Finanzierung von Startups

IHK-Vollversammlung Positionen zur Finanzierung von Startups

Am 15. März und 26. Juli 2017 verabschiedete die IHK-Vollversammlung Positionen zur Finanzierung von Startups. Diese beziehen sich auf die vier zentralen Finanzierungskategorien für Startups - Eigenkapital, Fremdkapital, Förderung und Umsatz. Die insgesamt 14 Forderungen umfassen unter anderem auch steuerlich relevante Punkte wie:

  • Steuerliche Berücksichtigung von Verlusten verbessern
  • Investments sofort steuerlich geltend machen
  • Keine Umsatzsteuer auf Verwaltungsleistungen bei Wagniskapitalfonds
    erheben
  • Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung einführen

Eigenkapital für Startups verbessern

Steuerliche Berücksichtigung von Verlusten verbessern

Verlustvorträge sind ein wichtiger Anreiz für Investoren. Es ist notwendig, die vielfachen Einschränkungen bei der steuerlichen Verlustverrechnung abzubauen.

Erfolgreiches Crowdfunding als Nachweis für die Marktfähigkeit der Produkte nutzen

Erfolgreiches Crowdfunding beweist Anhängerschaft im Markt. Diese Erfolge von Startups sollten unterstützt werden. Insgesamt sollte Crowdfunding durch Beratung, Anschlussfinanzierung und öffentliche Zuschussförderung gefördert werden.

  • Die Bayerische Landesregierung sollte konkrete Beratungsangebote für Crowdfunding Kampagnen öffentlich fördern.
  • Zur Anschlussfinanzierung könnte es vom öffentlichen Förderinstitut zugesagte Förderdarlehen zur Vervielfachung des eingesammelten Crowdfunding Kapitals geben.
  • Als öffentliche Zuschussförderung könnten die Crowdfunding Mittel aufgestockt werden, falls die Mittel längerfristig zur Verfügung gestellt werden.

Investments sofort steuerlich geltend machen

Startup-Investoren gehen ein erhebliches finanzielles Risiko ein. Ein steuerlicher Sofortabzug wäre ein hoher Anreiz. Gewinne werden dann versteuert, wenn sie entstehen.

Aufwendungen für Investments in junge, innovative Unternehmen sollten sofort steuerlich geltend gemacht werden können. Daher sollte ein steuerlicher Sofortabzüg für Investments in Startups möglich sein.

Investmentgrenzen für semi-professionelle Anläger gemäß EU-Vorgabe senken

Privatanleger sollten in Deutschland nicht stärker reguliert werden als es die EU verlangt.

Semi-professionelle Anleger sind private Anlger, die in Deutschland einen Mindestbetrag von 200.000 Euro investieren müssen. VC-Fonds, die den vereinfachten Kontrollregeln durch die BaFin unterliegen, dürfen nur solche Anleger aufnehmen. In der EUgilt für semi-professionelle Anleger jedoch eine untere Investmentgrenze von 100.000 Euro. Das heißt, Deutshcland verschärft als einziges EU-Land unnötig die Investmentvorgaben. Deshalb sollte die Grenze wie in der EU auf 100.000 Euro gesenkt werden, damit es mehr Investitionen in Startups gibt.

Semi-professionelle Investoren beim Zuschuss INVEST den Business Angels bzw. deren Beteiligungsgesellschaften gleichstellen

Der Zuschuss INVEST aktiviert mehr Business Angels als VC-Geber für die Startup-Phase. Doch auch für das Anwerben von Privatinvestoren in VC-Fonds braucht es mehr Anreize.

Großvolumige Anlagemöglichkeiten für institutionelle Anlieger schaffen

Versicherungen und Versorgungswerke sind wichtige Investorengruppen. Ihnen fehlen großvolumige Anlageoptionen. Diese gilt es einzurichten.

Keine Umsatzsteuer auf Verwaltungsleistungen bei Wagniskapitalfonds erheben

Die Besteuerung von Fondsverwaltungenf ührt zu Einsparungen beim Teamund weniger Investments. VC-Fonds wandern aus Deutschland ab. Deshalb sollte die Umsatzsteuerpflicht auf die Fondsverwaltung abgeschafft werden.

Die Regeln des EAF für Business Angels attraktiver gestalten.

Die wichtige Unterstützung des Risikokapitals durch den EAF (European Angel Fund) erreicht bisher nur wenige Investoren. Deshalb sollte die Akkreditierung einfacher werden.