IHK Ratgeber

EMAS - Eco-Management and Audit Scheme

Die IHK München ist EMAS-Registrierungsstelle. Erfahren Sie mehr über das Umweltmanagementsystem.

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Was ist EMAS?

Das Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung - EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein von den Europäischen Gemeinschaften 1993 entwickeltes Instrument für Unternehmen, die ihre Umweltleistung kontinuierlich verbessern wollen. Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009. Der Aufbau eines Umweltmanagementsystems und die Abläufe entsprechen seit 2001 der ISO 14001. Mit dem Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2017/1505 im August 2017 wurde die EMAS-Verordnung an die neue ISO 14001:2015 angepasst und mit der Verordnung (EU) 2018/2026 wurde der Anhang IV der EMAS-Verordnung überarbeitet. Diese Verordnung tritt am 9. Januar 2019 in Kraft.

Unternehmen, die bei EMAS mitmachen wollen, müssen eine Umweltprüfung ablegen, ein wirksames Umweltmanagement einführen und eine Umwelterklärung erstellen. Die internen Dokumente sowie die Umwelterklärung werden von einem unabhängigen, staatlich zugelassenen Umweltgutachter geprüft. Bei positiver Prüfung wird die Umwelterklärung für gültig erklärt (validiert). Der Umweltgutachter achtet dabei nicht allein auf die Einhaltung der formellen Regeln, sondern vor allem auf die echte Umweltleistung des Unternehmens, wie die Einhaltung aller relevanten Umweltrechtsvorschriften und Umweltziele. Im Anschluß daran kann die Registrierung des Unternehmens über die zuständigen Stellen - die IHK München ist eine EMAS-Registrierungsstelle - erfolgen. Das Unternehmen wird dann im EMAS-Register geführt. Weitere Informationen finden Sie auf der EMAS-Website.

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EMAS-Registrierung

Unternehmen können sich über die IHK München für das Umweltmanagementsystem EMAS registrieren lassen. So funktioniert's: Mit der validierten Umwelterklärung kann die Organisation bei der zuständigen Registrierungsstelle einen Antrag auf Eintragung in das EMAS-Register stellen. Dazu sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Das ausgefüllte Antragsformular
  • Eine Beschreibung der Organisation und aller dazugehörigen Standorte
  • Die validierte Umwelterklärung
  • Die unterzeichnete Erklärung des Umweltgutachters (Art. 25 Abs. 9 i. V. mit Anhang VII der Verordnung 1221/2009).

Die Registrierungsstelle prüft die eingereichten Unterlagen, benachrichtigt die zuständige Kreisverwaltungsbehörde über die beantragte Registrierung und gibt dieser Gelegenheit zur Stellungnahme. Äußern sich die Vollzugsbehörden innerhalb von vier Wochen nicht negativ, wird der Organisation eine Registriernummer zugeteilt und diese in das EMAS-Register eingetragen. Mit der Eintragung ins Register ist die Organisation berechtigt, das EMAS-Logo zu nutzen, solange die Registrierung besteht.

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EMAS - Aktuelle Änderungen

Die EMAS-Verordnung wurde planmäßig überprüft und an die novellierte ISO 14001:2015 angepasst. Damit wurden die Anhänge I-IV der EMAS-Verordnung überarbeitet.
Mit der Änderungsverordnung (EU) 2017/1505 wurden 2017 die Anhänge I bis III aktualisiert. Mit einer weiteren Änderungsverordnung (EU) 2018/2026 wurde im Dezember 2018 der Anhang IV überarbeitet. Diese Verordnung tritt am 9. Januar 2019 in Kraft.
Im Anhang IV der EMAS-Verordnung sind die Anforderungen an die Umweltberichterstattung, insbesondere an die Umwelterklärung beschrieben. Folgende Änderungen sollen dazu beitragen, die Erstellung und Verwendung der Umwelterklärung zu verbessern:

