Rund um Teilzeit und befristete Teilzeit

Wer hat Anspruch auf Teilzeit? Welche Regeln gibt es für die Elternzeit? Welche Regeln gelten für die befristete Teilzeit (Brückenteilzeit)?

Wer hat Anspruch auf Teilzeit?

Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit. Voraussetzungen dafür sind:

  • Das Unternehmen hat mehr als 15 Beschäftigte
  • Der Arbeitnehmer, der Anspruch auf Teilzeit stellt, ist länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt.
  • Der Arbeitnehmer muss seinen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit mindestens drei Monate zuvor anmelden. Dafür ist keine besondere Form notwendig.

Kann der Wunsch nach Teilzeit abgelehnt werden?

  • Der Arbeitgeber muss mindestens einen Monat vor Beginn der gewünschten Arbeitszeit seine Entscheidung schriftlich bekanntgeben. Geschieht dies nicht, ist die Teilzeit genehmigt.
  • Abgelehnt werden kann der Wunsch nach einer Verringerung der Arbeitszeit nur aus "besonderen betrieblichen Gründen". Abgelehnt werden kann nur, wenn Organisation, Sicherheit und Betriebsablauf wesentlich beeinträchtigt werden oder unverhältnismäßige Kosten entstehen. Dies muss im Einzelfall überprüfbar sein.

Sonderfall: Teilzeit in Elternzeit und Pflegezeit

  • Während der Elternzeit haben Eltern einen besonderen Rechtsanspruch auf eine vorrübergehende Verringerung der Arbeitszeit. Eine Ablehnung ist nur aus "dringenden betrieblichen Gründen" möglich. Die in der Elternzeit beantragte Teilzeit darf nicht mehr als 30 Wochenstunden umfassen.
  • Für die Pflege von Angehörigen haben Arbeitnehmer für die Dauer der Pflegezeit einen Anspruch auf vorrübergehende Teilzeit. Dies gilt, wie beim allgemeinen Anspruch auf Teilzeit, nur bei Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten. Die Pflegezeit darf nicht länger als sechs Monate dauern. Im Fall der Verringerung der Arbeitszeit in der Pflegezeit muss der Arbeitnehmer seinen Anspruch schriftlich darlegen. Wie bei der Teilzeit während der Arbeitszeit kann der Wunsch nur aus "dringenden beruflichen Gründen" abgelehnt werden.

Befristete Teilzeit - Brückenteilzeit

Zum 1. Januar 2019 soll das Gesetz für befristete Teilzeit (Brückenteilzeit) in Kraft treten. Welche Folgen hat dies für die Wirtschaft?

Wer hat Anspruch auf befristete Teilzeit?

  • Einen Anspruch auf befristete Teilzeit haben Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern.
  • Dabei gibt es eine Differenzierung: In Unternehmen mit mindestens 45 und höchstens 200 Mitarbeitern gibt es eine Zumutbarkeitsregel: Pro 15 Mitarbeiter hat einer einen Anspruch auf befristete Teilzeit. Bei mehr als 200 Mitarbeitern hat jeder Mitarbeiter einen Anspruch auf Brückenteilzeit.
  • Die befristete Teilzeit muss mindestens ein Jahr und darf höchstens fünf Jahre dauern.
  • Es können nur Mitarbeiter den Anspruch auf Brückenteilzeit stellen, die mindestens sechs Monate im Betrieb sind.
  • Mitarbeiter, die bereits vor dem In-Kraft-Treten des Gesetzes auf befristete Teilzeit in Teilzeit arbeiten, können sich ebenfalls auf das neue Gesetz berufen. Hier sind die Regeln allerdings nicht ganz klar.

Kann ein Antrag auf Brückenteilzeit abgelehnt werden?

Der Antrag kann abgelehnt werden, wenn wesentliche Gründe dagegen sprechen. Das heißt, betriebliche Abläufe, Organisation oder Sicherheit werden wesentlich beeinträchtigt oder es werden unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht.