Der IHK Arbeitsmarktradar 2026 ermöglicht Auswertungen für über 70 Branchen und 1.300 Berufe bis auf die Ebene der Arbeitsagenturbezirke in Bayern. Die zentralen Ergebnisse für Oberbayern finden Sie hier.

Inhalt

Kurzfristprognose: Beschäftigungsentwicklung bis 2029

Die Anzahl der SV-Beschäftigten im Bezirk der IHK für München und Oberbayern ist von 2018 bis 2024 von 2,06 Mio. auf 2,26 Mio. gestiegen (+9,6 %). Bis 2029 besteht das Potenzial für einen weiteren Anstieg auf 2,43 Mio. (+7,4 %).

Dies setzt jedoch voraus, dass die seit 2018 vorherrschenden positiven Trends weiter anhalten und sich die aktuelle Wirtschaftskrise nicht zu einer längerfristigen strukturellen Krise entwickelt. Insbesondere müsste ein ähnlich hohes Niveau der Zuwanderung wie in den letzten Jahren realisiert werden und die Arbeitsmarktintegration von Ausländern, Älteren und Frauen weiter gesteigert werden.

Gebremst wird der potenzielle Beschäftigungsaufbau durch die steigende Zahl der Renteneintritte in den nächsten Jahren. Aufgrund der jüngeren Altersstruktur werden die negativen Auswirkungen des demografischen Wandels in Oberbayern jedoch etwas gedämpfter auftreten als in anderen bayerischen Regionen.

Das Beschäftigungswachstum in Oberbayern entwickelt sich über die einzelnen Berufe hinweg sehr unterschiedlich. Den größten Zuwachs an Beschäftigung dürften bis 2029 mit einem Plus von 15.000 die Softwareentwickler auf Expertenniveau zu verzeichnen haben. Deutlich mehr Beschäftigte wird es auch bei Spezialisten im Beruf „Leitung Unternehmensorganisation“ (+7.200) geben. Auch bei den Experten in der Unternehmensberatung (+6.200) wird es zu einem deutlichen Stellenaufbau kommen.

Der größte Rückgang an Beschäftigung wird bis 2029 für Helfer und Fachkräfte im Gastronomieservice erwartet (-7.400). Auch Bankkaufleute auf Fachkraftniveau (-3.800) und Fachkräfte im Objekt-, Werte- und Personenschutz (-3.800) dürften bis dahin einen deutlichen Rückgang an Beschäftigung verzeichnen.

Langfristprognose: Beschäftigungsentwicklung bis 2039

In Grafik 2 sind drei unterschiedliche Szenarien für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsentwicklung bis 2039 in Oberbayern dargestellt.

Im ersten Szenario (dunkelblaue Linie) wird nur die demografische Entwicklung, also die Austritte aus dem Arbeitsmarkt (insbesondere aufgrund von Renteneintritt) und die Neueintritte betrachtet. Andere Einflussfaktoren wie die Partizipationsquote von Frauen, Älteren und ausländischen Beschäftigten bleiben im ersten Szenario konstant und es wird keine Zuwanderung aus dem Ausland unterstellt. Auf Grund des Ausscheidens der besonders geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben würde im Zeitraum von 2024 bis 2039 die Zahl der SV-Beschäftigten in Oberbayern um 7,0 % bzw. rund 159.000 Personen abnehmen.

Im zweiten Szenario (hellblaue Linie) wird zusätzlich zur Demografie die Zuwanderung berücksichtigt. Dabei wird bis 2039 eine ähnlich starke Zuwanderung wie im Durchschnitt der letzten sieben Jahre unterstellt. Damit könnte der Rückgang an SV-Beschäftigung auf 0,8 % bzw. rund 18.000 Personen reduziert werden.

Das dritte Szenario (grüne Linie) entspricht bis 2029 der Trendfortschreibung, auf welcher der Arbeitsmarktradar aufbaut (Basisszenario): Zusätzlich zu Demografie und Zuwanderung wird hier bis 2029 auch eine weitere Steigerung der Partizipationsquoten von Ausländern, Älteren und Frauen im Durchschnitt der letzten sieben Jahre unterstellt. Ab 2029 werden die Partizipationsquoten dann konstant gehalten und nur noch die demografische Entwicklung und eine Zuwanderung berücksichtigt. In diesem Szenario wäre sogar ein Zuwachs an Beschäftigung um 6,9 % bzw. rund 155.000 SV-Beschäftigte bis 2039 möglich.

