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Startklar für den Brexit!

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"BREXIT: Verhandlungsende mit einem Handelsabkommen"

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich EU und UK am 24. Dezember 2020 auf ein Abkommen geeinigt, das ihre wirtschaftlichen Beziehungen auf ein neues Fundament stellt. Dennoch wird sich die Abwicklung vieler kommerzieller Transaktionen über den Ärmelkanal ab dem 1. Januar 2021 erheblich ändern. Nun gilt es, sich auf die Veränderungen der Geschäftsbeziehungen vorzubereiten.

Unabhängig vom Verhandlungsergebnis wird es ab dem 1. Januar 2021 weitreichende Änderungen für Unternehmen geben. Sie sollten sich für den bilateralen Waren- und Dienstleistungsverkehr sowie bei Standards und Normen grundsätzlich auf wichtige Änderungen einstellen. Die am 9. Juli 2020 verabschiedete Mitteilung der Europäischen Kommission „Bereit für Veränderungen“ gibt einen nach Sektoren gegliederten Überblick über die wichtigsten Bereiche, in denen sich in jedem Fall etwas ändern wird. Merh Informationen darüber finden Sie hier.

Über die Kampagne "Keep Business Moving" werden EU-Unternehmen auf die neu eingerichtete Seite der britischen Regierung ebenfalls auf Deutsch informiert. Mehr ‎Informationen darüber finden Sie hier.

Checkliste: Bin ich vom Brexit betroffen?

Mein Unternehmen hat Handelsbeziehungen mit Partnern in Großbritannien.Zur Handlungsempfehlung Warenverkehr & Zoll
In meiner Lieferkette gibt es Vorprodukte aus Großbritannien.Zur Handlungsempfehlung Warenverkehr & Zoll
Unsere Geschäftspartner in Großbritannien planen ggf. ihre Produktion (oder Teile davon) zu verlagern.Zur Handlungsempfehlung Warenverkehr & Zoll
Wir führen genehmigungspflichtige Produkte aus.Zur Handlungsempfehlung Warenverkehr & Zoll
Mein Unternehmen entsendet regelmäßig Mitarbeiter in das Vereinigte Königreich.Zur Handlungsempfehlung Dienstleistungsverkehr
In unserem Unternehmen sind Mitarbeiter im Vereinigten Königreich ohne britische Staatsbürgerschaft beschäftigt.Zur Handlungsempfehlung Dienstleistungsverkehr
In unserem Unternehmen sind britische Staatsbürger im EU-27 Gebiet ohne zusätzliche deutsche oder anderweitig europäische Staatsbürgerschaft beschäftigt.Zur Handlungsempfehlung Dienstleistungsverkehr
Ich habe bestehende Verträge mit britischen Vertragspartnern. Unterliegen diese Verträge britischen Recht bzw. britischer Gerichtsbarkeit?Zur Handlungsempfehlung Recht
Wir planen derzeit neue Verträge mit britischen Vertragspartnern.Zur Handlungsempfehlung Recht
Wir übermitteln personenbezogene Daten zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU. Es existieren in unserem Unternehmen britische Gesellschaften, die personenbezogene Daten verarbeiten.Zur Handlungsempfehlung Recht
In meinem Unternehmen gibt es Warenströme zwischen Großbritannien und einem weiteren EU-Mitgliedsstaat (nicht zwingend Deutschland). Dabei werden verbrauchsteuerpflichtige Waren in das VK geliefert oder von dort bezogen.Zur Handlungsempfehlung Steuern
Ich bin Speditionsunternehmer oder versende viele Waren nach UK.Zur Handlungsempfehlung Transport & Logistik
Unser Unternehmen hat Bankkonten bei britischen Banken.Zur Handlungsempfehlung Finanzdienstleistungen
Unser Unternehmen hat Kredite bei britischen Kreditinstituten.Zur Handlungsempfehlung Finanzdienstleistungen
Mein Unternehmen arbeitet mit britischen Wirtschaftsprüfern zusammen.Zur Handlungsempfehlung Finanzdienstleistungen
Mein Unternehmen plant oder tätigt bereits Investitionen in Großbritannien.Zur Handlungsempfehlung Finanzdienstleistungen

