Abschreibungstabelle hilft, Nutzungsdauer zu bestimmen

AfA-Tabelle

Anschaffungskosten für abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens müssen - abgesehen vom Sofortabzug bei Wirtschaftsgütern bis 410 Euro oder 150 Euro bei der Poolabschreibung (Wirtschaftsgüter über 150 und bis 1000 Euro) - auf ihre Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden.

Beispiele hierfür können die Anschaffungen von Computern, Fahrzeugen, betrieblichen Maschinen und ähnlichen Gegenständen sein.

Als Hilfsmittel für die Schätzung der jeweils geltenden Nutzungsdauer hat die Finanzverwaltung Tabellen veröffentlicht, in denen die für Steuerzwecke regelmäßig geltende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für Anlagegüter enthalten ist. Die Abschreibungstabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter (kurz "AfA-Tabelle AV")gilt für abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nicht branchenspezifisch genutzt werden und die nach dem 31.12.2000 angeschafft oder hergestellt wurden.

Daneben existiert eine Vielzahl von branchenbezogenen AfA-Tabellen, z. B. für "Baugewerbe", "Maschinenbau", "Zahntechniker" und "Hafenbetriebe". Diese finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums der Finanzen.

Alle Tabellen werden ständig überarbeitet. Bis zum Inkrafttreten der neuen Tabellen gelten die alten weiter.

Anhebung der Schwelle bei Geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) vom 1.1.2018 an

Büromaterial Laptop Abschreibung Geringwertige Wirtschaftsgüter GWG
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Es ist geplant, dass Anschaffungen für geringwertige Wirtschaftsgüter zukünftig bis zu einem Wert von 800 Euro im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben werden können. Dies hat das Bundeskabinett am 6. März 2017 entschieden. Bisher liegt der Wert bei 410 Euro - und das seit mehr als einem halben Jahrhundert. Gelten soll die neue Regelung vom 1. Januar 2018 an.

Normalerweise müssen Unternehmen Wirtschaftsgüter über mehrere Jahre abschreiben, oft drei bis fünf Jahre oder länger. In dieser Zeit müssen die Güter in einem Anlagenregister aufgeführt werden. Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) können aber bereits in dem Jahr abgeschrieben werden, in dem das Unternehmen sie angeschafft hat.

Die IHK setzt sich seit langem für die Anhebung der Schwellenwerte bei Geringwertigen Wirtschaftsgütern ein. Sie hat sich für einen Wert von 1.000 Euro eingesetzt. Die Anhebung auf 800 Euro sei jedoch ein wichtiger Schritt.

Insgesamt bedeutet die Anhebung der Geringwertigkeitsgrenze für die bayerischen Unternehmen einen erheblichen Bürokratieabbau: Die Ermittlung der Nutzungsdauer, die vielfach Gegenstand von langwierigen, kostenintensiven Auseinandersetzungen zwischen Unternehmen und Finanzverwaltung ist, entfällt für GWG. Die höhere Grenze ist auch wichtig, weil der technische Fort­schritt eine deutliche Beschleunigung in der Wertminderung vieler Wirtschaftsgü­ter verursacht. Zudem wird mit der höheren Geringwertigkeitsgrenze eine wichtige Forderung des Mittel­standes zum Bürokratieabbau auf den Weg gebracht, auch wenn eine Anhebung auf 1.000 Euro realitätsnäher gewesen wäre. Zudem stärkt die Anhebung der Geringwertigkeits­grenze die Liquidität und Innenfinanzierung der Betriebe.