IHK Ratgeber

Wiedereröffnung nach Corona: Konzept für die Hygiene in Hotels

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Voraussichtlich am 30. Mai dürfen Hotels in Bayern wieder öffnen. Welche Maßnahmen müssen Sie als Hotelier ergreifen, um die Vorgaben für die Hygiene zu erfüllen? Wie gehen Sie mit dem Abstandsgebot um?

Inhalt

Update: Aktuelle Lockerungen in der Hotellerie (23. Juni 2020)

  • Seit 22. Juni können Hallenbäder sowie Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbädern einschließlich der Wellness- und Saunaangebote wieder geöffnet werden. Diesbezüglich werden noch entsprechende Hygienekonzepte veröffentlicht.
  • Sofern Mitarbeiter in Kassen- und Thekenbereichen oder an Rezeptionen durch transparente Schutzwände aus Acrylglas o.ä. zuverlässig geschützt werden, entfällt für sie die Pflicht zum dauerhaften Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

23. Juni: Beherbergungsverbot für touristische Reisende aus Gütersloh

  • Bitte beachten: Für touristische Reisende aus dem Raum Gütersloh besteht aktuell ein Beherbungsverbot in Bayern.
  • Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen künftig keine Gäste mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt.

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Hygienekonzept der Staatsregierung: Das müssen Sie in Ihrem Hotel umsetzen

Hier finden Sie das Hygienekonzept der Bayerischen Staatsregierung für Hotels zum Download.

Abstand:

  • Personen müssen in allen Gemeinschaftsbereichen, einschließlich der sanitären Einrichtungen, sowie beim Betreten und Verlassen der Räumlichkeiten und auf Fluren, Gängen, Treppen den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.
  • Dies gilt für Gäste und Personal.
  • Das gemeinsame Beziehen eines Hotelzimmers ist nur den Personen gestattet ist, denen der Kontakt untereinander erlaubt ist.
    • Gruppenübernachtungen sind nicht möglich.
  • Es können unter Wahrung dieser Vorgaben alle Zimmer belegt werden.

Konzepte und Schulung

  • Erstellen Sie für Ihren Betrieb ein betriebliches Schutzkonzept unter Berücksichtigung von Mitarbeitern und Gästen und unter Beachtung der Rechtsverordnungen der Bundesländer und der arbeitsmedizinischen Schutz- und Vorsorgeregelungen. Die Berufsgenossenschaft BGN stellt dafür an die Corona-Pandemie angepasste branchenspezifische Muster / Vorlagen für die Gefährdungsbeurteilung und die betriebliche Pandemieplanung zur Verfügung.
  • Schulen Sie ihre Mitarbeiter (innerbetriebliche Maßnahmen) und berücksichtigen Sie dabei deren speziellen Arbeits- und Aufgabenbereich, ihre Qualifikation und sprachlichen Fähigkeiten.
  • Informieren und schulen Sie ihre Mitarbeiter über den richtigen Umgang mit Mund-Nase-Schutz und allgemeine Hygienevorschriften.Orientieren Sie sich an den Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Coronavirus.
  • Mitarbeiter mit akuten respiratorischen Symptomen jeglicher Schwere dürfen nicht arbeiten.
  • Erstellen Sie auch ein Lüftungskonzept.
  • Parkplätze: Wenn nach der Anzahl der Gäste regelmäßige Begegnungen auf Ihrem Parkplatz zu erwarten sind, erstellen Sie bitte ein Parkplatzkonzept.

Kommunikation mit den Gästen

Kommunizieren Sie die Notwendigkeit der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen an ihre Gäste, zum Beispiel durch den Aushang von Plakaten.

Machen Sie gegenüber Gästen, die die Vorschriften nicht einhalten, konsequent von Ihrem Hausrecht Gebrauch.

Folgende Gäste dürfen Sie nicht in Ihrer Gaststätte bewirten:

  • Gäste mit Kontakt zu COVID-19-Fällen in den letzten 14 Tagen
  • Personen mit unspezifischen Allgemeinsymptomen und respiratorischen Symptomen jeder Schwere

Die Gäste sind vorab in geeigneter Weise über diese Ausschlusskriterien zu informieren. Sollten Gäste in einer Gastronomie während des Aufenthalts Symptome entwickeln, haben diese umgehend die Gaststätte zu verlassen.

Kontrollieren Sie die Einhaltung des betrieblichen Schutzkonzeptes durch Mitarbeiter und Gäste und ergreifen bei Verstößen entsprechende Maßnahmen.