Handlungsempfehlungen

Nach Ende der Übergangsphase zum 31. Dezember 2020 wird es auch mit einem Abkommen zu grundlegende Änderungen für die bilateralen Geschäfte mit dem VK kommen. Daher sollten Sie Ihr Unternehmen jetzt dringend entsprechend vorbereiten. Die folgenden Handlungsempfehlungen sind zu berücksichtigen:

Warenverkehr / Zoll

Während der Übergangsphase bleibt das VK ein Teil des Binnenmarktes und der Zollunion.

Nach der Übergangsphase wird es allerdings auch im Falle eines Freihandelsabkommens zu Zollformalitäten kommen. Für Unternehmen aus Bayern mit direktem Großbritannien-Geschäft bedeutet dies, dass es eine Rückkehr bzw. Einstieg zu Zollanmeldungen und einer entsprechenden Abfertigung durch den Zoll geben wird.

Eine besonders große Umstellung bedeutet der Brexit für:

  • Unternehmen, die ihre Waren bisher ausschließlich aus der EU beziehen
  • Unternehmen, die nur an Kunden innerhalb des Europäischen Binnenmarkts liefern
  • Unternehmen mit britischen Lieferanten oder Kunden

Gerade für diese Unternehmen ist es an der Zeit, sich umgehend mit den Export-Regeln zu beschäftigen. EORI-Nummer, Warennummer / Zolltarifnummer, Zollanmeldungen, Ursprungsregeln, Präferenznachweise, Präferenzkalkulationen und Exportkontrolle spielen dann unter anderem eine Rolle.

Mit besonderer Sorgfalt sollten Unternehmen ihre Betroffenheit prüfen, die britisches Vormaterial für ihre Produkte verwenden und bestehende Freihandelsabkommen mit Drittländern nutzen. Denn Waren aus Großbritannien gelten während der Übergangsphase nicht automatisch als EU-Ware. In die Berechnung des EU-Ursprungs fließen sie dann als Vormaterial ohne Ursprungseigenschaft ein. Es kann also sein, dass die Verwendung von britischem Vormaterial zum Verlust der Ursprungseigenschaft und damit zum Verlust der Präferenz (Zollvergünstigung) führt.

Bayerische Unternehmen können auch während der Übergangsphase vom Brexit betroffen sein, wenn sie britisches Vormaterial für ihre Produkte verwenden und ihre Produkte nur innerhalb der EU verkaufen. Und zwar dann, wenn sie Lieferantenerklärungen ausstellen. Bei Lieferantenerklärungen liegen ebenfalls Ursprungskalkulationen zu Grunde. Wenn das bayerische Unternehmen nun keine Lieferantenerklärung mehr ausstellen kann, weil die britische Ware keine EU-Ware mehr ist, der Kunde aber für seine Kalkulation EU-Ware benötigt, kann es sein, das man den Kunden verliert.

Hinweis: Bayerische Unternehmen sollten umgehend den Anteil der britischen Vorerzeugnisse genau ermitteln und ihren Wert berechnen. Bayerische Verarbeiter sollten dies beim Einkauf berücksichtigen und sich ggf. zeitgerecht nach anderen Zulieferern umsehen. Im Zusammenhang mit Zollanmeldungen müssen sich Unternehmer mit Warennummern und EORI-Nummern beschäftigen. Britische Wertschöpfungsanteile von Drittstaaten können zum Teil bei der Präferenzkalkulation als nicht mehr ursprungsbestimmend für EU-Präferenzware akzeptiert werden. Erfahren Sie mehr hierzu unter Brexit und Zoll.