  • Die Umwelterklärung kann weitere, über die Anforderungen des Anhang IV hinausgehende Umweltinformationen enthalten. Diese Angaben sind durch den Umweltgutachter zu validieren.
  • Die Umwelterklärung kann in andere Berichte integriert werden, z. B. in einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht. Die Umwelterklärung muss dabei eindeutig identifizierbar sein.
  • Bei der Darstellung der Kernindikatoren kann der Referenzwert (Zahl B) unter bestimmten Bedingungen (Repräsentativität, Nachvollziehbarkeit, Branchenüblichkeit, Vergleichbarkeit über mindestens drei Jahre) frei gewählt werden.
  • Die Kernindikatoren Biodiversität, Energie und Emissionen wurden überarbeitet. Der Indikator für Biodiversität wurde überführt in „Flächennutzung in Bezug auf Biodiversität“ und setzt sich zusammen aus Gesamtflächenverbrauch, versiegelte Fläche, naturnahe Fläche vor Ort aber auch abseits des Standortes.
  • Neu aufgenommen wurde die Anforderung auch über für die Organisation bedeutende indirekte Umweltaspekte zu berichten. Diese sind über die Kernindikatoren oder geeignete andere Indikatoren abzubilden.
  • Die Berichterstattung auf Grundlage qualitativer Daten ist möglich soweit keine quantitativen Daten vorliegen.
  • Sprachregelung für die Gesamtumwelterklärung im Fall von Sammelregistrierungen: Soweit mit der Registrierungsstelle abgestimmt, kann dafür auch eine andere Sprache als die Amtssprache des Landes der Registrierungsstelle genutzt werden. Die Informationen zu den einzelnen Standorten muss aber in jedem Fall auch in der Amtssprache am Standort verfügbar sein.

Die Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses hat alle Änderungen - sowohl die von 2017 als auch von 2018 - in einer kleinen Broschüre zusammengefasst. Die Broschüre können Sie sich auf der EMAS-Seite unter diesem Link herunterladen.

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EMAS-Award

Die EMAS-Awards werden seit 2005 an EMAS-Organisationen mit herausragenden Leistungen im Umweltmanagement verliehen. Mittlerweile gibt es diese Ausschreibung alle zwei Jahre.

Das Wettbewerbsthema für die EMAS-Awards 2019 stand unter dem Motto "EMAS als Motor des Wandels". Am 26. November 2019 wurden die Europäischen EMAS Awards in Bilbao/Spanien vergeben.

Mit Markus Glöckner Natursteine und Neumarkter Lammsbräu sind auch zwei deutsche Unternehmen ausgezeichnet worden. Ihnen ist es auf hervorragende Weise gelungen, mit dem Umweltmanagementsystem EMAS den Weg hin zu mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu gestalten.

In der Kategorie mittelständische Unternehmen erhielt Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG den EMAS AWARD. Die Brauerei ist Gründerin der Erzeugergemeinschaft für ökologische Rohstoffe (EZÖB) und Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL), die heute über 100 Bio-Lebensmittelhersteller umfasst. Seit 1996 ist der Betrieb EMAS-registriert. Mit einem eigenen Code of Conduct, sowie einer Nachhaltigkeitsbewertung bindet das Unternehmen seine Rohstoff-Lieferanten aktiv in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess ein. In einem Fahrtraining und anschließendem Wettbewerb schafft Lammsbräu wirksame Anreize für eine sparsamere Fahrweise seiner Beschäftigten.

In der Kategorie kleine Unternehmen erhielt Markus Glöckner Natursteine einen Ehrenpreis. Nachhaltigkeit prägt das Geschäftsmodell des Steinmetzbetriebes, der auf die Restauration und Verarbeitung von Natursteinen spezialisiert ist. Dem Leitgedanken „Altes erhalten – Neues gestalten“ folgend geht der saarländische Handwerksbetrieb neue Wege in einer Branche mit großen Nachhaltigkeitsherausforderungen.

Mit den EMAS Awards ausgezeichnet wurden Bernhard-AV (Belgien, Kategorie kleine Unternehmen), Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG (Deutschland, Kategorie mittelständische Unternehmen), Servier Toledo (Spanien, Kategorie große Unternehmen), Cartagena Port Authority (Spanien, Kategorie kleine öffentliche Einrichtungen) und Barcelona Port Authority (Spanien, Kategorie große öffentliche Einrichtungen).

Weitere Informationen zum EMAS-Award finden Sie auf der EMAS-Website.

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EMAS und die ISO 50001

ür die Energieeffizienz im Unternehmen sind Energiemanagementsysteme entscheidend. Die Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses (UGA) hat eine Gegenüberstellung zur Erfüllung der Anforderungen der DIN EN ISO 50001 durch EMAS veröffentlicht.

EMAS erfüllt nicht automatisch alle Anforderungen der ISO 50001. Ist aber die Energienutzung als Umweltaspekt bereits Bestandteil des Umweltmanagementsystems, sind nur wenige inhaltliche Anpassungen und Konkretisierungen, z. B. hinsichtlich energiebezogener Leistung, energetischer Bewertung usw., erforderlich. Präzisierungen können auch hinsichtlich der Organisationsstruktur erforderlich sein, da die ISO 50001 die Verantwortlichkeiten dem Top-Management und dem Umweltbeauftragten zuordnet, wo bei EMAS nur teilweise Anforderungen an die Organisation vorgegeben sind.