Mund-Nase-Bedeckung:

  • Gäste tragen sowohl im Außenbereich als auch im Innenbereich eine Mund-Nase-Bedeckung. Diese darf am Tisch und im Hotelzimmer abgenommen werden.
  • Für das Personal gilt auch die Maskenpflicht.
    • In den Räumlichkeiten, in denen sich keine Gäste aufhalten, - zum Beispiel in der Küche - sind keine Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, sofern der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden kann.

Reinigung und Lüftung

  • Stellen Sie Ihren Gästen und Mitarbeitern ausreichend Waschgelegenheiten, Flüssigseife, Einmalhandtücher und ggf. Händedesinfektionsmittel bereit. Mitarbeiter werden zum richtigen Händewaschen geschult. Sanitäre Einrichtungen sind mit Seifenspendern und Einmalhandtüchern/Trockengebläse auszustatten. Hier finden Sie ein Plakat zum richtigen Händewaschen zum Ausdruck und zum Aufhängen.
  • Erstellen Sie ein Reinigungskonzept nach HACCPunter Berücksichtigung der Nutzungsfrequenz von Kontaktflächen, z.B. Türgriffe.
  • Lüften Sie häufig und kräftig: Erstellen Sie ein Lüftungskonzept für Ihren Betrieb. Zur Gewährleistung eines regelmäßigen Luftaustausches ist die Lüftungsfrequenz abhängig von der Raumgröße und Nutzung zu berücksichtigen. Alle gegebenen Möglichkeiten der Durchlüftung aller Räumlichkeiten, die dem Aufenthalt von Gästen dienen, sind zu nutzen. Bei evtl. vorhandenen Lüftungsanlagen ist darauf zu achten, dass es zu keiner Erregerübertragung kommt, z.B. durch Reduzierung des Umluftanteils, Einbau bzw. häufiger Wechsel von Filtern.Erstellen Sie für die Mitarbeitern oder Gästen frei zugänglichen Bereiche ein Lüftungskonzept. Richten Sie sich dabei nach Handlungshilfe für lüftungstechnische Maßnahmen.
  • Reinigen Sie Gästetoiletten regelmäßig. Stellen Sie sicher, dass Flüssigseife, Einmalhandtücher und ggf. Händedesinfektionsmittel und Einmalhandschuhe zur Verfügung stehen. Informieren Sie Gäste über richtiges Händewaschen und Abstandsregelungen auch im Sanitärbereich - siehe Plakat zum richtigen Händewaschen. Soweit erforderlich, wird der Zugang geregelt, um die Einhaltung des Mindestabstands sicherzustellen

Check-In

Beim Check-in werden die Kontakte zwischen Mitarbeitern und Gästen und der haptische Kontakt zu Bedarfsgegenständen (z.B. Stifte, Meldeschein) auf das Notwendige beschränkt oder so gestaltet, dass nach jeder Benutzung eine Reinigung / Auswechslung erfolgt.

Zimmer, Öffentliche Einrichtungen und Schwimmbäder

  • In allen öffentlichen Bereichen (Rezeption, Tagungsräume, Frühstücksraum, Restaurant, Bar, Außen- und Freizeitbereiche) werden die Abstandsregeln zwischen Personal und Gästen sowie der Gäste untereinander eingehalten (siehe Rahmenkonzept Gastronomie).
  • Jede Wohneinheit - also Zimmer, Ferienwohnung, Ferienhaus oder sonstige Wohnobjekte wie Wohnwagen, Wohnmobil oder feste Mietunterkunft - muss über eine eigene Sanitäreinrichtung verfügen.
  • Halten Sie bei der Zimmerreinigung die geltenden Hygiene- und Reinigungsstandards konsequent ein.
  • Der Einsatz von Gegenständen im Zimmer, die von einer Mehrzahl von Gästen benutzt werden (z.B. Stifte, Magazine / Zeitungen, Tagesdecken, Kissen) ist auf ein Minimum zu reduzieren bzw. so zu gestalten, dass nach jeder Benutzung eine Reinigung / Auswechslung erfolgt. Das gilt auch in anderen Bereichen (z.B. Tagungsbereich).

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Empfehlungen zur Wiedereröffnung eines Hotels

  • Führen Sie die Reinigung der Gäste- und Gemeinschaftszimmer möglichst in Abwesenheit der Gäste durch, um Kontakte zu vermeiden.
  • Die Zulässigkeit von Massagebehandlungen und Beauty-Anwendungen richtet sich nach den Rechtsverordnungen der Bundesländer. Die danach zulässigen körpernahen Dienstleistungen sind auch im Hotel zulässig. Die dort vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen (z.B. Alltagsmasken) werden eingehalten. Der Zugang wird über Vorabterminierung gesteuert.


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