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Griechenland

Sie sind schon auf dem griechischen Markt tätig oder möchten Geschäftsbeziehungen zu Griechenland aufbauen. Hier finden Sie Informationen und weiterführende Links.

Wirtschaftliche Erholung und Chancen des Wirtschaftsstandortes Griechenland

Nach einer langen Krisenzeit beginnend in 2010 ist in Griechenland seit 2017 mit einem moderaten Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent eine leichte Erholung zu erkennen. Für die Jahre 2018 bis 2020 prognostiziert die EU-Kommission sogar ein Wachstum von 2 Prozent. Auch die Erwartungen über die Entwicklung der Investitionen (Anstieg um 14,6 und 9,6 Prozent in 2019 und 2020) seitens der Kommission bleiben positiv, stets unter der Bedingung, dass das vereinbarte Reformprogramm umgesetzt wird. Nicht nur der Tourismusboom sondern auch mehrere Energieinfrastrukturprojekte haben diese Entwicklung mitunterstützt.

Angesichts dieser Entwicklungen ist eine Geschäftstätigkeit ausländischer Unternehmen vor allem im griechischen Dienstleistungssektor interessant, welcher ca. 80 Prozent der Bruttowertschöpfung und 75 Prozent der Beschäftigung ausmacht. Dieser Sektor beinhaltet schließlich den boomenden Tourismusbereich aber auch das Grundstücks- und Wohnungswesen, welches durch eine sehr starke (auch zukünftige) Nachfrage durch Immobilienkäufer aus Drittländern gekennzeichnet ist. Auch in der verarbeitenden Industrie, als zweitwichtigsten Sektor, ergeben sich interessante Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmer, insbesondere in der Metallverarbeitung. So wuchs dieser Bereich selbst in den Krisenjahren 2010 bis 2017 um 6% und die Nachfrage wurde durch die erwähnten Energieinfrastrukturprojekte verstärkt. Die niedrigen Lohnkosten, das von der Regierung für 2019 geplante Privatisierungsprogramm im Umfang von 1,2 Mrd. Euro sowie die Stellung Griechenlands als Verbindungsglied zwischen Ost und West stellen weitere Chancen und Stärken dieses Wirtschaftsstandortes dar.

Risiken für die Geschäftstätigkeit: Staatsverschuldung und politisches Klima

Dennoch bleiben bestimmte Risiken bestehen, welche von Unternehmern mit Geschäftsbeziehungen zu Griechenland berücksichtigt werden sollten. Die Staatsverschuldung ist bei 175 Prozent des BIP immer noch enorm und dementsprechend hoch fallen die Steuersätze aus. Darüber hinaus sollen zwar die zu Krisenzeiten eingeführten Kapitalkontrollen bis Mitte 2019 sukzessive abgebaut werden, doch Unternehmen brauchen weiterhin die Genehmigung ihrer Hausbank oder des Finanzministeriums bei Auslandsüberweisungen für Importe über 100.000 Euro.