Abbau der kalten Progression

Grundfreibetrag: Anhebung für 2017und 2018

In den Jahren 2017 und 2018 sollen der steuerliche Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag, das Kindergeld sowie der Kinderzuschlag steigen. Um die sogenannte „kalte Progression“ auszugleichen, soll außerdem der Steuertarif an die Inflationsrate angepasst werden. Eine entsprechende Formulierungshilfe für den Bundestag hat die Bundesregierung ‎am 12. Oktober 2016 beschlossen. Der Bundestag muss noch zustimmen.

Die steuerlichen Freibeträge wurden zuletzt durch dasGesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags vom 16. Juli 2015 rückwirkend zum 1. Januar 2015 sowie für das Jahr 2016 angehoben. Bei der Lohnabrechnung durfte die durch die rückwirkende Anhebung des Grundfreibetrags eintretende Entlastung für 2015 zusammengefasst im Monat Dezember 2015 berücksichtigt werden. Damit konnten Bürokratiekosten vermieden werden, die sonst durch die Änderung der einzelnen Lohnabrechnungen entstanden wären.

Der steuerliche Grundfreibetrag für das Jahr 2016 ‎beträgt 8.652 Euro. Er soll im ‎Jahr 2017 um 168 Euro auf 8.820 Euro sowie 2018 um weitere 180 Euro auf dann 9.000 ‎Euro steigen, so eine Mitteilung der Bundesregierung vom 12. Oktober 2016. Bei einer Zusammenveranlagung gelten bei Ehepartnern oder ‎Lebenspartnern jeweils doppelte Beträge.‎

Zum Ausgleich der kalten Progression soll zusätzlich der Einkommensteuertarif um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2016 (0,73 %) und des Jahres 2017 (1,65 %) angepasst werden. Zuletzt erfolgte dies in 2016 in Höhe der kumulierten Inflationsrate für die Jahre 2014 und 2015 (von 1,48 %).

Hinweis: Von kalter Progression spricht man, wenn Einkommens- und Lohnerhöhungen lediglich die Inflation ausgleichen und durch den progressiv ansteigenden Einkommensteuertarif mehr Steuern gezahlt werden, obwohl man real nicht mehr Geld ‎zur Verfügung hat. Steigt beispielsweise das Preisniveau um 2 % und erzielt der ‎Steuerpflichtige im gleichen Jahr einen Einkommenszuwachs von ebenfalls 2 %, ‎hat sich an seiner wirtschaftlichen Situation real nichts geändert. Da er aber ein ‎nominal höheres Einkommen erzielt, muss er mehr Steuern zahlen und seine ‎Kaufkraft sinkt damit im Vergleich zum Vorjahr.‎

Die IHK für München und Oberbayern fordert bereits seit langem eine Verringerung des sogenannten Mittelstandsbauchs sowie die Vermeidung automatischer Steuererhöhungen über die kalte Progression. Hierzu hat sie „20 Empfehlungen zum ‎Unternehmenssteuerrecht“ erstellt.