IHK Ratgeber

Finanzierung & Förderung für Gründer ‎entdecken

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Eine gute Geschäftsidee reicht für eine Unternehmensgründung nicht aus. Gründer benötigen meist auch Startkapital. Reicht das Eigenkapital nicht aus, können Existenzgründer Finanzierungen und Fördermittel erhalten. Bund, Land und die Europäische Union bieten Unternehmensgründern entsprechende Unterstützung. Insgesamt stehen über 2.000 Fördertöpfe zur Wahl. Es handelt sich um nicht rückzahlbare Zuschüsse, vergünstigte Förderkredite sowie Bürgschaften bei fehlenden Sicherheiten. In seltenen Fällen nutzen Gründer auch Beteiligungs- und Risikokapital, um ihren Traum zu verwirklichen.

Inhalt

Öffentliche Fördermittel zur Existenzgründung

Als Finanzierung und Förderung für Gründer sind insbesondere die Förderprogramme des Bundes und der einzelnen Länder sehr interessant. Der Staat stellt vier verschiedene Arten derFinanzierung und Förderung für Gründer bereit. Das sind:

  • Zuschüsse für Gründer: Zuschüsse haben den Vorteil, dass Sie das Geld nicht zurückzahlen müssen.
  • Förderkredite: Diese funktionieren im Prinzip wie jeder Kredit von der Hausbank. Allerdings bieten Förderkredite erheblich günstigere Konditionen als klassische Bankkredite. Daher fällt das Gründen mit einem Förderkredit meist leichter, auch wenn Sie das Darlehen mit Zinsen zurückzahlen müssen.
  • Bürgschaften: Viele Existenzgründer verfügen nicht über die nötigen Sicherheiten für einen Kredit. Hier springt der Staat mit einer Bürgschaft ein und erhöht so die Chancen auf eine Bewilligung des Förderkredits.
  • Beteiligungs- und Risikokapital: Diese Form der Unternehmensförderung ist besonders bei Gründern selten anzutreffen. Aber der Staat unterhält Programme, die für Beteiligungs- und Risikokapital auch für Gründungen sorgen.

1. Zuschüsse für Gründer

Geld vom Staat, das nicht zurückgezahlt werden muss, ist die ideale Finanzierung und Förderung für Gründer. Allerdings sollten Sie wissen, dass die Zuschüsse nur anteilig bzw. in geringerer Höhe gewährt werden als z.B. Förderkredite. Zudem ist die Verwendung der Gelder vorgeschrieben, denn Zuschüsse werden nur zweckgebunden gewährt. Daher können sie nur einen Teil der Finanzierung für die Gründungsidee ausmachen.

Zu den bekanntesten Zuschüssen zur Finanzierung und Förderung für Gründer zählen folgende:

  • Gründungszuschuss: Ihn erhalten unter bestimmten Voraussetzungen Empfänger von Arbeitslosengeld 1, die sich selbstständig machen. Der Zuschuss wird in zwei Phasen über insgesamt 15 Monate gewährt, um die Lebenshaltungskosten in der Anfangsphase zu sichern.
  • Zuschüsse zur Gründungsberatung: Bereits vor der Gründung müssen Sie viele wichtige Entscheidungen treffen. Welche Rechtsform soll das Unternehmen haben? Wie erstelle ich einen Businessplan. Wie steht es um Steuern und Buchhaltung? Mit den Zuschüssen nehmen Sie die Dienste eines Gründungsberaters in Anspruch, der Sie unterstützt und Ihnen auch bei der Beantragung von Fördermitteln behilflich sein kann.
  • Zuschüsse für Hochschulabsolventen: Immer mehr Hochschulabsolventen streben nach dem Abschluss in die Selbstständigkeit. Spezielle Zuschüsse zur Finanzierung und Förderung wie das Gründerstipendium erleichtern den Schritt zum Unternehmer.

Tipp: Lassen Sie sich frühzeitig beraten, um sich den gewünschten Zuschuss zu sichern. Auf den Gründungszuschuss besteht beispielsweise kein Rechtsanspruch. Sie müssen überzeugend auftreten und Ihre Idee präsentieren, um erfolgreich zu sein.

