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Frankreich

Sie sind schon auf dem französischen Markt tätig oder möchten Geschäftsbeziehungen zu Frankreich aufbauen. Hier finden Sie Informationen und weiterführende Links.

Mitarbeiterentsendung nach Frankreich

Bei einer Tätigkeit in Frankreich haben Unternehmer mit Sitz in Deutschland arbeits-, sozialversicherungsrechtliche und steuerrechtliche Formalitäten sowie Meldepflichten zu beachten.

Eine Arbeitnehmerentsendung liegt grundsätzlich vor, wenn ein Arbeitnehmer auf Weisung seines deutschen Arbeitgebers (entsendendes Unternehmen) vorübergehend eine Beschäftigung in Frankreich ausübt. Dabei muss die Dauer der Beschäftigung in Frankreich von vornherein bestimmt sein und darf 183 Tage nicht überschreiten.
Auch Geschäftsreisen nach Frankreich, Transport von Waren, Teilnahme an französischen Messen und Kundenbesuche fallen unter diese Regelung.

Das im September 2018 verabschiedete Gesetz „LOI n° 2018-771 du 5 septembre 2018 pour la liberté de ‎choisir son avenir professionnel“ sieht einige Erleichterungen für Entsendebetriebe vor. Derzeit sind noch nicht alle Details der Vereinfachung bekannt. Vorläufige Informationen finden Sie unten auf dieser Seite.

Regelungen bei Entsendungen nach Frankreich

Derzeit sind die französischen Entsendevorschriften vergleichsweise strikt. Firmen, die Mitarbeiter zur vorübergehenden Ausführung von Arbeiten nach Frankreich entsenden, sind immer verpflichtet, eine Entsendemitteilung („déclaration préalable de détachement“) vor Aufnahme der Arbeiten der örtlich zuständigen INSPECTION DU TRAVAIL (Arbeitsinspektion) über das Internetportal "SIPSI‎"anzuzeigen, das auch in englischer Sprache zur Verfügung steht.

A1-Bescheinigung
Als Nachweis, dass der entsendete Mitarbeiter weiterhin in Deutschland sozialversichert ist, ist die A1-Bescheinigung notwendig. Der Mitarbeiter muss während des Einsatzes in Frankreich eine Kopie der A1-Bescheinigung bei sich führen.

Löhne
Zusätzlich ist es wichtig, die gesetzlichen Mindestlöhne zu beachten. Der Entsandte muss mindestens, ungebunden von der Dauer, nach dem branchenübergreifenden Mindestlohn entlohnt werden, wie dies bei einem Angestellten in Frankreich der Fall wäre. Seit 1.01.2019 beträgt der Mindestlohn (SMIC) 10,03 € pro Stunde.

Wichtig! Ansprechpartner in Frankreich benennen
Seit dem 1. April 2015 müssen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nach Frankreich entsenden, einen Vertreter in Frankreich bestimmen, der im Falle einer Kontrolle durch die französische Arbeitsinspektion kontaktiert werden kann und die notwendigen Unterlagen den Behörden vorlegen kann.

Mitarbeiterentsendung im Transportwesen
Bitte beachten Sie, dass Sie hier die „attestation de détachement“ benötigen, und nicht die übliche Entsendemitteilung. Diese finden Sie auf der Seite
https://www.service-public.fr/professionnels-entreprises/vosdroits/F32160 unter ‚Entreprises de transport: attestation de détachement‘.
Leider existiert diese Seite derzeit nur in französischer Sprache. Die sog. „attestation de détachement“ ist 6 Monate gültig und kann mehrere Entsendungen abdecken. Die Transporte müssen nicht im Vorfeld präzisiert werden.

Zukünftige Erleichterungen für entsendende Betriebe

Zukünftig sollen die Auflagen zur Entsendung jedoch etwas gelockert werden. Das entsprechende Gesetz („LOI n° 2018-771 du 5 septembre 2018 pour la liberté de ‎choisir son avenir professionnel“) wurde am 6. September 2018 verabschiedet. Bisher sind noch nicht alle Details der Erleichterungen abschließend geklärt. Bekannt sind jedoch die Fälle, in denen Entsendebetriebe entlastet werden sollen:

  • Für Einsätze von kurzer Dauer oder punktuelle Einsätze soll in bestimmten Fällen die Pflicht zu einer vorherigen Meldung der Mitarbeiter sowie zur Benennung eines Vertreters in Frankreich wegfallen. Für die vorzuhaltenden Dokumente sowie die Übersetzung dieser soll es Vereinfachungen geben.
  • Der zuständigen französischen Arbeitsaufsichtsbehörde soll es künftig erlaubt sein, nach eigenem Ermessen Entsendeunternehmen bei wiederkehrenden Einsätzen auf Antrag von bestimmten Auflagen zu befreien. Der Antragsteller muss allerdings nachweisen, dass er die gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen einhält.
  • Bei Arbeitseinsätzen auf eigene Rechnung - das heißt, wenn kein Auftrag zur Erbringung einer Dienstleistung durch einen Dienstleistungsempfänger vorliegt, wie beispielsweise bei Messebesuchen - müssen die Entsendeunternehmen künftig keine Vorabmeldungen mehr abgeben und auch keinen Vertreter benennen. Nichtsdestotrotz sind die zwingenden frz. Vorschriften z.B. zum Mindestlohn, Überstundenvergütung, Höchstarbeitszeiten, Arbeitsschutz etc. einzuhalten.


Die konkreten Vereinfachungen – wie etwa die Dauer der Einsätze, die von der Vereinfachung erfassten Tätigkeiten oder vorzuhaltende Dokumente – werden noch per Dekret geregelt. Für Zeitarbeitsfirmen bzw. Arbeitnehmerüberlassungen sowie Modelagenturen wird es keine Lockerungen geben. Im neuen Gesetz sind neben der Vereinfachung der entsenderechtlichen Regelungen auch schärfere Sanktionen bei Verstößen gegen diese vorgesehen. Auch können die französischen Behörden zukünftig Entsendungen untersagen, wenn der betreffende Entsendebetrieb Bußzahlungen aus vorherigen Verfahren nicht abgeleistet hat.

Regelungen bei Entsendung nach Frankreich