Arbeitszimmer bei nicht ausschließlich betrieblicher Nutzung

Wie kann ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich abgesetzt werden? Die IHK informiert über die einkommensteuerrechtliche Behandlung der Aufwendungen.

Inhalt

Wie können Sie die Kosten für ein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen?

Viele Selbstständige aber auch Arbeitnehmer nutzen einen oder mehrere Räume ihrer privaten Wohnung für betriebliche und/oder berufliche Zwecke. Aufwendungen für ein solches häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung ‎können grundsätzlich nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden. Davon gibt es ‎zwei Ausnahmen:

  • Die Kosten können bis höchstens 1.250 Euro abgezogen werden, ‎wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein ‎anderer ‎Arbeitsplatz zur ‎Verfügung steht.
  • Ein unbeschränkter Abzug ist nur dann zulässig, wenn das‎ häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen darstellt.

Ein häusliches Arbeitszimmer liegt nicht vor, wenn es sich zwar in einem vom Steuerpflichtigen allein genutzten Mehrfamilienhaus befindet, aber außerhalb des privaten Wohnbereichs liegt, über einen separaten Eingang verfügt und nicht durch einen direkten Zugang mit den Wohnräumen verbunden ist. Aufwändungen für ein solches außerhäusliches Arbeitszimmer sind in vollem Umfang abzugsfähig.

Näheres zum häuslichen Arbeitszimmer sowie zur Berücksichtigung der entsprechenden Aufwendungen erfahren Sie in dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 6. Oktober 2017.

Was ist,wenn ein Arbeitnehmer sein Arbeitszimmer seinem Arbeitgeber vermietet?

Wenn ein Arbeitnehmer sein Arbeitszimmer oder seine als Homeoffice ‎genutzte Wohnung an seinen Arbeitgeber ‎vermietet, kann es sich bei der entsprechenden Vergütung

  • entweder um Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  • oder aus Vermietung und Verpachtung handeln.

Zur entsprechenden Abgrenzung hat die Finanzverwaltung unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung das Bundesfinanzministerium in einem gesonderten BMF-Schreiben vom 18. April 2019 Stellung genommen.

  • Danach liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor, wenn das Arbeitszimmer/ das Homeoffice in erster Linie dem ‎Interesse des Arbeitnehmers dient.
  • Ist das betriebliche Interesse des Arbeitgebers höher, liegen ‎Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vor.‎

Das Interesse des Arbeitnehmers überwiegt, wenn der Arbeitnehmer neben dem Arbeitszimmer/ Homeoffice einen weiteren Arbeitsplatz beim Arbeitgeber hat und der Arbeitgeber die ‎Nutzung des Arbeitszimmers/ Homeoffices duldet. Die Zahlungen des Arbeitgebers sind als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu behandeln. Der Arbeitnehmer selbst kann in diesem ‎Fall bei Nachweis der entsprechenden Kosten (anteilige Miete, Strom- oder Heizungskosten) diese als Werbungskosten abziehen.‎ Dabei ist aber regelmäßig die Abzugsbeschränkung für ein häusliches ‎Arbeitszimmer auf den Höchstbetrag von 1.250 Euro zu beachten.

Das Interesse des Arbeitgebers überwiegt, wenn er dem Arbeitnehmer keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen kann und mit der Anmietung von entsprechenden Räumen keinen Erfolg hatte. Der Arbeitnehmer hat in diesem Fall Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und kann die entstehenden Kosten für den Raum als Werbungskosten abziehen.‎