Sauber bleiben – Wiesn-Tipps für Ihr Marketing

Fallstricke bei der Werbung mit dem Oktoberfest

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© ei / IHK

Während die einen noch vom bevorstehenden Sommerurlaub träumen, stecken die anderen schon mittendrin - in den Vorbereitungen für Münchens 5. Jahreszeit. Die Wiesn oder auch das Oktoberfest locken mit Millionen Besuchern auch Werbe- und Marketingspezialisten. Doch wer darf wie mit Begriffen wie Wiesn und Oktoberfest werben?

Markenschutz: Hängen Sie sich nicht an andere dran!

Es gibt zwar nicht viele, aber doch einige Begriffe, die beim Deutschen Patent- und Markenamt rund um die Wiesn als Marke geschützt wurden. Beispiele: "Wiesnbier", "Oktoberfest-Bier". Ohne Erlaubnis des Markeninhabers (Lizenz) sollte man diese Begriffe nicht verwenden. Also erst recherchieren unter www.dpma.de, dann erst drucken oder posten.

Übrigens: Es gibt nicht deswegen so wenige registrierte Marken, weil die anderen alle noch ihren Wiesn-Rausch ausschlafen und keine tolle Idee für eine "Wiesn-Marke" hatten. Hintergrund dafür ist ganz einfach, dass vieles gar nicht eintragungsfähig ist: Das DPMA lehnt es ab, Begriffe einzutragen, die freihaltebedürftig sind und keine Kennzeichnungskraft haben.

Wort- und Bildmarken zum Oktoberfest: Kreative haben Vorfahrt

Wer partout eine Marke rund um die Wiesn haben möchte, kann es mit einer Wort-/Bildmarke versuchen. Beispiele finden sich unter www.dpma.de. Wichtig dabei. Richtig geschützt ist dann eigentlich nur der Bildbestandteil, denn auch bei der Wort-/Bildmarke gilt: Schutz besteht nur für die kennzeichnungskräftigen und nicht freihaltebedürftigen Elemente.

Wiesnbier und Co: Wie dürfen Sie diese Begriffe verwenden?

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© Foto: ei /IHK

Zur Wiesn gehören klassischerweise "Wiesn-Bier, Wiesn-Hendl und Wiesn-Brezn. Wer damit werben will, sollte ein paar Dinge beachten, um Missverständnisse und rechtlichen Ärger zu vermeiden:

  • Wiesn-Bier:
    Die Begriffe "Wiesn-Bier" und "Oktoberfest-Bier" sind markengeschützt und damit für alle anderen (Brauereien, Gastronomiebetriebe, Händler etc.) grundsätzlich tabu (dazu siehe oben).
  • Wiesn-Hendl:
    "Wiesn-Hendl" ist dagegen nicht als Marke geschützt, die Stadt München (das "Wiesn-Referat") und die Münchner Metzgerinnung machen keine besonderen Ansprüche daran geltend. Man darf also dieses Schmankerl anbieten und bewerben, auch außerhalb des Münchner Wiesn-Geländes.
    ABER: Es gibt eine bestimmte Rezeptur für das sog. "Wiesn-Hendl", die man als Münchner seit jeher gewöhnt ist und die auf der Webseite der Stadt München bzw. deren Blog veröffentlicht ist, nämlich mit Petersilien-Füllung, Salz und Peffer.
    => PRAXISTIPP: Wer "Wiesn-Hendl" anbietet, sollte sich an diese Rezeptur halten. Alles andere könnten Konkurrenten oder Verbände eventuell als Irreführung gegenüber dem Verbraucher beurteilen und abmahnen.
  • Wiesn-Breze:
    Auch die "Wiesn-Breze" ist nicht geschützt (siehe oben zum Hendl). ABER: Die "Bayerische Breze" ist als sog. Geographische Angabe registriert und muss bestimmte festgelegte Kritierien erfüllen. Es ist denkbar, dass die Kunden bei einer "Wiesn-Brezn" mit einer echten "Bayerischen Breze" rechnen - alles andere könnte man dann als Irreführung betrachten (rechtlich ist das aber nicht geklärt.).
    => PRAXISTIPP: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich an die Kriterien für die geschützte "Bayerische Breze" halten. Also, nur Verkauf von Brezen, die - in Bayern - von einem "richtigen" Bäcker (Bäcker-Handwerk) - nach entsprechender klassischer Rezeptur hergestellt sind. Außerdem hat die klassische "Wiesn-Brezn" üblicherweise eine bestimmte Übergröße. Auf dem Münchner Oktoberfest sind nur wenige Bäcker die Großlieferanten für die Zelte und Verkaufsstände - ihre Brezn sind hier beschrieben.

Oktoberfest-Werbung: Stiften Sie keine Verwirrung

Wie immer in der Werbung gilt auch zur Wiesn-Zeit: "sauber bleib'n". Werbung muss wahr und transparent sein. Wer Wiesn-Schnäppchen verspricht, muss auch tatsächlich etwas günstiger als sonst anbieten. Wer sich als Partner von xy ausgibt, muss mit dem Namensgeber auch tatsächlich eine entsprechende Abmachung haben.