Umwelt- und Energieausschuss

Berichte aus den Sitzungen des IHK-Umwelt- und Energieausschusses

Der Umwelt- und Energieausschuss befasst sich branchenübergreifend mit den umwelt- und energiepolitischen Rahmenbedingungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Im Brennpunkt stehen die wirtschaftsverträgliche Ausgestaltung der Energiewende und des Klimaschutzes und der Beitrag der Unternehmen für mehr Ressourceneffizienz.

Am Mittwoch, 23. Oktober 2019, tagte der IHK-Ausschuss für Umwelt und Energie. ‎Dieses Mal war der Ausschuss unter Vorsitz von Dr. Florian Bieberbach in den ‎Räumlichkeiten der TenneT TSO in Dachau zu Gast.‎

Die Herbstsitzung bot für die Mitglieder des Umwelt- und Energieausschusses der IHK für München und Oberbayern eine einmalige Gelegenheit, tiefere Einblicke in die Arbeit eines führenden europäischen Übertragungsnetzbetreibers (ÜNB) zu bekommen. Die TenneT TSO GmbH agiert vor allem in Deutschland und den Niederlanden und betreibt über 23.000 Kilometer Hoch- und Höchstspannungsleitungen, die 41 Millionen Endverbraucher mit Strom versorgen.

In der Dachauer Schaltwarte steuert TenneT ‎sein gesamtes süddeutsches Netz. Die Ausschuss-Teilnehmer konnten den Kontrollraum der Schaltwarte besichtigen. Zuvor gaben die Herren Christian Horzetzky (TenneT Standort Bayreuth) und Andreas Schiller (TenneT Standort Dachau) einen Einblick in die Arbeitsweise sowie aktuelle Herausforderungen von ÜNB. Die zunehmende Volatilität der Stromeinspeisung durch die Energiewende und die damit verbundenen, immer kostenintensiveren Maßnahmen zur Netzstabilisierung wurden in diesem Zusammenhang besonders thematisiert. Während vor 15 Jahren noch kaum Eingriffe ins Netz erforderlich waren, musste TenneT im letzten Jahr rund 1600 Mal einschreiten, um die N-1-Sicherheit zu gewährleisten.

Aktuelles aus der bayerischen Energiepolitik berichtete Regierungsdirektor Dr. Hannes Hofmeister, Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Dabei ging er besonders auf die Stromversorgungssicherheit sowie die Strombezahlbarkeit, insb. für die energieintensiven Großabnehmer, ein. Zudem fasste er die Hauptergebnisse aus dem Bayerischen Energiedialog im Hinblick auf die Erarbeitung des Bayerischen Aktionsprogramms Energie zusammen, das noch in diesem Jahr vorgestellt werden soll.

Zum IHK-Diskussionspapier „innovative und nachhaltige Mobilität im Großraum München 2030“ informierte Dr. Tina Emslander, IHK München. Erforderliche Maßnahmen für den Großraum München sind neben einem Gesamtverkehrsplan und Mobilitätskonzept die systemische Vernetzung aller Verkehrsträger, der substanzielle Ausbau der Kapazitäten im ÖPNV, Effizienzsteigerung im motorisierten Straßenverkehr mit marktwirtschaftlichen Instrumenten wie beispielsweise Bepreisung, diverse innovative und nachhaltige Maßnahmen sowie ein geschlossener Finanzierungskreislauf.