Zum IHK-Leitfaden: Brexit und Zoll
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Dienstleistungsverkehr

Die Rechte der Personen- und Dienstleistungsfreizügigkeit ist Basis für den uneingeschränkten Zugang zum EU-Binnenmarkt. Es erlaubt EU-Bürgern, in einem anderen EU-Land grundsätzlich ohne Aufenthaltsbeschränkung beruflich tätig zu werden, ohne zuvor ein Visum, eine Arbeitserlaubnis oder eine Einreisegenehmigung beantragen zu müssen oder Mitarbeiter eines Unternehmens ins EU-Ausland zu entsenden.

Nach dem Ablauf der Übergangsfrist des Brexit-Austrittsabkommens zum 31.12.2020 hat sich im Verhältnis der EU zum Vereinigten Königreich (VK) daran Grundlegendes geändert. Das VK ist nunmehr Drittstaat; die Grundlagen des EU-Rechts für die Freizügigkeit sind wegefallen. Das VK hat bereits eigene Gesetze rund um das breite Feld der „Immigration“ erlassen, um die Ausübung beruflicher Tätigkeit zu regeln und zu kontrollieren. Dieser Prozess ist aber noch im Fluss, gerade was die administrative Umsetzung durch die Behörden und die Grenzkontrollstellen anbetrifft.

Das Handels- und Kooperationsabkommen der EU mit dem VK vom 24.12.2020 ist in dieser Hinsicht mit heißer Nadel gestrickt worden und widmet dem bilateralen Dienstleistungsverkehr nur einen ziemlich breit abgesteckten Rahmen. Die Verwaltungspraxis wird erst zeigen, wie hoch die Barrieren für den geschäftlichen und beruflichen Personenverkehr über die neue Grenze tatsächlich ausfallen werden.

Seit dem 01.01.2021 sind zwei Gruppen von Dienstleistungen zu unterscheiden: Je nachdem gelten unterschiedliche Regelungen und auch ein Visum kann erforderlich sein.
Zum einen sind es die kurzfristigen Informations-, Recherche- und Servicetätigkeiten, die innerhalb des eigenen Unternehmens oder für ein VK-Unternehmen im B2B-Bereich erbracht werden und für die lediglich eine klar umrissene Dienstreise erforderlich ist, die keinem Visumszwang unterliegt. Auch für diese Gruppe sind aber neue Melde- und Dokumentationspflichten zu erfüllen.

Zum anderen sind es mittel- und längerfristige Arbeitstätigkeiten, die für externe Kunden und Endverbrauchter bzw. die breite Öffentlichkeit erbracht werden. Für diese Gruppe ist meist im Vorfeld ein Visum zu beantragen und umfangreichere Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen einzuholen. Bei dieser Gruppe geht es auch um die rechtzeitige Klärung, ob reglementierte Berufsfelder vorliegen und Qualifikationen und bisherige Berufsausbildung nach britischem Recht anerkannt werden müssen. Entsendet ein Unternehmen regelmäßig Mitarbeiter in das Vereinigte Königreich, so sollte es sich daher frühzeitig und umfassend vor jeder Entsendung über die neuen Regelungen informieren. Die Verfahren der britischen Behörden werden in jedem Fall viel länger dauern als bisher. Darauf müssen Sie sich bei Ihrer Planung von Arbeitseinsätzen im VK einstellen. Zudem sollten in neuen Verträgen mit Geschäftspartnern Auffangklauseln für die Übernahme der Mehrkosten für neue umfangreichere Verfahren vorgesehen werden, die aus der Entsendung entstehen können.
Die sog. A1-Bescheinigungen, die bei einer beruflichen Tätigkeit im Vereinigten Königreich und auch im übrigen EU-Ausland mitzuführen sind, um vor den nationalen Behörden des Ziellandes den Nachweis einer bestehenden Sozialversicherung (Kranken- und Rentenversicherungsschutz) sowie einer Versicherung bei Arbeitsunfällen führen, gelten bis auf Weiteres erst einmal fort.

