Umwelt- und Energieausschuss

Berichte aus den Sitzungen des IHK-Umwelt- und Energieausschusses

Der Umwelt- und Energieausschuss befasst sich branchenübergreifend mit den umwelt- und energiepolitischen Rahmenbedingungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Im Brennpunkt stehen die wirtschaftsverträgliche Ausgestaltung der Energiewende und des Klimaschutzes und der Beitrag der Unternehmen für mehr Ressourceneffizienz.

Bei seiner Sitzung am 5. Juli 2018 bei der KNORR-BREMSE Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH befasste sich der IHK-Umwelt- und Energieausschuss mit den Potenzialen von E-Fuels, den IHK-Positionen zu Klimapolitik und aktuellen Fragen aus der Unternehmenspraxis.

Nach der Begrüßung durch den Ausschussvorsitzenden, Dr. Florian Bieberbach, berichtete Andreas Maier, Repräsentant des IWO Institut für Wärme und Öltechnik über die neuesten Erkenntnisse zu E-Fuels –mit denen Kraft- und Brennstoffe zukünftig klimaneutraler werden können. Insbesondere bezog er sich auf eine neue Studie der PROGNOS AG „Status und Perspektiven flüssiger Energieträger in der Energiewende“ (s. Anhang), der zufolge E-Fuels im großtechnischen Maßstab wettbewerbsfähig zu anderen Optionen für klimafreundliche Mobilität sein können. In der anschließenden Diskussion wurde vorgeschlagen, den Strombezug von E-Fuels-Anlagen von der EEG-Umlage zu befreien, damit sie schneller rentabel würden und sich am Markt behaupten können. Es wurde begrüßt, dass die IHK das Thema „Bezahlbare Energie – Energiewende – EEG“ erneut in ihr Arbeitsprogramm 2019 aufgenommen hat. Mit Blick auf eine mögliche großtechnische Produktion von E-Fuels, z.B. auf dem afrikanischen Kontinent, wurde festgestellt, dass die Voraussetzungen wesentlich besser seien als beim letztlich gescheiterten Projekt Desertec. Der wesentliche Unterschied bestehe darin, dass für den weltweiten Transport und die Speicherung von E-Fuels die bestehende Infrastruktur für Öl und Gas genutzt werden könne.

Hauptthema der Sitzung waren dann die von Dr. Ammann vorgestellten Eckpunkte der IHK-Position zur Klimapolitik, die bis Ende des Jahres formuliert und von der Vollversammlung beschlossen werden soll. Erstmalig wurde die Internet-Plattform „open IHK“ eingesetzt, um eine breite Partizipation bei der Identifizierung von Themen und beim Themenranking über das Ehrenamt bayernweit zu ermöglichen. Bei einem Expertenworkshop wurden auf dieser Basis Eckpunkte der Position herausgearbeitet, die der Ausschuss intensiv diskutierte. Hier betonten die Ausschussmitglieder den Vorrang von Anreizen, statt ordnungspolitischer Vorgaben. Bei allen Maßnahmen müsse bedacht werden, dass insbesondere die global agierenden Unternehmen ihre Produktion vergleichsweise schnell verlagern können. Auch deshalb müsse Klimaschutz global betrachtet und abgestimmt werden. E-Mobilität sei kein Allheilmittel gegen Umweltprobleme, solange die Stromerzeugung CO2-intensiv ist und hierfür große Mengen von Rohstoffen aus Krisenregionen benötigt würden. Auch im Gebäudebereich sei Technologieoffenheit ein wichtiger Parameter um Weichenstellungen zu verhindern die in kurzer Zeit bereits revidiert werden müssten. Aktuelle Studien von BDI, DENA und anderen zeigen, dass eine Reduktion der Treibhausgasemissionen möglich ist.

In einer kurzen Aussprache signalisierten die Ausschussmitglieder ihre Zustimmung zur DIHK-Position zur anstehenden TEHG-Novelle, vor allem was die Entlastungen für Klein- und Kleinstanlagen betrifft.

Zum Abschluss der Sitzung rief Dr. Bieberbach die Anwesenden auf, Beispiele für unnötige Bürokratie und verzögerte Genehmigungsverfahren an die IHK zu melden. Die IHK würde solche Beispiele in Arbeitskreisen zum Bürokratieabbau thematisieren.

PROGNOS Studie "Status und Perspektiven flüssiger Energieträger in der Energiewende"

DIHK-Stellungnahme zur Novelle des TEHG