Abschreibungstabelle hilft, Nutzungsdauer zu bestimmen

AfA-Tabelle

Anschaffungskosten für abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens müssen - abgesehen vom Sofortabzug bei geringwertigen Wirtschaftsgütern oder bei der Poolabschreibung - auf ihre Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden.

Beispiele hierfür können die Anschaffungen von Computern, Fahrzeugen, betrieblichen Maschinen und ähnlichen Gegenständen sein.

Als Hilfsmittel für die Schätzung der jeweils geltenden Nutzungsdauer hat die Finanzverwaltung Tabellen veröffentlicht, in denen die für Steuerzwecke regelmäßig geltende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für Anlagegüter enthalten ist. Die Abschreibungstabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter (kurz "AfA-Tabelle AV") gilt für abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nicht branchenspezifisch genutzt werden und die nach dem 31.Dezember 2000 angeschafft oder hergestellt wurden.

Daneben existiert eine Vielzahl von branchenbezogenen AfA-Tabellen, z. B. für "Baugewerbe", "Maschinenbau", "Zahntechniker" und "Hafenbetriebe". Diese finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums der Finanzen.

Alle Tabellen werden ständig überarbeitet. Bis zum Inkrafttreten der neuen Tabellen gelten die alten weiter.

Anhebung der Schwelle bei Geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) vom 1. Januar 2018 an

Büromaterial Laptop Abschreibung Geringwertige Wirtschaftsgüter GWG
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Der Bundesrat hat am 02. Juni 2017 dem von der Regierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen zugestimmt.

Im Rahmen dieses Gesetzes wird die Sofortabschreibung von bisher 410 Euro auf 800 Euro angehoben werden. Die neuen Wertgrenzen sollen auf nach dem 31. Dezember 2017 angeschaffte Wirtschaftsgüter gelten. Bisher liegt der Wert bei 410 Euro - und das seit mehr als einem halben Jahrhundert. Gelten soll die neue Regelung vom 1. Januar 2018 an.

An der bisherigen Pool-Abschreibung soll demgegenüber festgehalten werden. Die untere Grenze für dieses Wahlrecht wird von 150 € auf 250 € erhöht, so dass die Wirtschaftsgüter künftig bis 250 € voll abgeschrieben werden können.

Normalerweise müssen Unternehmen Wirtschaftsgüter über mehrere Jahre abschreiben, oft drei bis fünf Jahre oder länger. In dieser Zeit müssen die Güter in einem Anlagenregister aufgeführt werden. Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) können aber bereits in dem Jahr abgeschrieben werden, in dem das Unternehmen sie angeschafft hat.

Die IHK setzt sich seit langem für die Anhebung der Schwellenwerte bei Geringwertigen Wirtschaftsgütern ein. Sie hat sich für einen Wert von 1.000 Euro eingesetzt. Die Anhebung auf 800 Euro sei jedoch ein wichtiger Schritt.

Insgesamt bedeutet die Anhebung der Geringwertigkeitsgrenze für die bayerischen Unternehmen einen erheblichen Bürokratieabbau: Die Ermittlung der Nutzungsdauer, die vielfach Gegenstand von langwierigen, kostenintensiven Auseinandersetzungen zwischen Unternehmen und Finanzverwaltung ist, entfällt für GWG. Die höhere Grenze ist auch wichtig, weil der technische Fortschritt eine deutliche Beschleunigung in der Wertminderung vieler Wirtschaftsgüter verursacht. Zudem wird mit der höheren Geringwertigkeitsgrenze eine wichtige Forderung des Mittelstandes zum Bürokratieabbau auf den Weg gebracht, auch wenn eine Anhebung auf 1.000 Euro realitätsnäher gewesen wäre. Außerdem stärkt die Anhebung der Geringwertigkeitsgrenze die Liquidität und Innenfinanzierung der Betriebe.