Wer darf Gewinn nach EÜR ermitteln?

Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (kurz: EÜR) ist als einfache Art gedacht, den laufenden
Gewinn eines Geschäftsjahres zu ermitteln.

Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Freiberufler sowie Unternehmer, die nicht im Handelsregister eingetragen bzw. nicht nach außersteuerlichen Gesetzen buchführungspflichtig sind und

  • deren Umsatz 600.000 Euro (für Wirtschaftsjahre, die vor dem 31.12.2015 beginnen, nicht mehr als 500.000 Euro) und
  • deren Gewinn 60.000 Euro (für Wirtschaftsjahre, die vor dem 31.12.2015 beginnen, nicht mehr als 50.000 Euro) nicht übersteigen,

haben die Möglichkeit, ihren Gewinn durch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (kurz: EÜR, § 4 Abs. 3 Einkommensteuergesetz) zu ermitteln.

Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz hat den Einzelkaufleuten die Möglichkeit eröffnet, statt einer Bilanz eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erstellen, wenn ihre Umsatzerlöse und Jahresüberschüsse bestimmte Schwellenwerte in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht überschreiten.
Das Formular für die EÜR ist grundsätzlich verpflichtend auszufüllen. Die hierfür erforderlichen Vordrucke für 2016 und 2017 sowie die dazugehörigen Ausfüllanleitungen sind nebenstehend abrufbar. Seit 2012 ist grundsätzlich elektronisch zu übermitteln. Liegen die Betriebseinnahmen für den Betrieb jedoch unter der Grenze von 17.500 Euro, war die Verwendung des Formulars und die elektronische Übermittlung bis zu dem Veranlagungsjahr 2016 nicht verpflichtend. Eine formlose Gewinnermittlung war bisher dann ausreichend (siehe hierzu auch nebenstehende BMF-Schreiben).

Achtung: Übertragung nach vorgeschriebenem Datensatz ist verpflichtend

Mit BMF-Schreiben vom 09. Oktober 2017 hat das BMF festgelegt, dass ab dem Steuerjahr 2017 grundsätzlich alle Steuerpflichtigen, die ihren Gewinn durch Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, zur Übermittlung der standardisierten Anlage EÜR nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung verpflichtet sind. Dies ist eine grundlegende Verschlechterung für die kleinen Unternehmen. Der langjährige Forderung der IHK-Organisation wurde damit leider nicht Rechnung getragen. Die Behandlung, nach der bei Betriebseinnahmen von weniger als 17.500 Euro der Steuererklärung anstelle des Vordrucks eine formlose Gewinnermittlung beigefügt werden durfte, besteht nicht mehr fort. Für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung sind in diesen Fällen der Vordruck Anlage EÜR und die Anlage AVEÜR ggf. mit weiteren Anlagen zu verwenden. Die bisherige Vereinfachung, nach der bei Betriebseinnahmen von weniger als 17.500 Euro die Abgabe einer formlosen Einnahmenüberschussrechnung als ausreichend angesehen worden ist, läuft damit aus. In Härtefällen kann die Finanzbehörde auf Antrag weiterhin von einer Übermittlung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung absehen. Für diese Fälle stehen weiterhin in den Finanzämtern Papiervordrucke der Anlage EÜR zur Verfügung.

Über Besonderheiten der vereinfachten Möglichkeit, den Gewinn eines Betriebes durch Einnahmenüberschussrechnung zu ermitteln, informiert Sie Merkblatt der IHK.