2. Förderkredite für Gründer und Unternehmer

Geschäftsbanken vergeben oft keine Kredite an Gründer. Sie schätzen das Risiko eines Zahlungsausfalls als zu hoch ein, zumal häufig das nötige Eigenkapital und Sicherheiten fehlen. Zudem sind die wenigsten Banken an Kleinstkrediten für Gründer (sogenannte Mikrokredite) interessiert. Denn der Prüfaufwand ist ebenso so hoch wie für größere Summen, aber der zu erwartende Gewinn fällt zu gering aus.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als größte Förderbank im Bund bietet als Finanzierung und Förderung für Gründer Gründerkredite an; auch die Förderbanken der Länder unterstützen Unternehmensgründer mit günstigen, geförderten Krediten. Förderkredite bieten besonders günstige Konditionen: Niedrige Zinsen und häufig tilgungsfreie Anfangsphasen helfen Ihnen, die finanzielle Belastung zu tragen, und schonen die Liquidität Ihres jungen Unternehmens.

Wichtig: Förderkredite beantragen Sie über Ihre Hausbank (sog. Hausbankprinzip), und zwar, bevor Sie die zu fördernde Maßnahme beginnen (sog. Vorbeginnklausel)!

3. Bürgschaften gleichen fehlende Sicherheiten aus

Als Gründer können Sie nicht auf die Umsatz- und Wachstumszahlen Ihres noch jungen Unternehmens verweisen und verfügen meist nicht über ausreichendes betriebliches Vermögen. Deshalb bestehen Banken darauf, dass Sie für einen Förderkredit private Sicherheiten bieten. Können Sie das nicht, wenden Sie sich über Ihre Hausbank an eine Bürgschaftsbank, wenn Sie einen geförderten Kredit beantragen. Hier erhalten Existenzgründer, Unternehmer und Freiberufler zur Finanzierung und Förderung für Gründer eine Bürgschaft, um den Kredit abzusichern. Tipp: Haben Sie noch keine Hausbank für Ihr Unternehmen, nutzen Sie das Programm „Bürgschaft ohne Bank“ der Bürgschaftsbank Bayern.

4. Beteiligungs- und Risikokapital

Startups verfolgen meist ein sehr risikoreiches Geschäftsmodell. Daher kommen Förderkredite zur Finanzierung und Förderung für Gründer weniger infrage. Anders als in anderen Ländern gibt es in Deutschland auch kaum private Geldgeber wie Venture-Kapitalgeber und Business Angels. Deshalb hilft an dieser Stelle der Staat. Von den Förderprogrammen, die helfen, dass Gründer das erforderliche Eigenkapital aufbringen können, ist der High-Tech Gründerfonds (HTGF) der bedeutendste. Auch die Förderbanken der Länder bieten entsprechende Programme. Diese Lösung ist in der Regel günstiger, als um Geld von privaten Investoren zu werben.

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Fördermittel in jeder Unternehmensphase

Nicht nur zur Finanzierung und Förderung für Gründer stehen Fördermittel bereit. Es gibt für jede Phase eines Unternehmens das passende Förderprogramm.

Für folgende Meilensteine im Lebenszyklus einer Firma gibt es Fördermöglichkeiten:

  • Darlehen und Zuschüsse für Existenzgründer: Mit diesen Programmen wird die Zeit kurz vor und nach der eigentlichen Gründung gefördert.
  • Fördermittel für die Wachstumsphase: Hier soll die Förderung die nötigen Investitionen und Entwicklungskosten für Produkte oder Dienstleistungen abdecken.
  • Förderungen für Gründer in der Krise: Jungunternehmen in Krisenzeiten wird gezielt geholfen. Fördermittel für Nachfolgeregelungen: Eine Existenzgründung muss nicht immer eine Neugründung sein. Sie können auch ein bestehendes Unternehmen übernehmen, weiterführen und modernisieren. Dazu sind ebenfalls Fördermöglichkeiten erhältlich.
  • Förderprogramme für besondere Vorhaben: Auch für bestimmte Anliegen wie z. B. eine verbesserte Energieeffizienz gibt es Finanzierung und Förderung für Gründer.

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Welche Förderprogramme auf bayerischer Ebene können eingesetzt werden?