Zum IHK Leitfaden: Brexit und Dienstleistungen
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Recht

Während der Übergangsphase wird das VK weiter wie ein Mitgliedstaat ‎behandelt. Das Recht der EU und alle während dieser Zeit von der EU erlassenen ‎Rechtsvorschriften gelten weiter. Wie es danach weiter geht, müssen die EU und ‎das VK noch verhandeln, denn nach dem Ende der Übergangsphase ist das ‎Vereinigte Königreich als Drittstaat anzusehen.

Der deutsche Gesetzgeber hat für die Übergangsphase ein Brexit-Übergangsgesetz ‎erlassen, das am 1. Februar 2020 in Kraft tritt. Das Gesetz sieht unter anderem vor, ‎dass bis zum Ende der Übergangsphase alle Regelungen mit europäischem Bezug ‎das VK als EU-Mitgliedstaat behandelt. Für die Rechtsbeziehungen zwischen den ‎Unternehmen aus Bayern und dem VK ändert sich deshalb vorläufig nichts. ‎

Welchen räumlichen Geltungsbereich haben Verträge und welche internationale Zuständigkeit gilt im Fall von Streitigkeiten? Sollten Sie laufende Verträge überprüfen oder anpassen? Im Rechtsbereich sind viele Fragen noch offen. Neue und laufende Verträge sollten von Unternehmen in Bayern mit Blick auf die mit dem Ende der Übergangsphase verbundenen Risiken sorgfältig geprüft werden. Was muss zum Beispiel beachtet werden, wenn ein britischer Vertragspartner eine „Brexit-Sicherheitsklausel“ in einen grenzüberschreitenden Vertrag einbauen möchte?

Hinweis: Sie sollten bei neuen Verträgen berücksichtigen, dass der Brexit nach dem Ende der Übergangsphase mögliche Auswirkungen auf das laufende Vertragsverhältnis hat. Diesen Risiken können Sie mit Kündigungs- oder Vertragsanpassungsklauseln begegnen.

Tipp für eine Brexit-Klausel: Aufgrund der Unsicherheit über zukünftige Rahmenbedingungen kann eine sinnvolle Brexit-Klausel in einem Vertrag, der während der Übergangsphase abgeschlossen wird, vorsehen, dass beide Parteien in einem kurzen Zeitraum nach dem tatsächlichen Austritt den Vertrag kündigen können.

Weitere wichtige rechtliche Aspekte für die Zeit nach der Übergangsphase betreffen die Regelungen zum Gerichtsstand und zur Vollstreckungvon rechtskräftigen Titeln, den Markenschutz, Zertifizierungen, das Gesellschaftsrecht und Niederlassungen sowie den Datenschutz. Beispielsweise müssen Sie nach dem Brexit gewerbliche Schutzrechte in Großbritannien national oder über IR-Marken anmelden.

Haben Sie Fragen?
Zum IHK Leitfaden Brexit und Recht
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Steuern

Welche steuerlichen Auswirkungen durch den Brexit zu erwarten sind, ist bisher noch nicht abzusehen.

Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es für Unternehmen in Großbritannien und Europa mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021. Dennoch kann bereits vorher Handlungsbedarf bestehen. Unternehmen sollten jetzt steuerliche Rechtsbereiche im Auge behalten, wenn Investitionen im Königreich geplant sind oder Geschäftsbeziehungen bestehen. Anpassungen innerbetrieblicher Verfahrensabläufe werden notwendig sein, zum Beispiel bei Warenlieferungen bzw. Dienstleistungen ins Vereinigte Königreich und dem Umsatzsteuerausweis in Rechnungen. Zudem kann der Brexit rückwirkend auf Rechtsverhältnisse wirken, beispielsweise durch das Nichtbeachten von Sperrfristen. Unter anderem müssen Unternehmen in den Bereichen Zinsen und Lizenzgebühren sowie bei Gewinnausschüttungen mit Änderungen rechnen. Wenn ein Unternehmen verbrauchsteuerpflichtige Waren aus einem EU-Mitgliedstaat nach Großbritannien liefert oder von dort bezieht, sollte es sich über steuerliche Implikationen des Brexit informiert halten.

