Umsatzbesteuerung von Dienstleistungen

Dienstleistungen über die Grenze

Dienstleistungen werden umsatzsteuerlich anders behandelt als Warenlieferungen. Was gibt es zu beachten?

Grenzüberschreitender Dienstleistungsverkehr

Werden Dienstleistungen über die Grenze erbracht, stellt sich immer auch die Frage, wie die korrekte umsatzsteuerliche Behandlung der grenzüberschreitenden Leistungen aussieht. Hierbei spielt vor allem eine Rolle,

  • in welchem Land die erbrachte Leistung umsatzsteuerlich erfasst wird
  • und wie als Folge dessen die jeweilige Rechnungstellung auszusehen hat
  • wer die Bezahlung der Steuer übernimmt.

Bis Ende 2009 war die Rechtslage insoweit sehr komplex und durch eine Vielzahl von Ausnahmeregelungen gekennzeichnet. Zur Verbesserung dieser Situation wurde auf europäischer Ebene das sogenannte Mehrwertsteuerpaket 2010 verabschiedet, das von allen EU-Mitgliedstaaten bis Ende 2009 umgesetzt sein musste. Ab Januar 2010 wurden dann in Deutschland erhebliche Änderungen zur Ortsregelung eingeführt. Ein Merkblatt zum grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr gibt Ihnen einen Überblick über die Grundzüge der umsatzsteuerlichen Behandlung von Dienstleistungen, die an unternehmerische Leistungsempfänger erbracht werden.

Das Bundesfinanzministerium hat in einem Schreiben festgelegt, dass Dienstleistungen nun einen ausreichend direkten Zusammenhang mit einem Grundstück aufweisen müssen:

  • Die Dienstleistung muss mit einem ausdrücklich bestimmten Grundstück in Zusammenhang stehen,
  • und das Grundstück muss selbst Gegenstand der Dienstleistung sein. Dies ist u. a. dann der Fall, wenn ein ausdrücklich bestimmtes Grundstück als wesentlicher (= zentraler und unverzichtbarer) Bestandteil einer Dienstleistung anzusehen ist.
  • Ferner wurde explizit mit aufgenommen, welche Leistungen bei der Errichtung eines Windparks (insbesondere Offshore-Windparks) im Zusammenhang mit einem bestimmten Grundstück stehen und welche nicht.