EmpfängerNameFördererArt der Förderung
Existenzgründer
Unternehmensnachfolger
Unternehmenseinsteiger mit Geschäftsführerbefugnis (mind. 15% Beteiligung)
Vorgründungs- und NachfolgecoachingDurchgeführt von den bayerischen Industrie- und Handelskammern, Förderung durch das Bayerische Wirtschaftsministerium und ESF-KofinanzierungZuschuss zu einer Beratung
Unternehmen der Industrie, des Handwerks, des Handels, des Tourismus sowie des sonstigen DienstleistungsgewerbesBayerische regionale Förderprogramme / RegionalkreditFreistaat Bayern (über LfA Förderbank Bayern)Zuschuss, Darlehen
Alle Arten von Ärzten, Psychotherapeuten und Psychiaterin in BayernFörderung der Niederlassung von Ärzten und Psychotherapeuten im ländlichen RaumFreistaat Bayern (über Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)Zuschuss
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)diverse Programme zur Förderung von Innovationen, technologiespezifische FörderprogrammeBayerisches Wirtschaftsministerium u.a.Zuschuss, ggf. auch Darleheen
KMU, Angehörige freier Berufe sowie natürliche Personen, die eine Voll- oder Nebenerwerbsexistenz gründenStartkreditLfA Förderbank BayernDarlehen ggf. mit Haftungsfreistellung
KMU und Angehörige freier BerufeInvestivkredit (Wachstum)LfA Förderbank BayernDarlehen ggf. mit Haftungsfreistellung
Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit einem Jahresumsatz bis 500 Mio. Euro und Angehörige der Freien BerufeUniversalkredit ( Gründung, Wachstum)LfA Förderbank BayernDarlehen ggf. mit Haftungsfreistellung
Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
Angehörige der Freien Berufe
InnovationLfA Förderbank BayernDarlehen ggf. mit Haftungsfreistellung
Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
Angehörige der Freien Berufe
Energie & UmweltLfA Förderbank BayernDarlehen ggf. mit Haftungsfreistellung
Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
Angehörige der Freien Berufe
Produktions- und bsatzgenossenschaften
Natürliche Personen, die eine tragfähige Vollexistenz gründen
Bürgschaften der LfALfA Förderbank BayernBürgschaft
KMU der Branchen Handel, Handwerk, Hotel- und Gastgewerbe sowie GartenbauBürgschaften der Bürgschaftsbank BayernBürgschaftsbank Bayern GmbHBürgschaft
Kleine und mittlere Handwerksbetriebe mit Firmensitz bzw. Investitionsort in Niederbayern und der OberpfalzBürgschaften der Bürgschaftsbank Bayern - Sonderprogramm BBBfitBürgschaftsbank Bayern GmbHBürgschaft
KMU der gewerblichen Wirtschaft und des Gartenbaus, die mindestens 5 Jahre alt sindKombiprodukt Bürgschaft und BeteiligungBürgschaftsbank Bayern GmbH und Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH (Bay BG)Bürgschaft, Beteiligung
Mittelständische Unternehmen aller BranchenBeteiligungskapital der BayBGBayerische Beteiligungsgesellschaft mbH (Bay BG)Bürgschaft
Existenzgründer (inc. Betriebsübernahmen) im Bereich der gewerblichen Wirtschaft
gewerbliche Unternehmen in der Existenzfestigungsphase
Beteiligungskapital für ExistenzgründerBayerische Beteiligungsgesellschaft mbH (Bay BG)Bürgschaft
Etablierte Handwerks, Handels- und Gewerbebetriebe, die seit mind. 5 Jahren bestehen mit einem Jahresumatz von max 5 Mio. EuroKapital für Handwerk, Handel und GewerbeBayerische Beteiligungsgesellschaft mbH (Bay BG)Bürgschaft
Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, die ihren unternehmerischen Fokus auf High Tech-Produkte oder -Dienstleistungen richtenBeteiligungskapital der BayernKapitalBayern Kapital GmbHBürgschaft

Welche Förderprogramme auf Bundesebene können eingesetzt werden?

EmpfängerNameFördererArt der Förderung
KMU der gewerblichen Wirtschaft und Angehörige der Freien Berufe gemäß KMU-Definition der EU mit Sitz und Geschäftsbetrieb oder eine Zweigniederlassung in DeutschlandDiverse Programme zur Förderung von Innovationen, technologiespezifische Förderprogramme, BeratungsprogrammeBundeswirtschaftsministerium (BMWi)Zuschuss
Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU)ERP-Gründerkredit - StartGeldKfW BankengruppeDarlehen
Existenzgründer (auch Freie Berufe)
Unternehmensnachfolger
junge mittelständische Unternehmen (KMU)
ERP-Gründerkredit - UniversellKfW BankengruppeDarlehen
Existenzgründer (auch Freie Berufe)
Unternehmensnachfolger
junge mittelständische Unternehmen (KMU)
ERP-Kapital für GründungKfW BankengruppeNachrangdarlehen
Mittelständische Unternehmen und Freiberufler, die seit mindestens 2 Jahren am Markt sindInnovation & DigitalisierungKfW BankengruppeDarlehen
KMU der gewerblichen Wirtschaft und Angehörige der Freien BerufeEnergie & UmweltKfW BankengruppeDarlehen, ggf. mit Zuschuss
In- und ausländische Unternehmen sowie Freiberufler, die seit mindestens 5 Jahren am Markt aktiv sindErweitern & FestigenKfW BankengruppeDarlehen
Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland mit einem Gruppenumsatz bis zu 50 Mio. EurERP BeteiligungsprogrammKfW BankengruppeBeteiligung

So gehen Sie vor, wenn Sie als Gründer öffentliche ‎Fördermittel beantragen möchten

Auf den ersten Blick erscheint der Zugang zur Finanzierung und Förderung für Gründer aufwendig und unübersichtlich. Tatsächlich stellen sich die Hürden für den Antrag auf Fördermittel als durchaus überwindbar dar – in vier einfachen Schritten gelangen Sie zum Ziel.

Schritt 1: Förderungshöhe bestimmen

Überlegen Sie, wofür Sie die Fördermittel benötigen, und berechnen Sie Ihren Kapitalbedarf möglichst genau. Bevor Sie den nächsten Schritt machen, sollten Sie die nötige Förderungshöhe und den Verwendungszweck genau definiert haben.

Schritt 2: Recherche über geeignete Förderprogramme

Wie oben dargestellt, werden Förderprogramme für verschiedene Phasen der Unternehmensgründung und für verschiedene Verwendungszwecke aufgelegt. Sie können über diese Angebote z. B. Mitarbeiter einstellen, Investitionen tätigen oder Ihren Beratungsbedarf decken. Besonders wichtig für die Auswahl des passenden Förderprogramms sind u. a. folgende Punkte:

  • Phase der Gründung
  • Größe und Struktur des Unternehmens
  • Standort
  • Verwendungszweck
  • Art der Förderung, z.B. Zuschuss oder Förderkredit

Mithilfe von Fördermitteldatenbanken oder in einer Fördermittelberatung ermitteln Sie geeignete Programme und Angebote.

Schritt 3: Voraussetzungen prüfen

Haben Sie die möglichen Geldgeber eingegrenzt, prüfen Sie, welche Voraussetzungen für die einzelnen Programme gelten. So verfeinern Sie die Auswahl weiter und finden die Fördermittel, die für Ihr Unternehmen infrage kommen. Ermitteln Sie auch, auf welchem Weg Sie den Förderantrag stellen müssen.

Tipp: Einige Fördermittel können Sie kombinieren. Lassen Sie sich fachkundig, z. B. von Ihrer IHK für München und Oberbayern, beraten.

Schritt 4: Fördermittelantrag stellen

Stellen Sie nun die Unterlagen für den Antrag auf Zuschüsse oder einen Förderkredit zusammen. Arbeiten Sie sorgfältig und prüfen Sie alle Angaben genau. Von diesem Antrag hängt die Finanzierung Ihres Traums von der Unternehmensgründung ab.

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Zuschüsse: Was ist eine Innovationsförderung?‎

Nicht jedes Unternehmen kann kurz nach der Gründung ein fertiges Produkt produzieren und auf den Markt bringen. Gerade für innovative Technologielösungen sind oft Jahre der Forschung und Entwicklung nötig. In dieser Phase entstehen Jungunternehmen Kosten, denen keine Einnahmen gegenüberstehen. Somit ist eine Gründung ohne ausreichende Rücklagen für die Finanzierung nicht möglich. Allerdings verfügen die wenigsten Gründer über ein entsprechend großes finanzielles Polster. An dieser Stelle kommt die Innovationsförderung ins Spiel. Über den Bund und den Freistaat Bayern gibt es verschiedene Förderprogramme, die innovative Gründer unterstützen. Dazu gelten unter anderem folgende Vorgaben:

  • Grundlagenforschung
  • Angewandte Forschung
  • Experimentelle Entwicklung

Hinweis: Forschungen, die nur dazu dienen, bestehende gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, sind nicht förderfähig.

Soll Ihr geplantes Unternehmen in einem der drei genannten Bereiche aktiv werden, ist eine Innovationsförderung möglich. Weitere Informationen finden Sie in unserem Innovationsratgeber oder bei unserer Fördersprechstunde.

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Zuschüsse: Was ist ein Innovationsgutschein?‎

Für kleine Unternehmen oder Handwerksbetriebe sind Innovationen oft nur schwer umzusetzen. Es fehlt am passenden Personal und am nötigen Kapital, um einzelne Konstruktions- und Planungsleistungen an externe Dienstleister zu vergeben. Hier setzt der Innovationsgutschein als Finanzierung und Förderung für Gründer an. Er unterstützt kleine Unternehmen dabei, Innovationen zu verwirklichen und aus einer Idee eine große Entwicklung zu machen. Schließlich entstehen viele herausragende Ideen und Innovationen in der täglichen Praxis. Um dieses Potenzial zu nutzen, bietet das Land Bayern zwei Formen des Innovationsgutscheins an.

