IHK Ratgeber

Klimaschutz & Energiewende - Chancen und Herausforderungen

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Klimaschutz und Energiewende wirken sich auf vielfältige Weise auf Ihre Geschäftstätigkeit und Wettbewerbsfähigkeit aus. So können höhere Kosten oder bürokratischer Aufwand entstehen. Es können sich aber auch viele neue Türen öffnen. Allemal sind es Themen, die über die Zukunft Ihres Betriebes mitentscheiden werden.

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Aktuelles zu den Themen Klimaschutz und Energiewende

11.01.2022: Klimaschutz-Offensive der neuen Bundesregierung

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck legte am 11.01.2022 eine Eröffnungsbilanz und ein Sofortprogramm zum Klimaschutz vor. Dabei stellte er in den Mittelpunkt, dass die bisherigen klimapolitischen Maßnahmen dramatisch unzureichend seien. So müsse das Klimaschutztempo fast verdreifacht werden gegenüber dem Status quo. Alle Sektoren befänden sich derzeit nicht auf Zielkurs 2030. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte der Eröffnungsbilanz finden Sie unten.

Aus Sicht der IHK-Organisation ist vor allem entscheidend, dass die Unternehmen zum einen genügend grünen Strom haben. Zum anderen dürfen Unternehmen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität durch zu hohe Energiepreise nicht ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien muss in den kommenden acht Jahren hierzulande mehr als verdoppelt werden. Deshalb ist es richtig, beim Ausbau erneuerbarer Energien endlich den Turbo zu zünden. Dafür brauchen wir eine Schubumkehr: weniger Bürokratie und viel mehr Tempo bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Genehmigung eines Windparks dauert in Deutschland noch immer im Schnitt zwei Jahre, vielerorts noch deutlich länger. Statt auf eine deutliche Ausweitung der EEG-Förderung zu setzen, braucht der förderfreie Ausbau von Windrädern und Photovoltaik-Parks aber vor allem mehr Wohlwollen. Denn dieser Markt mit vielen guten deutschen Anbietern legt gerade rasant an Tempo zu. Die Bundesregierung ist deshalb gut beraten, hier auf bessere Rahmenbedingungen zu setzen, statt ihn mit starren Förderbedingungen faktisch auszutrocknen.

Was steht in der Eröffnungsbilanz?

Die Eröffnungsbilanz zeigt den Status-Quo beim Klimaschutz sowie den Handlungsbedarf für alle Sektoren auf (Komplettfassung steht hier zum Download bereit). Bereits im April soll es einen Kabinettsbeschluss zu ersten zusätzlichen Klimaschutzmaßnahmen geben (u. a. EEG-Novelle). Vor der Sommerpause soll ein zweites Paket auf den Weg gebracht werden. Die Elemente dieser Pakete sind:

  • EEG-Novelle für 80 % EE-Stromerzeugung bis 2030: Erhöhung der Ausschreibungsmengen (Annahme eines Bruttostromverbrauch von 715 TWh); Planungsvorrang für den EE-Ausbau durch Grundsatz, dass der EE-Ausbau im überragenden öffentlichen Interesse ist und der öffentlichen Sicherheit dient.
  • Solarbeschleunigungspaket: Verbesserung beim Mieterstrom, Anhebung der Ausschreibungsschwellen und Öffnung der Flächenkulisse für Freiflächenanlagen unter Beachtung von Naturschutzkriterien, Solarpflicht bei gewerblichen Neubauten.
  • Windenergie: Erschließen kurzfristiger Flächenpotenziale für Wind an Land u. a. durch geringere Abstände zu Drehfunkfeuern und Wetterradaren und bessere Vereinbarkeit mit militärischen Interessen; Wind-an-Land-Gesetz: zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie reservieren, Voraussetzungen für zügigere Planungs- und Genehmigungsverfahren schaffen.
  • Senkung Strompreis: ab 2023 Finanzierung der EEG-Umlage über den Bundeshaushalt, gleichzeitig Überführen der an die Besondere Ausgleichsregelung gekoppelten Umlagen (KWKG-, Offshore-Netzumlage) in ein eigenes Gesetz.
  • Klimaschutzverträge mit der Industrie: Schaffen der rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für die Bereitstellung von Klimaschutzdifferenzverträgen (CCfD).
  • Wärmestrategie für 50 % klimaneutrale Wärme bis 2030, neue Gebäudestrategie Klimaneutralität (Effizienz und Versorgung): flächendeckende kommunale Wärmeplanung mit Dekarbonisierung und Ausbau der Wärmenetze; finanzielles Aufstocken der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze.
  • Gebäude: Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes mit deutlich verschärften Effizienzstandards, neu eingebaute Heizungen ab 2025 mit mindesten 65% EE.
  • Wasserstoffstrategie: Maßnahmen zum Markthochlauf der Wasserstofftechnologie, um die Produktion an grünem Wasserstoff gegenüber den bisherigen Plänen zu verdoppeln, insbesondere durch Überarbeiten der Nationalen Wasserstoffstrategie und zusätzliche Förderprogramme.

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Wettbewerbsfähig wirtschaften in Zeiten von Klimaschutz und Energiewende

Der Klimawandel und der Umbau der Energieversorgung konfrontieren Ihr Unternehmen mit verschiedensten Herausforderungen – die Abkehr von fossilen Rohstoffen, steigende Strompreise und schwierige Wetterlagen, um nur ein paar wenige zu nennen. Gleichzeitig geht der Wandel hin zu einem klima- und energieschonenderen Wirtschaftssystem mit einer neuen gesellschaftlichen Erwartungshaltung sowie ambitionierten Klimaschutz- und Energiezielen auf allen politischen Ebenen einher. Dies bringt immer neue Anforderungen, Rahmenbedingungen und damit Unsicherheit mit sich.

Hier informieren wir Sie über relevante Vorgaben und Entwicklungen in der Klima- und Energiepolitik und zeigen Ihnen Möglichkeiten auf, selbst in Sachen Klimaschutz und Energiewende aktiv zu werden.

Hintergrund: Was Sie über Klimawandel und Energiewende wissen sollten

Politik: Welche Gesetze und Vorhaben zu Klimaschutz und Energiewende Sie kennen ‎sollten

Betriebliche Praxis: Wo Sie bei Klimaschutz und Energiewende ansetzen können

Klimawandel: Was mögliche Folgen sind und wie Anpassung gehen kann

IHK im Austausch: Dialog und Kooperation mit Unternehmen, Politik und Wissenschaft

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