Unseriöse Formulare, Rechnungen, Fake-Buchungen etc.

Unfaire Geschäftsmethoden

Was wir unfair finden: Hier finden Sie Infos über Adressbuchschwindel, Abofallen, Internetfallen und Co.

Übersicht

Vorsicht bei Zahlungsaufforderungen zu eingetragenen Schutzrechten

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Die IHK rät zur Vorsicht bei Zahlungsaufforderungen, die angeblich vom Deutschen Patent- und Markenamt DPMA kommen und zur Zahlung für eingetragene Schutzrechte auffordern. Zur Zeit kursieren gefälschte Schreiben mit dem Logo des DPMA, die angeblich von einer hochrangigen Mitarbeiterin der obersten Bundesbehörde unterschrieben sind. Diese gefälschten Schreiben fordern zu Zahlungen auf ein ausländisches Konto auf. Die Briefe, die per Post verschickt worden, weisen auf polnische Bankverbindungen hin.

Das DPMA ruft dazu auf, keinesfalls auf die Zahlungsaufforderungen einzugehen. Das Deutsche Patent- und Markenamt verschicke grundsätzlich keine Rechnungen oder Zahlungsaufforderungen für Anmelde- , Verlängerungs- und Jahresgebühren. Vom DPMA kommen Gebühreninformationen, für deren Überweisung der Empfänger verantwortlich sei. Überweisungen an das DPMA müssten zudem grundsätzlich auf das Konto der Bundeskasse gehen.

Mehr Infos gibt es beim DPMA.

Unseriöse Angebote, Formulare oder Rechnungen

Rechnungen von Gewerbezentrale

Immer wieder kursieren Rechnungen von einem Handels- und Gewerberegister, einem Gewerberegisterrat oder einer Gewerberfassungs-Zentrale.de, die Unternehmen zur Zahlung auffordern. Die IHK rät dringend, diese Schreiben ganz genau zu prüfen. Auch wenn die Absender offiziell klingen, handelt es sich nicht selten um Abzocke.

Die Formulare tragen nicht nur offiziell klingende Namen, sie tragen sogar Bundesinsignien wie Adler und Bundesfarben. Nur wer ganz genau hinsieht, dem fällt auf, dass die anhängenden vorausgefüllten Überweisungsträger BICs und IBANs nennen, die nach Bulgarien führen! "BG" /"BU". Prüfen Sie also genau bevor Sie überweisen, und klären Sie die Echtheit der Rechnungen, beispielsweise beim echten Handelsregister http://www.handelsregisterbekanntmachungen.de/

Adressbuchschwindel

Jedes Jahr entsteht der Wirtschaft ein beträchtlicher Schaden durch den sog. Adressbuchschwindel. Unternehmern wird ein rechnungsähnliches Formular übersendet, das suggeriert, dass weitere (kostenpflichtige!) Eintragungen in vermeintlich offizielle Register, Datenbanken oder auch gedruckte Adressverzeichnisse notwendig seien. Die Kosten liegen dabei meist im Bereich von 300 bis 900 Euro.

Dubiose Rechnungen

Auch wer Post per Nachnahme bekommt, die aussieht, als käme sie vom Handelsregister, sollte auf der Hut sein. Das Handelsregister verschickt nämlich auf keinen Fall Gründerbriefe, die per Nachnahme beglichen werden müssen.

Ebenso rät die IHK zu besonderer Vorsicht bei Rechnungen, bei denen durch die Verwendung sonst für Ämter und Behörden üblicher Gestaltungs- (Farben und Embleme) und Namenselemente der Eindruck einer bestehenden Zahlungsverpflichtung besteht. Wer überweist, schließt im Kleingedruckten oft auch noch einen kostenintensiven Vertrag mit langer Laufzeit ab, mahnt die IHK. Deshalb: Alle Rechnungen genau prüfen, ehe man zum Überweisungsformular greift - gerade wenn die Zahlung dringend angemahnt wird.
Allein die zivil- und strafrechtliche Verfolgung vermag es nicht, den betrügerischen Machenschaften dieser Firmen ein Ende zu bereiten, da es sich häufig um Unternehmen mit Briefkastenadressen oder aber mit Sitz im Ausland handelt. Stattdessen ist Aufklärung der Unternehmer erforderlich, damit sie gar nicht erst Opfer dieser unseriösen Firmen werden. Das Merkblatt der IHK gibt einen Überblick über die Methoden der sog. „Adressbuchschwindler“ sowie Hinweise, wie Betroffene reagieren können.

Praxistipps:

Wie kann man es vermeiden, in die Falle unseriöser Anbieter von Adressbüchern und Registereinträgen zu tappen?

  • Misstrauisch sein
  • Vor dem Unterschreiben genau lesen
  • Sich nicht von offiziell klingenden Begriffen beeindrucken lassen
  • Formulare ohne eindeutigen Absender ignorieren.

Mehr Hinweise finden Sie im Flyer "Abzocke".