Zum IHK-Leitfaden: Brexit und Steuern
DIHK-Factsheet zu den Auswirkungen auf Steuern durch den Brexit
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Transport und Logistik

Welche Änderungen gibt es in der grenzüberschreitenden Logistik? International tätige Speditionen und Produktionsunternehmen mit Sitz in Bayern profitieren bislang vom uneingeschränkten EU-Binnenmarkt, der auf dem freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital basiert. Fällt der freie Warenverkehr weg, müssen Unternehmen mit höheren Kosten rechnen.

Nach Ende der Übergangsphase entstehen ggf. indirekte Mehrkosten, u.a. durch den erhöhten Zeitaufwand, Bürokratie und Grenzkontrollen.

Luftverkehr: Das Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich, das am 1. Januar 2021 vorläufig in Kraft tritt, gewährt allen Beteiligten die grundlegenden Verkehrsrechte. (s. weitere Informationen https://www.ihk-muenchen.de/de/Service/Internationalisierung/Freier-Handel/BREXIT/Brexit-und-Transport/index.jsp

Straßengüterverkehr: Die Regelungen zur Entsendung von LKW-Fahrern, zu den Lenk- und Ruhezeiten und zur Karbotage (Transitverkehr) bleiben bestehen. Die neue Kabotage-Vereinbarung erlaubt nur zwei Transporte.

Zum IHK-Leitfaden: Brexit und Transport
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Finanzdienstleistungen und Finanzmarktsektor

Im Finanzmarktsektor ist mit vielen Änderungen zu rechnen: Nach dem Brexit sind die bei der Derivateabwicklung gegenüberstehenden Banken außerhalb der EU dazu verpflichtet, deutlich mehr Eigenkapital zur Risikovorsorge vorzuhalten, was den Spielraum für Kreditausreichungen verkleinern könnte. Für deutsche Investoren hat der Brexit zur Folge, dass der unionsrechtliche Schutz für europäische Investoren wegfallen wird. Ein neues Investitionsschutzabkommen könnte dauern. Britische Versicherungsunternehmen werden zur Erbringung von Dienstleistungen in der ‎Europäischen Union nicht mehr der Zulassung von Solvency II unterliegen und somit als ‎Versicherungsunternehmen aus Drittstaaten gelten.‎ Außerdem gelten natürliche Personen, die vom Vereinigten Königreich als Wirtschaftsprüfer anerkannt wurden, als Prüfer aus Drittländern und nicht mehr als Abschlussprüfer.

Hinweis: Berücksichtigen Sie bei Investitionen, dass es bis zu einem eventuellen Abschluss eines Schutzabkom‎mens keine Garantien hinsichtlich Marktzugang und für das Verbot der Beschränkung ‎des Kapital- und Zahlungsverkehrs geben wird. ‎ Prüfen Sie Ihre Versicherungsverträge und wechseln Sie ggf. zu einem Anbieter mit Sitz innerhalb der EU. Ziehen Sie Wirtschaftsprüfer mit Sitz innerhalb der EU in Betracht und minimieren Sie so mögliche negative Folgen.

Zum IHK-Leitfaden: Brexit und Finanzmarkt
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Wechselkurs

Die Volatilität bei der Kursentwicklung des Pfunds (GBP) zum Euro ist bereits seit Bekanntgabe der Brexitentscheidung 2016 groß und stellt für Unternehmen ein entsprechendes wirtschaftliches Risiko dar. Von weiteren Kursverlusten des Pfunds ist auch nach dem Brexit auszugehen. Exporteure sollten dies in ihrer Angebotskalkulation berücksichtigen. Firmen aus Bayern können diesem Risiko durch Absicherungsgeschäfte (z. B. Hedging oder Forfaitierung) entgehen. Bei einer starken Verhandlungsposition eignet sich die vertragliche Vereinbarung von Schwellenklauseln zur Reduzierung des Risikos. Die Schwellenklauseln betreffen flexible Klauseln zu Kursschwankungen mit Preisanpassungen oder Kündigungsrechten.