  • Innovationsgutschein Standard: Der Gutschein unterstützt innovative technische und technologische Entwicklungen in den Bereichen neue Produkte, Produktionsverfahren und Dienstleistungen oder die Verbesserung bereits bestehender technologischer Lösungen in diesen Bereichen. Der Förderbedarf muss minimal 4.000 Euro betragen und darf 30.000 Euro nicht übersteigen.
  • Innovationsgutschein Spezial: Das Land führt Unternehmer an weitere Förderprogramme heran und ermöglicht die Umsetzung wirtschaftlich riskanterer Innovationen und die Beauftragung externer Dienstleister. Förderfähig sind Beträge zwischen 30.000 und 80.000 Euro.

Mit einem Innovationsgutschein erhalten Unternehmen einen Zuschuss von 40 % zu ihren Aufwendungen. Liegt Ihr Betrieb in einer Region mit besonderem Handlungsbedarf, beschäftigen Sie weniger als 10 Mitarbeiter oder vergeben Sie den Auftrag an eine Hochschule, steigt der Fördersatz um jeweils 10 %. Der maximale Zuschuss ist auf 60 % begrenzt. Sie dürfen den Innovationsgutschein z. B. für folgende externe Dienstleistungen nutzen:

  • Konstruktionsleistungen
  • Bau von Prototypen
  • Studien und Konzepterstellung für Fertigungstechniken

Tipp: Nutzen Sie vor der Antragsstellung die telefonische Beratung unter der Rufnummer 0800 0268724.

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Zuschüsse: Was ist der Digitalbonus?‎

Die Digitalisierung ist die Technik der Zukunft und sichert die Wettbewerbsfähigkeit. Aber gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderung. Sie sind auf digitale Lösungen im Betrieb angewiesen, es fehlen ihnen jedoch die Mittel und das Know-how für die Umsetzung. Hier setzt der Digitalbonus an. Der Freistaat Bayern unterstützt die Digitalisierung von Unternehmen durch Hard- und Software sowie Verbesserungen bei der IT-Sicherheit.

  • Digitalbonus Standard: bis zu 10.000 Euro Zuschuss für Verbesserungen bei der Digitalisierung
  • Digitalbonus Plus: bis zu 50.000 Euro Zuschuss für Maßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt

Das Förderprogramm Digitalbonus läuft bis zum 31. Dezember 2020. Mehr Infos zum Digitalbonus,

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Zuschüsse: Was ist eine BAFA-Förderung?‎

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt die Finanzierung und Förderung für Gründer. Das Programm dient der „Förderung unternehmerischen Know-hows“. Antragsberechtigt sind folgende Gruppen:

  • Unternehmen, die seit maximal zwei Jahren bestehen
  • Unternehmen, die länger als drei Jahre bestehen
  • Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Gefördert werden allgemeine und spezielle Beratungen. Auf Antrag gewährt das BAFA einen Zuschuss in Höhe von maximal 80 % bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von maximal 4.000 Euro. Der höchste förderfähige Betrag und der Fördersatz richten sich nach dem Sitz und dem Alter Ihres Unternehmens. Der Zuschuss ist zweckgebunden und kann unter anderem für folgende Zwecke verwendet werden:

  • wirtschaftliche, personelle und organisatorische Beratung zur Unternehmensführung
  • Beratung von von Frauen geführten Unternehmen
  • Beratung zur Personalgewinnung
  • Beratung zur Beschäftigung von Migranten
  • Beratung zur Arbeitsgestaltung bei Mitarbeitern mit Behinderung


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Zuschüsse: Gibt es Vorgründungs- und Nachfolgecoachings und ‎was wird gefördert?‎

Eine weitere Förderung gezielt für Beratungsleistungen stellt das Vorgründungs- und Nachfolgecoaching dar. Wenn Sie ein Unternehmen gründen oder übernehmen möchten, erhalten Sie auf Antrag einen Zuschuss in Höhe von 70 % zum Beraterhonorar. Es werden bis zu je acht Stunden Beratung an maximal zehn Tagen zu einem Tageshöchstsatz von 800 Euro gefördert. Detaillierte Informationen finden Sie hier und im IHK-Merkblatt Vorgründungs- und Nachfolgecoaching Bayern.