Betrug mit angeblich geänderter Bankverbindung

Businessman Using Telephone Corresopndence E-mail Concept
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Sie erhalten von Ihren Auftragnehmern Rechnungen per E-Mail? Dann müssen Sie jetzt besondere Vorsicht walten lassen. Denn es tauchen immer öfter E-Mails auf, in denen vermeintliche Rechnungssteller mitteilen, ihre Bankverbindung habe sich geändert. Wenn dann das Geld auf das angeblich neue Konto überwiesen wird, landet es beim Betrüger.

Wie funktioniert die Masche?

Die Kriminellen „hacken“ sich auf einen der beteiligten E-Mail-Server ein, fangen die relevanten E-Mails ab und verändern die Inhalte ganz oder teilweise. So gaukeln sie den Kunden eine E-Mail vom Rechnungssteller vor, aus der hervorgeht, dass sich dessen Bankverbindung geändert habe. Auf diese Weise manipulieren die Täter auch bei andauerndem E-Mail-Verkehr die Kommunikation so, dass bei Rückfragen per E-Mail der Betrug zunächst unentdeckt bleibt.

Was können Sie tun, um sich zu schützen?

  • Überprüfen Sie E-Mails mit Rechnungen sorgfältig auf den richtigen Absender und die korrekte Schreibweise der E-Mail Domain.
  • Prüfen Sie bei verdächtigen E-Mails die vorliegenden Informationen über einen zweiten Kommunikationskanal. Nutzen Sie anstatt E-Mail hierzu z.B. das Telefon (und zwar über die eigenen, bereits vorhandenen Kontaktdaten).
  • Weisen Sie in Ihrer geschäftlichen E-Mail-Signatur hin, dass Sie eine Änderung der Bankverbindung nicht per E-Mail mitteilen würden.

Was tun, wenn etwas passiert ist?

  • Informieren Sie sofort Ihre Hausbank.
  • Wenden Sie sich an Zentrale Ansprechstelle Cybercrime - ZAC beim bayerischen Landeskriminalamt (Tel.: +49 89 1212-3300, zac@polizei.bayern.de).

Fake-Buchungen und gefälschte Waren-Bestellungen

Genau hinschauen sollten Unternehmen auch bei scheinbar lukrativen Kunden-Aufträgen oder -bestellungen und bei größeren Buchungen/Reservierungen in Hotels oder Restaurants. Auch hier gibt es unseriöse Geschäftsmodelle, die auf Betrug ausgerichtet sind.

Beispiele:

  • Fake-Buchungen: Hotels oder Restaurants erhalten Reservierungen von größeren Gruppen, mit denen sie weitgehend ausgelastet wären. Teilweise kommen die Bestellungen über Buchungs-Portale. Am Ende erscheinen die Gäste aber nicht, es erfolgt auch keine Bezahlung. Die reservierenden Personen sind dann auch nicht mehr erreichbar, Namen und Kontaktdaten waren gefälscht.
  • Gefälschte Waren-Bestellungen: Hersteller oder Händler erhalten eine große Waren-Bestellung. Wird die Ware verschickt, erfolgt keine Bezahlung. Der Besteller ist nicht mehr erreichbar, Name und Kontaktdaten sind gefälscht und die Ware ist nicht mehr auffindbar.

Was können Sie tun, um sich zu schützen - wie erkennt man unseriöse Anfragen?

  • Identität des Bestellers genau prüfen:
    • Sind Name und Firmenstempel plausibel (falls bekanntes Unternehmen: passen sie zum "Original"),
    • ist Firmenanschrift und Lieferadresse plausibel (existiert die Adresse, kann es eine Unternehmensanschrift sein oder sitzt z.B. ein vermeintliches Großunternehmen in Wohngebiet? - Recherche über google Maps o.ä.)
    • Kontodaten des Bestellers prüfen (wenn vorhanden)
  • Kreditkartendaten prüfen: bei Hotels/Restaurants (z.B. bei Raumreservierungen/größeren Gruppen): Kreditkartendaten hinterlegen lassen und diese überprüfen
  • Auffälligkeiten in der Bestellung prüfen (im Text, in mitgeschickten Formularen etc.) z.B. auf sprachliche Fehler, Mischung verschiedener Sprachen (so etwas ist z.B. für Großkonzerne eher ungewöhnlich)
  • Sonstige Auffälligkeiten im weiteren Geschäftskontakt wie plötzliche Änderungen der Lieferadresse o.ä. oder ungewöhnliche "Fehler" (So wurde z.B. der bei der ersten Bestellung gewährte Rabatt vom Kunden bzw. dessen Einkäufer nicht mit abgezogen (so etwas passiert professionellen Einkäufern in der Regel nicht)?
  • Im Internet Recherchen über das Unternehmen anstellen

Hinweis

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesen Hinweisen um einen allgemeinen Überblick handelt, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und eine rechtliche Beratung im Einzelfall durch einen Rechtsanwalt nicht ersetzt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben können wir daher keine Haftung übernehmen. Eine abschließende Rechtsberatung im Einzelfall ist allein der Rechtsanwaltschaft vorbehalten.