Hinweis: Wechselkursschwankungen sollten bereits bei der Angebotskalkulation berücksichtigt werden. Bei der Vertragsgestaltung sollte über flexible Klauseln zur Preisanpassung nachgedacht werden.

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REACH

Registrierungen für chemische Stoffe aus Großbritannien können nach dem Brexit ‎ihre Wirksamkeit verlieren, falls betreffende Unternehmen keinen alleinigen Vertreter ‎mit Sitz in der EU oder EWR benennen. Dasselbe gilt für Stoffe aus Nicht-EU-Staaten, ‎die zuvor über Großbritannien zugelassen wurden. Gemeinsame Stoffregistrierungen ‎mit einem britischen Unternehmen, die von dem dortigen Unternehmen vorgenommen ‎wurden, könnten nach dem Brexit ebenfalls nicht weiter bestehen und müssten ‎neu registriert werden. Ferner müssten Unternehmen aus der EU Exporte von ‎Chemikalien nach Großbritannien im Rahmen der PIC-Verordnung melden.‎

Bayerische Unternehmen sollten mögliche Änderungen in ihre Planung einbeziehen.‎

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat auf ihrer Webseite umfassende Informationen bereitgestellt, was Unternehmen, die im Rahmen der Europäischen ‎Chemikalienverordnung REACH agieren, im Zuge des Brexit beachten sollten. Die ECHA stellt dabei unter anderem ein erweitertes Q&A sowie konkrete Handlungsanleitungen für Unternehmen zur Verfügung.

Nachgeschaltete Anwender sollten ihre Lieferketten auf REACH-Registrierungen überprüfen, die über ein Unternehmen mit Sitz im Vereinigten Königreich erfolgt sind. Ebenso erfordert die Ausfuhr von Stoffen aus dem EU-27-Markt in das Vereinigte Königreich nach dem Brexit besondere Vorbereitung. Die ECHA hat ein Sonderkapitel (“Brexit-Window“) auf den Seiten der zentralen Plattform REACH-IT für Unternehmen eingerichtet.

Die REACH-Verordnung regelt EU-weit die Registrierung, Bewertung, Zulassung und ‎Beschränkung von chemischen Stoffen. Nach dem voraussichtlichen Ausscheiden ‎Großbritanniens aus der Europäischen Union würde die REACH-Verordnung nach ‎aktuellem Stand nicht mehr für Großbritannien gelten.‎

Die IHK für München und Oberbayern berät Sie bei Fragen rund um das Thema REACH gerne ‎und informiert Sie hier über aktuelle Entwicklungen.

Erfahren Sie mehr zum Thema REACH auf der Webseite der Europäischen Chemikaliengantur ECHA

Unter diesem Link finden Sie die Mitteilung der EU-Kommission (Preparedness notice) zu REACH

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Internetadressen mit .eu-Endung

Internetadressen mit der .eu-Endung verlieren unter Umständen ihre Gültigkeit nach Ende der Übergangsphase. Am 1. Oktober 2020 hat EURid alle britischen Registranten und ihre Registrierstellen per E-Mail benachrichtigt, dass sie ihre Berechtigung ab dem 1. Januar 2021 verlieren, wenn sie nicht vor dem 31. Dezember 2020 durch Aktualisierung ihrer Registrierungsdaten ihre Konformität mit dem .eu-Rechtsrahmen nachweisen können.

Unternehmen, die ihren satzungsmäßigen Sitz, ihre Hauptverwaltung oder ihre Hauptniederlassung innerhalb der EU haben, können nach EU-Verordnung (EG) Nr. 733/2002 "eu."-Domänennamen registrieren lassen. Nach dem Austritt des VK aus der EU wird eine Neu-Registrierung oder Verlängerung von ".eu"-Domänennamen für Unternehmen mit Sitz im VK, die nicht in der EU niedergelassen sind, nicht mehr möglich sein.

Die Registerbehörde „Eurid“ hat zu diesem Zwecke eine laufend aktualisierte „Brexit Mitteilung“ veröffentlicht, die Sie unter diesem Link finden.