Alle Szenarien sind Kopf-Betrachtungen ohne Aussagen zur geleisteten Arbeitszeit.

Wie sich die Beschäftigung in Oberbayern also künftig entwickelt, hängt im Wesentlichen davon ab, ob die Partizipationsquoten gesteigert werden können und Arbeitskräfte weiterhin zuwandern. Das Modell zeigt, dass es eine große Spannbreite der Entwicklung gibt und die Politik durchaus wirksame Stellschrauben besitzt, um dem demografisch bedingten Schrumpfen der Beschäftigung entgegenzuwirken.

Arbeitskräfteengpass nach Qualifikationen

2024 fehlten im Bezirk der IHK für München und Oberbayern rund 36.000 Arbeitskräfte (siehe Grafik 3). Alle Arbeitslosen, die für offene Stellen passend qualifiziert sind, werden dabei im Modell mit diesen offenen Stellen verrechnet und reduzieren die Lücke. Somit repräsentiert die Arbeitskräftelücke im Arbeitsmarktradar nur jene offenen Stellen, für die keinerlei passend qualifizierte Arbeitslose auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

In der Realität sind jedoch nicht alle Arbeitslosen auf Stellen zu vermitteln, für die sie eine passende Qualifikation haben. Der von den Unternehmen wahrgenommene Arbeitskräftemangel ist somit deutlich höher als die hier ausgewiesene Arbeitskräftelücke. Einen Hinweis darauf gibt auch die Zahl der offenen Stellen in Oberbayern, die 2024 mit 84.000 deutlich höher als der berechnete Arbeitskräftemangel war.

Bis 2029 wird der Arbeitskräftemangel auf rund 56.000 Personen weiter ansteigen. Die Zahl der offenen Stellen wird dann bei rund 113.000 liegen. Betrachtet man den Arbeitskräftemangel nach Qualifikationsniveau, so fehlten 2024 rund 20.300 Fachkräfte (v. a. mit einer beruflichen Ausbildung) bei 42.800 offenen Stellen für diese Beschäftigtengruppe. 2029 werden 29.600 dieser Arbeitskräfte fehlen (offene Stellen: 54.200).

Die Zahl fehlender Spezialisten (z. B. Meister, Fachkräfte mit Weiterbildung, Bachelor) betrug 2024 rund 5.600 (offene Stellen: 12.000) und wird bis 2029 auf 8.300 ansteigen (offene Stellen: 16.700).

Zudem fehlten 2024 9.100 Experten (v. a. Akademiker mit Master-Abschluss) bei 16.200 offenen Stellen. 2029 wird diese Zahl auf 14.800 ansteigen (offene Stellen: 23.600).

Bei den Helfern betrug 2024 die Arbeitskräftelücke lediglich 1.300 Personen, bei 13.200 offenen Stellen. Diese Diskrepanz zwischen der Arbeitskräftelücke und den offenen Stellen deutet auf erhebliche Probleme hin, die vorhandenen Arbeitslosen auch tatsächlich für eine Beschäftigungsaufnahme zu gewinnen. 2029 werden 3.600 fehlende Helfer (offene Stellen: 18.400) erwartet.

Ohne die Arbeitskräftelücke könnte die Wertschöpfung in Oberbayern 2029 7,5 Mrd. Euro beziehungsweise 2,2 % höher liegen.

Arbeitskräfteengpass nach Berufen

Grafik 4 zeigt die zehn Berufe mit den höchsten für 2029 erwarteten Arbeitskräfteengpässen. Zur besseren Einordnung sind die offenen Stellen in dem jeweiligen Beruf ebenfalls angegeben.

