Rund um Teilzeit und befristete Teilzeit

Brückenteilzeit
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Wer hat Anspruch auf Teilzeit? Welche Regeln gibt es für die Elternzeit? Welche Regeln gelten für die befristete Teilzeit (Brückenteilzeit)?

Befristete Teilzeit - Brückenteilzeit

Der Bundestag hat am 18. Oktober 2018 das Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts - Einführung einer Brückenteilzeit beschlossen. Es soll zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Hier finden Sie die wichtigsten Regelungen.

Wer hat Anspruch auf befristete Teilzeit?

  • Einen Anspruch auf befristete Teilzeit haben Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 45 Arbeitnehmern.
  • In Unternehmen mit mehr als 45 aber höchstens 200 Arbeitnehmern gibt es einen Überforderungsschutz: Der Arbeitgeber darf einen Brückenteilzeit-Antrag ablehnen, wenn er bereits pro angefangenen 15 Arbeitnehmern einem Arbeitnehmer Brückenteilzeit gewährt hat.
  • Die befristete Teilzeit muss mindestens ein Jahr und darf höchstens fünf Jahre dauern.
  • Der Anspruch besteht nur für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis bereits länger als sechs Monate bestanden hat.
  • Auch Arbeitnehmer, die bereits in Teilzeit beschäftigt sind, können Brückenteilzeit in Anspruch nehmen und somit ihre Arbeitszeit vorübergehend für einen Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren weiter reduzieren.

Kann ein Antrag auf Brückenteilzeit abgelehnt werden?

Der Antrag kann abgelehnt werden, soweit betriebliche Gründe entgegen stehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht.

Außerdem kann der Arbeitgeber den Antrag ablehnen, wenn in Unternehmen mit über 45 aber weniger als 200 Arbeitnehmern bereits der oben erwähnte Anteil (einmal Brückenteilzeit pro angefangene 15 Arbeitnehmer) erfüllt ist.

Welche Form- und Fristvorschriften gibt es?

Der Arbeitnehmer muss Brückenteilzeit spätestens drei Monate vor Beginn der vorübergehenden Teilzeitbeschäftigung in Textform (auch E-Mail reicht aus) beantragen. Der Arbeitgeber muss seine Entscheidung über den Antrag spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Arbeitszeitverringerung schriftlich mitteilen. Achtung: Die Schriftform erfordert eine eigenhändige Unterschrift, eine E-Mail reicht für die Erklärung des Arbeitgebers also nicht! Wenn der Arbeitgeber nicht spätestens einen Monat vor Beginn der gewünschten Arbeitszeitverringerung schriftlich reagiert hat, verringert sich die Arbeitszeit im gewünschten Umfang, ohne dass es hierzu einer Vereinbarung bedarf.

Was gilt nach Ablauf der befristeten Teilzeit?

Nach Ablauf des Brückenteilzeit-Zeitraumes gelten automatisch wieder die bisherigen vertraglichen Regelungen. Die Arbeitszeit entspricht dann wieder der urspünglichen vertraglichen Regelung.

Unbefristete Teilzeit

Wer hat Anspruch auf unbefristete Teilzeit?

Der Anspruch auf dauerhafte Reduzierung der Arbeitszeit ergibt sich aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz. Die Voraussetzungen sind:

  • Das Unternehmen beschäftigt in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer.
  • Das Arbeitsverhältnis des Antragstellers besteht bereits seit mehr als sechs Monaten.
  • Der Arbeitnehmer muss seinen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit mindestens drei Monate zuvor anmelden. Dafür ist nach bisheriger Rechtslage keine besondere Form notwendig. Im Zuge der Einführung der Brückenteilzeit wird ab 01.01.2019 auch für den Antrag auf dauerhaufte Reduzierung der Arbeitszeit die Textform vorgeschrieben.

Kann der Wunsch nach Teilzeit abgelehnt werden?

  • Der Arbeitgeber muss mindestens einen Monat vor Beginn der gewünschten Arbeitszeit seine Entscheidung schriftlich bekanntgeben. Geschieht dies nicht, ist die Teilzeit genehmigt.
  • Der Arbeitgeber kann den Antrag auf Teilzeit ablehnen, soweit betriebliche Gründe entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation,den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht.

Sonderfall: Teilzeit in Elternzeit und Pflegezeit

  • Während der Elternzeit haben Eltern einen besonderen Rechtsanspruch auf eine vorrübergehende Verringerung der Arbeitszeit. Eine Ablehnung ist hier nur aus "dringenden betrieblichen Gründen" möglich. Die in der Elternzeit beantragte Teilzeit muss mindestens 15 Wochenstunden und darf nicht mehr als 30 Wochenstunden umfassen.
  • Für die Pflege von Angehörigen haben Arbeitnehmer für die Dauer der Pflegezeit einen Anspruch auf vorrübergehende Teilzeit. Dies gilt, wie beim allgemeinen Anspruch auf Teilzeit, nur bei Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten. Die Pflegezeit darf nicht länger als sechs Monate dauern. Im Fall der Verringerung der Arbeitszeit in der Pflegezeit muss der Arbeitnehmer seinen Anspruch schriftlich darlegen. Wie bei der Teilzeit während der Elternzeit kann der Wunsch nur aus "dringenden betrieblichen Gründen" abgelehnt werden.