Weiterführende, allgemeine Informationen zu den EU-Rechtsvorschriften für den digitalen Binnenmarkt (zur "top level domain .eu") finden Sie auf der Webseite der EU-Kommission unter diesem Link.

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Brexit: Zeitlicher Ablauf im Überblick

Ereignisse

Zusammenfassung

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich EU und UK am 24. Dezember 2020 vorläufig auf ein Handelsabkommen ‎(„EU-UK Trade and Cooperation Agreement“) ‎geeinigt, das ihre wirtschaftlichen Beziehungen auf ein neues Fundament stellt.

Dennoch wird sich die Abwicklung vieler kommerzieller Transaktionen über den Ärmelkanal ab dem 1. Januar 2021 erheblich ändern. Auch wenn Zölle zwischen der EU und dem VK vermieden werden sollen, enthält ‎das Handelsabkommen Elemente eines „harten“ Brexits. So ist das ‎VK im Verhältnis zu den EU-Mitgliedstaaten ab dem 1. Januar 2021 „Drittland“. ‎Nun gilt es, sich auf die Veränderungen der Geschäftsbeziehungen vorzubereiten.

Besonders in den Bereichen Warenverkehr, Steuern, Dienstleistungen und technische Standards und Normen wird es zu Änderungen kommen.

IHK-Beratung

Nutzen Sie die umfassende IHK-Beratung, unsere Fachansprechpartner geben Ihnen kompetente Ratschläge. Sie rufen zur Kontaktaufnahme bei der IHK an und lassen sich direkt beraten oder lassen sich bei Bedarf einen Termin mit einem spezifischen Fachberater geben. Alternativ können Sie per Mail rund um die Uhr Kontakt aufnehmen.

Jessica de Pleitez | Alexander Lau

Beratung zu: Brexit Allgemein

+49 89 5116-1110

brexit@muenchen.ihk.de

Klaus Pelz

Beratung zu: Brexit und Zoll / Warenverkehr

+49 89 5116-1110

brexit@muenchen.ihk.de

Ina Knausenberger | Alexander Lau

Beratung zu: Brexit und Dienstleistungsverkehr im Binnenmarkt

+49 89 5116-1110

brexit@muenchen.ihk.de

Marie-Louise Seifert

Beratung zu: Brexit und Transport & Logistik

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brexit@muenchen.ihk.de

Martin Clemens

Fragen zu: Brexit und Steuern

+49 89 5116-1110

brexit@muenchen.ihk.de

Rita Bottler

Beratung zu: Brexit und Datenschutz

+49 89 5116-1110

brexit@muenchen.ihk.de

Petra Busse

Beratung zu: Brexit und Gesellschaftsrecht (Niederlassungen, Ltd., etc.)

+49 89 5116-1110

brexit@muenchen.ihk.de

Joachim Linke

Beratung zu: Brexit und Finanzdienstleistungen & Wechselkurs

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brexit@muenchen.ihk.de

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* Pflichtfeld
IHK-Brexit-Hotline 089-5116-1110

Weitere Brexit-Hotlines

Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
030 34060-6561
brexit@buergerservice.bund.de

Brexit-Hotline der EU-Kommission (in jeder EU-Amtssprache)
kostenfrei aus den EU-Mitgliedstaaten:
00 800 67891011
oder aus Deutschland:
0615 12749028

Die bayerischen Industrie- und Handelskammern haben vom ‎‎20.10. bis 10.12.2020 eine umfassende Webinarreihe zum Thema Brexit angeboten. Alle Videos der vergangenen Webinare finden Sie auf dieser Seite. Bitte beachten Sie die Termindaten der vergangenen Webinare. Bei der derzeitigen Lage können sich täglich Änderungen bei rechtlichen Bestimmungen ergeben, so dass der Inhalt der Videos nicht mehr aktuell sein könnte.



DIHK-Brexitexperte Mathias Dubbert erklärt, welche Szenarien nach dem Brexit eintreten könnten.