Die größten Arbeitskräftelücken werden 2029 für Fachkräfte im Verkauf erwartet. Hier werden 3.500 Arbeitskräfte fehlen. Zudem werden rund 2.100 Experten in der kaufmännischen und technischen Betriebswirtschaft sowie 2.000 Helfer für Post- und Zustelldienste fehlen. In der Gesundheits- und Krankenpflege ist 2029 ein Mangel an 1.600 Fachkräften zu erwarten

Branchenentwicklung

Betrachtet man anstatt von Berufen die einzelnen Branchen in Oberbayern (Grafik 5), wird das größte Beschäftigungswachstum bis 2029 in den IT- und Informationsdienstleistungen (+48.300), dem Gesundheitswesen (+17.200) sowie dem Sozialwesen (+13.000) erwartet. Der größte Beschäftigungsrückgang wird voraussichtlich in der Gastronomie stattfinden (-8.600).

Die größten Arbeitskräftelücken in absoluten Zahlen (Abbildung 5) werden für 2029 u. a. in der Unternehmensverwaltung, -führung und -beratung (8.400), dem Einzelhandel (5.000) und dem Gesundheitswesen (4.000) prognostiziert

Arbeitsagenturbezirk München

  • Der Arbeits- und Fachkräftebedarf nimmt weiter zu: Die Zahl der offenen Stellen dürfte von 2024 bis 2029 um rund ein Drittel auf 39.600 ansteigen.

  • Stellt man den offenen Stellen die formal passend qualifizierten Arbeitslosen in München gegenüber, ergibt sich eine Arbeitskräftelücke von 20.100 im Jahr 2029.

  • In München sind aufgrund der Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 Wertschöpfungsverluste in Höhe von rund 2,8 Milliarden Euro zu erwarten.

  • Vor allem hochqualifizierte Experten (v.a. Akademiker mit Master-Abschluss) fehlen: Hier dürfte die Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 10.800 Personen betragen. Zudem fehlen dann voraussichtlich 6.500 beruflich qualifizierte Fachkräfte, 1.900 Spezialisten (z.B. Meister, Fachkräfte mit Weiterbildung, Bachelor), und 900 Helfer (einfache Tätigkeiten ohne spezifische Fachkenntnisse).

Hinweis: Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der verfügbaren Daten. Mit dem IHK Arbeitsmarktradar Online-Tool können Sie individuelle Auswertungen für den Arbeitsagenturbezirk München erstellen.

Arbeitsagenturbezirk Ingolstadt

  • Der Arbeits- und Fachkräftebedarf nimmt weiter zu: Die Zahl der offenen Stellen dürfte von 2024 bis 2029 um rund ein Drittel auf 12.400 ansteigen.

  • Stellt man den offenen Stellen die formal passend qualifizierten Arbeitslosen in Ingolstadt gegenüber, ergibt sich eine Arbeitskräftelücke von 7.900 im Jahr 2029.

  • In Ingolstadt sind aufgrund der Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 Wertschöpfungsverluste in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro zu erwarten.

  • Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte fehlen: Hier dürfte die Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 5.200 Personen betragen. Zudem fehlen dann voraussichtlich 1.500 Spezialisten (z.B. Meister, Fachkräfte mit Weiterbildung, Bachelor), 700 Experten (v.a. Akademiker mit Master-Abschluss) und 400 Helfer (einfache Tätigkeiten ohne spezifische Fachkenntnisse).

Hinweis: Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der verfügbaren Daten. Mit dem IHK Arbeitsmarktradar Online-Tool können Sie individuelle Auswertungen für den Arbeitsagenturbezirk Ingolstadt erstellen.

Arbeitsagenturbezirk Freising

  • Der Arbeits- und Fachkräftebedarf nimmt weiter zu: Die Zahl der offenen Stellen dürfte von 2024 bis 2029 um rund 39 % auf 17.700 ansteigen.

  • Stellt man den offenen Stellen die formal passend qualifizierten Arbeitslosen in Freising gegenüber, ergibt sich eine Arbeitskräftelücke von 10.700 im Jahr 2029.

  • In Freising sind aufgrund der Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 Wertschöpfungsverluste in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro zu erwarten.

  • Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte fehlen: Hier dürfte die Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 7.100 Personen betragen. Zudem fehlen dann voraussichtlich 1.500 Spezialisten (z.B. Meister, Fachkräfte mit Weiterbildung, Bachelor), 1.300 Experten (v.a. Akademiker mit Master-Abschluss) und 800 Helfer (einfache Tätigkeiten ohne spezifische Fachkenntnisse).

Hinweis: Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der verfügbaren Daten. Mit dem IHK Arbeitsmarktradar Online-Tool können Sie individuelle Auswertungen für den Arbeitsagenturbezirk Freising erstellen.

Arbeitsagenturbezirk Rosenheim

  • Der Arbeits- und Fachkräftebedarf nimmt weiter zu: Die Zahl der offenen Stellen dürfte von 2024 bis 2029 um rund 29 % auf 12.300 ansteigen.

  • Stellt man den offenen Stellen die formal passend qualifizierten Arbeitslosen in Rosenheim gegenüber, ergibt sich eine Arbeitskräftelücke von 7.500 im Jahr 2029.

  • In Rosenheim sind aufgrund der Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 Wertschöpfungsverluste in Höhe von rund 780 Mio. Euro zu erwarten.

  • Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte fehlen: Hier dürfte die Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 4.200 Personen betragen. Zudem fehlen dann voraussichtlich 1.300 Spezialisten (z.B. Meister, Fachkräfte mit Weiterbildung, Bachelor), 1.100 Experten (v.a. Akademiker mit Master-Abschluss) und 900 Helfer (einfache Tätigkeiten ohne spezifische Fachkenntnisse).

Hinweis: Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der verfügbaren Daten. Mit dem IHK Arbeitsmarktradar Online-Tool können Sie individuelle Auswertungen für den Arbeitsagenturbezirk Rosenheim erstellen.

Arbeitsagenturbezirk Weilheim

  • Der Arbeits- und Fachkräftebedarf nimmt weiter zu: Die Zahl der offenen Stellen dürfte von 2024 bis 2029 um rund 37 % auf 19.100 ansteigen.

  • Stellt man den offenen Stellen die formal passend qualifizierten Arbeitslosen in Weilheim gegenüber, ergibt sich eine Arbeitskräftelücke von 11.100 im Jahr 2029.

  • In Weilheim sind aufgrund der Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 Wertschöpfungsverluste in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro zu erwarten.

  • Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte fehlen: Hier dürfte die Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 6.500 Personen betragen. Zudem fehlen dann voraussichtlich 1.900 Spezialisten (z.B. Meister, Fachkräfte mit Weiterbildung, Bachelor), 1.300 Experten (v.a. Akademiker mit Master-Abschluss) und 1.400 Helfer (einfache Tätigkeiten ohne spezifische Fachkenntnisse).

Hinweis: Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der verfügbaren Daten. Mit dem IHK Arbeitsmarktradar Online-Tool können Sie individuelle Auswertungen für den Arbeitsagenturbezirk Weilheim erstellen.

Arbeitsagenturbezirk Traunstein

  • Der Arbeits- und Fachkräftebedarf nimmt weiter zu: Die Zahl der offenen Stellen dürfte von 2024 bis 2029 um rund ein Drittel auf 11.700 ansteigen.

  • Stellt man den offenen Stellen die formal passend qualifizierten Arbeitslosen in Traunstein gegenüber, ergibt sich eine Arbeitskräftelücke von 6.600 im Jahr 2029.

  • In Traunstein sind aufgrund der Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 Wertschöpfungsverluste in Höhe von rund 750 Mio. Euro zu erwarten.

  • Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte fehlen: Hier dürfte die Arbeitskräftelücke im Jahr 2029 4.000 Personen betragen. Zudem fehlen dann voraussichtlich 1.200 Spezialisten (z.B. Meister, Fachkräfte mit Weiterbildung, Bachelor), 900 Experten (v.a. Akademiker mit Master-Abschluss) und 600 Helfer (einfache Tätigkeiten ohne spezifische Fachkenntnisse).

Hinweis: Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der verfügbaren Daten. Mit dem IHK Arbeitsmarktradar Online-Tool können Sie individuelle Auswertungen für den Arbeitsagenturbezirk Traunstein erstellen.