punkt bei der Unternehmensgründung, den viele Jungunternehmer aus Unwissenheit vergessen, ist die Anmeldung des Betriebs bei der zuständigen Berufsgenossenschaft (BG). Mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Genossenschaften verlangen die Berufsgenossenschaften die Anmeldung eines Unternehmens innerhalb von einer Woche nach der Gründung. Die verschiedenen Genossenschaften sind in ihrer Zuständigkeit nach Branchen gegliedert. Anhand Ihrer Angaben prüft die BG, ob Sie dazu verpflichtet sind, Beiträge zu entrichten. Zudem können Sie als Inhaber sich selbst sowie einen helfenden Ehegatten freiwillig über die Berufsgenossenschaft gegen Berufsunfälle absichern.

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8. Gründung aus der Arbeitslosigkeit

Als Bezieher von Arbeitslosengeld 1 oder 2 (im Volksmund Hartz IV) haben Sie ebenfalls die Möglichkeit zur Unternehmensgründung. Der Staat unterstützt Sie sogar dabei, durch Gründung eines Unternehmens aus dem Leistungsbezug zu kommen. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Gründungszuschuss: Den Gründungszuschuss erhalten Sie als Bezieher von Arbeitslosengeld 1, sofern der Arbeitsvermittler zustimmt. Voraussetzung ist, dass Sie mindestens einen Tag Arbeitslosengeld bezogen haben und noch ein Restanspruch von mindestens 150 Tagen Leistungsbezug besteht. Der Gründungszuschuss wird in Phasen ausgezahlt. In den ersten sechs Monaten erhalten Sie Ihr bisheriges Arbeitslosengeld weiter und dazu eine Pauschale in Höhe von 300 Euro, die zur Begleichung der Krankenkassenbeiträge dient. In der zweiten Phase erhalten Sie neun weitere Monate den Zuschuss, das Arbeitslosengeld fällt weg.
  • Einstiegsgeld: Als Empfänger von Arbeitslosengeld 2 steht Ihnen das Einstiegsgeld zur Verfügung. Dieses wird für maximal 24 Monate gezahlt, wie hoch der Zuschuss ausfällt, entscheidet der Fallmanager.

Die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit aus der Arbeitslosigkeit heraus sollte gut geplant sein. Die Zeit, in der Sie den Gründungszuschuss erhalten, mindert einen eventuellen Restanspruch auf Arbeitslosengeld. Ob das Einstiegsgeld gewährt wird, liegt im Ermessen des zuständigen Fallmanagers. Deshalb sollten Sie gut vorbereitet sein und mit einer tragfähigen Geschäftsidee und einem genau ausgearbeiteten Businessplan überzeugen. Auch hier bietet der Staat Unterstützung an.

AVGS: Beratung durch zertifizierte Anbieter

Sobald Sie mindestens sechs Wochen Arbeitslosengeld 1 beziehen, können Sie den sogenannten AVGS nach § 45 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 SGB III – MAT beantragen. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf den AVGS, es ist immer eine Ermessensentscheidung. Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ermöglicht es Ihnen, sich kostenfrei bei zertifizierten Anbietern beraten zu lassen. Sie können unter anderem folgende Möglichkeiten nutzen:

  • Beratung zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Unternehmensgründung
  • Entwicklung von tragfähigen Geschäftsideen
  • Unterstützung beim Erstellen der Business- und Finanzierungspläne
  • Einholen einer fachkundigen Stellungnahme zur Tragfähigkeit
  • Einführung in die Buchführung
  • Entwicklung von Marketingstrategien
  • Seminare zur Entwicklung von Soft Skills wie Verhandlungsführung, Mitarbeiterführung, Projektmanagement oder Zeitmanagement

Auch Empfänger von Arbeitslosengeld 2 dürfen den AVGS beantragen. Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch mit Ihrem Fallmanager vor, um zu überzeugen.

Mehr Infos zur Gründung aus der Arbeitslosigkeit

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9. Wie finde ich eine gute Geschäftsidee?

Dem einen geht eine geniale Geschäftsidee wie ein Blitz durch den Kopf, andere träumen bereits seit Jahren von der Unternehmensgründung und möchten z. B. ein Café oder einen eigenen Online-Shop eröffnen. Andere Unternehmensgründer möchten sich selbstständig machen, aber es fehlt die passende Geschäftsidee. Verzagen Sie nicht: Geschäftsideen lassen sich entwickeln. Die folgende Checkliste ist ein erster Schritt zu Ihrer Idee:

  • Welche Aufgaben fallen Ihnen leichter als anderen?
  • Welche Fachkenntnisse aus dem Beruf oder Hobby können Sie einbringen?
  • Welche Qualifikationen bringen Sie mit?
  • Möchten Sie mit Kundenkontakt arbeiten?
  • Welche Ziele, Träume und Wünsche begleiten Sie bereits ein Leben lang?
  • Besteht ein Netzwerk, das den Unternehmenserfolg unterstützt?

Durch diese und viele weitere gezielte Fragen können Sie das Tätigkeitsfeld für eine mögliche Unternehmensgründung immer weiter eingrenzen. Danach überlegen Sie sich, welche Dienstleistungen, Produkte oder Geschäfte im eingegrenzten Bereich potenzielle Kunden begeistern. Schließlich sind Unternehmensgründungen ohne entsprechende Nachfrage zum Scheitern verurteilt.

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10. Unternehmensgründung mit Geschäftsidee oder Franchise-Partner?

Für viele gute Geschäftsideen gibt es bereits etablierte Franchise-Lösungen. Unternehmensgründungen mit einem Franchise-Partner scheitern seltener als die Unternehmensgründung auf eigene Faust. Schließlich greifen Sie beim Franchise auf einen starken Partner mit bewährten Abläufen und einem Netz an Lieferanten, der Bekanntheit der Marke sowie den Erfahrungen anderer Franchise-Nehmer zurück.

Der Nachteil liegt ebenso auf der Hand. Sie sind an den Vertragspartner gebunden, können weniger Entscheidungen frei treffen und zahlen durchaus erhebliche Summen an Gebühren. Es ist sehr empfehlenswert, sich vor der Entscheidung von einer unabhängigen Stelle wie der IHK München und Oberbayern beraten zu lassen.

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11. Welche Fördermöglichkeiten für die Unternehmensgründung gibt es?

Unternehmensgründungen sind gern gesehen, deshalb stehen Ihnen als Existenzgründer viele verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Fördermöglichkeiten in folgende Gruppen einteilen:

  • Zuschüsse, die Sie nicht zurückzahlen müssen
  • Förderkredite mit besonders günstigen Konditionen
  • Bürgschaften, die die nötige Sicherheit für einen (Förder-)Kredit schaffen
  • Beteiligungs- und Risikokapital, auch wenn es seltener vergeben wird, staatliche Programme sind vorhanden.

Zusätzlich sind Zuschüsse für die fachmännische Beratung vor der Unternehmensgründung und spezielle Programme für Unternehmensgründungen durch Hochschulabsolventen vorhanden. Die Gründungsberatung der IHK München und Oberbayern unterstützt Sie dabei, die passenden Fördermittel für Ihre Geschäftsidee zu finden.

Mehr Infos zu Fördermöglichkeiten für Existenzgründer

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12. Welche Finanzierungen gibt es zur Unternehmensgründung?

Nicht jede Unternehmensgründung erfordert Kapital bzw. eine Finanzierung. Wenn dies allerdings erforderlich ist, erfolgen die meisten Finanzierungen bei einer Unternehmensgründung durch den Einsatz von Eigenkapital des Gründers. Doch nicht jeder ist in der Lage, die nötigen finanziellen Mittel aus eigener Kraft bereitzustellen. Dann benötigen Unternehmensgründer eine Finanzierung. Dazu ist es wichtig, den Kapitalbedarf realistisch und langfristig zu planen. Erst wenn Sie genau wissen, wie viel Geld Sie benötigen und wie Sie sich die Rückzahlung vorstellen, beginnen Sie mit der Suche nach Finanzierungspartnern. Für die Finanzierung von Unternehmensgründungen stehen verschiedene Wege offen.

  • Förderbanken wie die KfW oder die Förderbank Bayern: Ein überzeugender Businessplan mit einem nachvollziehbaren Finanzierungskonzept ist unerlässlich. Außerdem verlangen auch Förderbanken zumindest kleine Sicherheiten.
  • Freunde und Familie: Vermögende Familienmitglieder oder Freunde können Geld für die Unternehmensgründung zur Verfügung stellen. Das hat den Vorteil, dass Zinsen und Sicherheiten weniger im Vordergrund stehen. Aber Achtung: Im schlimmsten Fall verlieren Menschen, die Ihnen lieb und teuer sind, alles und Streitigkeiten sind vorprogrammiert. Schließen Sie unbedingt einen Vertrag ab, der die Rückzahlung genau regelt.
  • Lieferanten oder Kooperationspartner: Manchmal geben Lieferanten oder Kooperationspartner Kredite an Unternehmensgründer. Die Eröffnung einer Gaststätte kann z. B. auch über einen Brauereivertrag finanziert. Prüfen Sie aber genau die Konditionen der Finanzierung und deren Folgen (z.B. Abhängigkeiten im Einkauf, etc.) und vergleichen Sie diese mit anderen Finanzierungsmöglichkeiten.

Unterschätzen Existenzgründer den nötigen Kapitalbedarf?

Wie hoch der Kapitalbedarf für eine Unternehmensgründung ausfällt, das hängt stark von der Geschäftsidee und der Branche ab. Auch ob Sie haupt- oder nebenberuflich gründen, spielt eine große Rolle. Generell scheint die Einschätzung der Höhe des nötigen Kapitals eine Hauptschwierigkeit für Gründer zu sein. Nach den Zahlen des KfW-Gründungsmonitors scheitern die meisten Unternehmensgründungen an einer zu geringen Finanzierung.

Förderung & Finanzierung

Bei der IHK München und Oberbayern finden Sie Informationen über, und Ansprechpartner für die Förderung und die Finanzierung Ihrer Unternehmensgründung.

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Die Unterstützung der IHK München

Die IHK München und Oberbayer steht Ihnen bei der Unternehmensgründung mit Rat und Tat zur Seite und begleitet Sie durch den Gründungsprozess.