IHK Ratgeber

Steuertermine: Schutz vor Steuerschulden

Bei der Abgabe von Steuererklärungen, -anmeldungen und -voranmeldungen sowie bei der Zahlung von Steuern sind je nach Steuerart verschiedene Fristen zu beachten.

Abgabe der Steuererklärung

Seit den Jahressteuerklärungen 2018, die ab 2019 abzugeben sind, gelten verlängerte Abgabefristen:

Wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, muss diese grundsätzlich bis zum 31. Juli (bisher 31. Mai) des Folgejahres beim Finanzamt einreichen. Nimmt man die Hilfe eines (steuerlichen) Beraters im Sinne des Steuerberatungsgesetzes‎ in Anspruch, verlängert sich die Abgabefrist ‎(bisher 31. Dezember des Folgejahres) ‎auf den letzten Februartag des übernächsten Jahres‎.

Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt es sich auf den nachfolgenden Werktag.‎

Seit dem Veranlagungszeitraum 2011 sind Steuerpflichtige mit Gewinneinkünften verpflichtet, ihre Steuererklärungen elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Bei doppelter Buchführung sind außerdem die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung elektronisch als Datensatz zu übermitteln.‎

Besonderheiten für die Jahre 2019 bis 2024

Mit dem„Gesetz zur Verlängerung der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und des Anfechtungsschutzes für pandemiebedingte Stundungen sowie zur Verlängerung der Steuererklärungsfrist in beratenen Fällen und der zinsfreien Karenzzeit für den Veranlagungszeitraum 2019“ vom 15. Februar 2021 wurde in Fällen steuerliche Beratung die regulär mit Ablauf des Monats Februar 2021 endende Steuererklärungsfrist (§ 149 Abs. 3 AO) für den Besteuerungszeitraum 2019 um sechs Monate verlängert, soweit das Finanzamt keine vorzeitige Abgabe anordnet (§ 149 Abs. 4 AO).

Gleichzeitig wurde die – regulär 15-monatige – zinsfreie Karenzzeit des § 233a Abs. 2 Satz 1 AO für den Besteuerungszeitraum 2019 um sechs Monate verlängert. Sie beginnt erst am 1. ‎Oktober ‎‎2021.‎ Dies betrifft gleichermaßen Erstattungs- wie Nachzahlungszinsen.

Mit BMF-Schreiben vom 15. April 2021 äußerte sich die Finanzverwaltung zu Anwendungsfragen, insbesondere hinsichtlich der Festsetzung von Verspätungszuschlägen nach § 152 AO.

Angesichts der weiterhin andauernden, durch die Corona-Pandemie verursachten Ausnahmesituation wurden durch das „Gesetz zur Umsetzung der Anti-Steuervermeidungsrichtlinie“ (ATADUmsG) vom 25. Juni 2021 ‎außerdem die Erklärungsfristen in beratenen wie in nicht beratenen Fällen (§ 149 Abs. 2 und 3 AO) sowie die zinsfreien Karenzzeiten (§ 233a Absatz 2 Satz 1 und 2 AO) für den Besteuerungszeitraum 2020 um drei Monate verlängert.

Für nicht steuerlich Beratene endete die eigentliche Abgabefrist (31. Juli 2021) damit ausnahmsweise am 1. ‎November 2021, in Bayern und einigen Bundesländern feiertagsbedingt sogar einen ‎Tag später. In steuerlich beratenen Fällen verlängert sich die Abgabefrist ‎ausnahmsweise bis zum 31. Mai 2022. Die zinsfreie Karenzzeit – für Erstattungs- ‎wie Nachzahlungszinsen – beginnt ‎erst am 1. Juli 2022.‎

In einem BMF-Schreiben vom 20. Juli 2021 werden die sich hieraus ergebenden Anwendungsfragen beantwortet.

Durch das „Vierte Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Viertes Corona-Steuerhilfegesetz)“ ist die Frist zur Abgabe von Steuererklärungen 2020 in beratenen Fällen um weitere drei Monate, d. h. bis Ende August 2022, verlängert worden.

Hieran anknüpfend sind auch die Erklärungsfristen für 2021, 2022 und 2023 – auch für nicht beratene Steuerpflichtige – verlängert worden, jedoch in geringerem Umfang.

m Gesetzgebungsverfahren erfolgte insoweit eine zusätzliche Ausdehnung, die zum Teil (für beratene Fälle) noch den Besteuerungszeitraum 2024 erfasst. Damit gelten erst für 2025 (beratene Fälle) bzw. 2024 (nicht beratene Fälle) 2025 wieder die regulären Erklärungsfristen.

Dementsprechend wurden zudem die Fristen bei der zinsfreien Karenzzeit und für die Festsetzung von Verspätungszuschlägen verlängert.

Zu Anwendungsfragen zur (erneuten) Verlängerung der Steuererklärungsfristen und weiterer damit zusammenhängender Fristen und Termine für die Besteuerungszeiträume 2020 bis 2024 durch das Vierte Corona-Steuerhilfegesetz hat die Finanzverwaltung in einem BMF-Schreiben vom 23. Juni 2022 Stellung genommen.

In diesem Zusammenhang sind auch weitere Informationen in der Rubrik "Corona und Steuern" zusammengestellt (dort im Abschnitt Verlängerung von Steuererklärungsfristen und der zinsfreien Karenzzeit bzw. Viertes Corona-Steuerhilfegesetz).

Steuertermine und Schutz vor Steuerschulden

Bei Nichtbeachtung der Fristen von Steuererklärungen, Steueranmeldungen und Steuervoranmeldungen fallen Verspätungs- bzw. Säumniszuschläge an. Möglich sind zudem Zwangsgeld, Steuerschätzung und Zinsen.‎

Welche Fristen gelten und welche Möglichkeiten bestehen, wenn diese versäumt wurden, erläutert ein Merkblatt Steuerschulden. Ferner informiert es über die Vermeidung eines Vollstreckungsverfahrens und die Folgen einer Steuerschätzung.