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Zuschüsse: Finanzierung und Förderung für Gründer in ‎Arbeitslosigkeit

Der Schritt in die Selbstständigkeit kann einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit bieten. Empfänger von Arbeitslosengeld 1 haben die Möglichkeit, den sogenannten Gründungszuschuss zu beantragen. Für diese Finanzierung und Förderung für Gründer gelten folgende Voraussetzungen:

  • Sie haben mindestens einen Tag Arbeitslosengeld 1 bezogen.
  • Es besteht ein Restanspruch auf Arbeitslosengeld 1 von mindestens 150 Tagen.
  • Eine sachkundige Stelle hat Ihre Geschäftsidee und den Businessplan als tragfähig eingestuft.
  • Sie gründen hauptberuflich.
  • Ihr Sachbearbeiter befürwortet die Selbstständigkeit; ein Rechtsanspruch auf die Gewährung eines Gründungszuschusses besteht nicht.

Wird Ihr Antrag auf den Gründungszuschuss bewilligt, erhalten Sie sechs Monate lang weiterhin Arbeitslosengeld und dazu monatlich 300 Euro Zuschuss für Ihre Sozialversicherungsausgaben. In der zweiten Phase erhalten Sie neun Monate lang monatlich 300 Euro für Ihre Sozialversicherungen.

Empfänger von Arbeitslosengeld 2 können zur Finanzierung und Förderung für Gründer das sogenannte Einstiegsgeld und ähnliche Förderungen beantragen. Weitere Informationen zur Finanzierung und Förderung für Gründer in Arbeitslosigkeit erhalten Sie hier. Mehr Infos zur Gründung aus der Arbeitslosigkeit.

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Kredite: Welche Voraussetzungen müssen Sie für einen ‎Förderkredit erfüllen?‎

Selbstständige Unternehmer haben es oft schwer, einen Kredit zu erhalten. Denn für Kreditinstitute sind Selbstständige keine attraktive Zielgruppe, da das Ausfallrisiko für ein Darlehen als hoch eingestuft wird. Zudem gibt es für die Bonitätsprüfung bei Selbstständigen kein standardisiertes Verfahren, wie bei Konsumentenkrediten üblich. Das führt dazu, dass die Konditionen der Anbieter stark schwanken. Generell zahlen Selbstständige deutlich höhere Zinsen als Angestellte.

Unter folgenden Voraussetzungen gewähren Banken Selbstständigen einen Kredit:

  • betriebswirtschaftliche Auswertung von mehreren Jahren rückwirkend
  • durchschnittliches Einkommen angemessen zur Höhe des Darlehens
  • mehrere Jahre erfolgreiche selbstständige Tätigkeit/Unternehmensführung
  • Sicherheiten oder Bürgschaften zur Kreditsicherung

Sie sehen, für Gründer ist es kaum möglich, ein normales Darlehen zu erhalten. Das funktioniert nur, wenn Sie ausreichende Sicherheiten wie z. B. eine unbelastete Immobilie bieten können. Zudem lehnen viele Banken die Vergabe von Mikrokrediten an Selbstständige wegen des unverhältnismäßig hohen Prüfaufwands ab.

Förderkredite sind leichter zu erhalten

Förderbanken wie die KfW stellen niedrigere Anforderungen an das Einkommen und die Sicherheiten. Daher bieten deren Programme eine gute Möglichkeit zur Förderung und Finanzierung für Gründer. Ein typisches Beispiel ist der KfW-Kredit 067 „ERP-Gründerkredit Startgeld“. Hier ist die Vollfinanzierung Ihrer Unternehmensgründung ohne Eigenkapital möglich. Der maximale Kreditbetrag liegt bei 100.000 Euro, 80 % der Darlehenssumme werden über eine Garantie der EU abgesichert. Zudem profitieren Sie von einem tilgungsfreien Anfangsjahr und vergünstigten Zinsen.

Tipp: Auch bei Förderkrediten ist Eigenkapital empfehlenswert und wirkt sich bei der Hausbank positiv auf die Beurteilung Ihrer Bonität aus.

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Kredite: Wie fördert die LfA Unternehmensgründer?‎

Die LfA Förderbank Bayern unterstützt die Finanzierung und Förderung für Gründer, die ihr Vorhaben in Bayern umsetzen wollen, durch ein LfA-Darlehen oder einen LfA-Zuschuss. Zu den Vorteilen zählen:

  • Finanzierung zu einem günstigen Zinssatz
  • Laufzeit bis zu zwölf Jahre mit fest vereinbartem Zins
  • Kombination mit weiteren Fördermitteln möglich
  • Haftungsfreistellung bei fehlenden Sicherheiten
  • Vollfinanzierung möglich
  • auch für die nebenberufliche Gründung

Für eine Beantragung wenden Sie sich regelmäßig an Ihre Hausbank bzw. einen Finanzierungspartner am besten vor Ort.

Tipp: Die LfA bietet Gründern eine kostenlose Finanzierungsberatung an. Vereinbaren Sie gleich einen Termin: Hier Anmeldung zur Fördersprechstunde der LfA

Die wichtigsten Programme der LfA:

Startkredit:

  • Zielgruppe sind Gründer, kleiner und mittlerer gewerblicher Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel, Straßenverkehr, Hotel- und Gaststätten- und sonstigem Dienstleistungsgewerbe sowie Angehörige freier Berufe.
  • Mit dem Darlehen können bis zu 100 % der förderfähigen Investitionen finanziert werden.
  • Der Startkredit bietet im Vergleich zum Marktzins deutlich günstigere Konditionen (zinsverbilligt aus Haushaltsmitteln des Freistaats Bayern; zinsgünstig refinanziert aus dem KfW-Gründerkredit-Universell der KfW Bankengruppe sowie der LfA).
  • Kurze und lange Laufzeiten mit Tilgungsfreijahren gemäß Konditionenübersicht.
  • Zur Finanzierung von Gründungsvorhaben mit einem Investitionsvolumen ab 10.000 EUR.
  • Der Antrag wird über die Hausbank an die LfA gestellt.

Universalkredit:

  • Zielgruppe sind Gründer gewerblicher Unternehmen sowie Freiberufler.
  • Die Zinsen für den Universalkredit liegen im unteren Bereich der marktüblichen Sätze.
  • Kurze und lange Laufzeiten mit Tilgungsfreijahren gemäß Konditionenübersicht.
  • Als Ergänzung zum Startkredit oder als Alternative.
  • Der Antrag wird über die Hausbank an die LfA gestellt.

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Kredite: Wie fördert die KfW Unternehmensgründer?‎

Die KfW bietet zur Finanzierung und Förderung für Gründer bundesweit verschiedene Förderprogramme an. Auch hier gilt: die Kredite beantragen Sie nicht direkt bei der KfW: wenden Sie sich also an einen Finanzierungspartner, sprich Ihre Hausbank.

Hinweis: Unternehmen erhalten die Förderung als KfW-Darlehen; ein KfW-Zuschuss ist hier, anders als in anderen Bereichen, nicht erhältlich.

KfW-Darlehen 067 „ERP-Gründerkredit Startgeld“

Mit diesem KfW-Darlehen ist die Vollfinanzierung Ihrer Existenzgründung möglich. Das sind die wichtigsten Eckdaten im Überblick:

  • für die Vollfinanzierung geeignet
  • nur für kleine Unternehmen
  • maximale Darlehenssumme 100.000 Euro
  • bis zu 30.000 Euro für Betriebsmittel einsetzbar
  • erhältlich in den ersten fünf Jahren ab Gründung
  • erstes Jahr tilgungsfrei, vergünstigter Zinssatz
  • 80%ige Haftungsfreistellung durch Förderprogramm der EU

KfW-Darlehen 058 „ERP-Kapital für Gründung“

Dieser KfW-Kredit ist für eine Teilfinanzierung geeignet. Die Konditionen im Überblick:

  • zur Teilfinanzierung geeignet
  • für im Vollerwerb geführte kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
  • maximale Darlehenssumme 500.000 Euro
  • bis zu drei Jahre nach Gründung erhältlich
  • Finanzierung von bis zu 50 % der erforderlichen Investitionen
  • mindestens 10 % Eigenkapital erforderlich
  • bis zu sieben Jahre tilgungsfrei

KfW-Darlehen 073 „ERP-Gründerkredit – Universell“

Mit diesem KfW-Darlehen erhalten Sie eine Vollfinanzierung für die Unternehmensgründung im In- und Ausland. Das sind die Eckdaten:

  • zur Vollfinanzierung geeignet
  • für KMU geeignet
  • maximale Darlehenssumme 2,5 Mio. Euro
  • bis zu fünf Jahre ab Gründung erhältlich

Tipp: Wenn Sie zur Unternehmensgründung ein neues Geschäftsgebäude errichten, können Sie von der KfW-55-Förderung profitieren. Auch für die Sanierung von Bestandsimmobilien sind Förderkredite erhältlich.

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Was ist Venturecapital?‎

Der Begriff Venturecapital (VC) stammt aus dem englischen Sprachraum und lässt sich im Deutschen am besten mit Risiko- oder Wagniskapital beschreiben. Venturecapital ist also kein Kredit – für den Geldgeber ist es eine Kapitalanlage. Er investiert in ein Unternehmen oder eine Gründungsidee und geht dabei das Risiko des ganzen oder teilweisen Verlustes seines Geldes ein. Der Risikokapitalgeber unterstützt ein junges Unternehmen oft nicht nur finanziell, sondern bringt auch Kontakte zu wertvollen Geschäftspartnern oder Banken ein. Mit dem Investment von Venturecapital ist zwar ein hohes Risiko verbunden, aber der Geldgeber hofft natürlich auf große Gewinne. Daher wählen die Geldgeber geeignete Unternehmen genau aus.

Venturecapital wird oft an Start-ups vergeben, deren Geschäftskonzept für Banken zu risikoreich ist. Venturecapital wird in verschiedenen Phasen der Unternehmensentwicklung vergeben:

  • Seed-Phase: Das junge Unternehmen steht noch ganz am Anfang und ist dabei, sein Produkt oder seine Dienstleistung zu entwickeln. An diesem Punkt ist das Risiko für den Geldgeber besonders hoch und er wird viele Unternehmensanteile fordern, um seine Renditechancen zu maximieren.
  • Early-Stage-Phase: Die Produktentwicklung ist abgeschlossen und die Gründer werden auf dem Markt aktiv. Hier finden sich leichter Geldgeber, da die kritischste Phase der Gründung überwunden ist.
  • Later-Stage-Phase: Ist das Produkt auf dem Markt etabliert, folgt die Wachstumsperiode. Da bereits harte Zahlen vorliegen und eine zuverlässige Prognose möglich ist, lassen sich Investoren für erfolgreiche Unternehmen leichter finden. Fehlt es an Wachstumspotenzial, sind Investoren dagegen wenig interessiert.
  • Exit: Ziel von Venture-Kapitalgebern ist es, einen möglichst hohen Gewinn zu generieren. Daher steht am Ende ihres Engagements regelmäßig der Verkauf der idealerweise wertvoll gewordenen Unternehmensanteile zurück an die Gründer oder an einen anderen Investor.

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Weitere Finanzierungsmöglichkeiten: Wie funktioniert Crowdfunding?‎

Crowdfunding, auch als Schwarmfinanzierung bekannt, ermöglicht es Ihnen, das Startkapital für Ihre Unternehmensgründung von Hunderten überzeugten Geldgebern in Kleinbeträgen einzusammeln. Das Grundprinzip funktioniert folgendermaßen:

  • Sie stellen Ihre Geschäftsidee überzeugend auf einer Crowdfunding-Plattform dar, nennen Ihren Kapitalbedarf und die Gegenleistung.
  • Nach dem Start besteht ein fester Zeitrahmen, um das nötige Kapital zu sammeln. Rühren Sie die Werbetrommel in den Social-Media-Kanälen, um möglichst viele Unterstützer zu gewinnen!
  • Kommt der gewünschte Betrag zusammen, gründen Sie Ihr Unternehmen.
  • Reicht die Unterstützung nicht aus, geht das Geld zurück an die Unterstützer.

Crowdfunding ist mehr als nur eine Möglichkeit, Kapital zu generieren. Zusätzlich profitieren Sie von folgenden Effekten:

  • Kundenbindung durch Aufmerksamkeit und interessierte Unterstützer
  • Markttest – schlechte Geschäftsideen erhalten keine ausreichende Unterstützung
  • Marketing – schon vor dem Start sind Produkt und Unternehmen einer breiten Öffentlichkeit bekannt

Mehr zum Thema Crowdfunding lesen Sie hier.

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Häufige Fragen rund um die Finanzierung und ‎Förderung für Gründer

Wie kann ich Leasing als Förderung zur Gründung nutzen?

Beim „Mieten statt Kaufen“ fällt eine monatliche Rate an, Sie sparen die hohe finanzielle Belastung durch die gesamte Kaufsumme und können auf einen Kredit verzichten.

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Wie kann man seine Existenzgründung finanzieren oder fördern lassen?

Klassische Kreditaufnahme bei einer Bank? Öffentliche Darlehen der KfW- oder LfA-Bank? Eine Beteiligungsfinanzierung durch Venture-Capital-Gesellschaften oder Business Angels ... oder Crowdfunding: Um Ihren Finanzierungsbedarf zu decken, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Weitere Optionen sind Coaching-Programme und der Existenzgründungszuschuss der Agentur für Arbeit.