Die Gegenüberstellung ISO 50001 vs. EMAS gibt Ihnen auch die Gelegenheit, die wesentlichen Inhalte der Norm kennenzulernen.

Sie finden die Broschüre auf der EMAS-Website.

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EMAS und die Energieauditpflicht

Das EDL-G sieht vor, dass erstmalig bis zum 5. Dezember 2015 und danach mindestens alle vier Jahre ein Energieaudit durchzuführen ist. Betroffen sind alle Unternehmen aller Branchen und Rechtsformen, die nicht der europaweit gültigen KMU-Definition für kleine und mittlere Unternehmen entsprechen.

Partnerunternehmen oder verbundene Unternehmen können als Nicht-KMU gelten, selbst wenn sie für sich alleine die KMU-Kriterien einhalten (weniger als 250 Beschäftigte und weniger als 50 Mio. Euro Jahresumsatz bzw. weniger als 43 Mio. Euro Jahresbilanzsumme). Auch Stellen der öffentlichen Verwaltung können von der Energieauditpflicht erfasst sein, z. B. kommunale Eigenbetriebe. Hilfestellung leistet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Unternehmen, die EMAS haben oder auch jetzt mit der EMAS-Einführung beginnen, erfüllen die Energieauditpflicht und können sich weitere Vorteile sichern: Es reicht aus, wenn bis 31.12.2016 - etwa im Rahmen einer Umweltprüfung nach EMAS - mindestens eine Bestandsaufnahme der Energieströme und Energieträger erfolgt ist und wichtige Energiekenngrößen gemessen und bewertet worden sind (EDL-G § 8c Absatz 6). Ein weiterer Pluspunkt, um EMAS einzuführen! Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 14001 reicht nicht aus.

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EMAS und die ISO 26000

Hauptthemen der ISO 26000 (Guidance on social responsibility – ISO 26000:2010) sind Menschenrechte, Arbeitspraktiken, faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, Umweltschutz, Konsumentenanliegen sowie Einbindung und Entwicklung des gesellschaftlichen Umfelds der Organisation/des Unternehmens. Die ISO 26000 ist keine zertifizierbare Managementnorm, sondern eine Richtschnur, um gesellschaftlich verantwortliches Verhalten privater und öffentlicher Unternehmen und Organisationen in bestehende Strategien, Systeme, Verfahrensweisen und Prozesse zu integrieren.

Die Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses hat die Inhalte des Umweltkapitels der ISO 26000 den Anforderungen der EMAS-Verordnung an ein Umweltmanagementsystem gegenübergestellt. EMAS-Teilnehmer können so ihre Aktivitäten den entsprechenden Empfehlungen des ISO-Leitfadens zuordnen. Mit ihrem Managementsystem und eingeführten Handlungsgrundsätzen setzen EMAS-Organisationen weite Teile der nur unverbindlichen Empfehlungen und Anregungen der ISO 26000 in die Praxis um. Außerdem ist vieles aus dem Umweltschutzkapitel der ISO 26000 in Deutschland ohnehin gesetzlich geregelt.
Die Gegenüberstellung finden Sie auf der EMAS-Website.

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EMAS und ein Tool zum Nachhaltigkeitsmanagement

Das Online-Tool ist das Ergebnis des Pilotprojektes Vom Umweltmanagement zum Nachhaltigkeitsmanagement, welches vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zusammen mit den bayerischen Kammern im Rahmen des Umweltpakts Bayern durchgeführt wurde. Seit September 2014 steht es allen Betrieben kostenfrei zur Verfügung.

In der Abschlussveranstaltung des Pilotprojekts Vom Umweltmanagement zum Nachhaltigkeitsmanagement die im Rahmen einer Presseveranstaltung im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz stattfand, wurden die neun an diesem Projekt beteiligten Pilotbetriebe ausgezeichnet.

Im Rahmen des Pilotprojektes wurden die Arbeitsmaterialien von den neun Pilotbetrieben getestet und in der Praxis erprobt. Mit Hilfe der Checkliste können Unternehmen den Status quo im Bereich Nachhaltigkeit für den eigenen Betrieb prüfen. Im Leitfaden und in den Praxisbeispielen finden sich zahlreiche Anregungen für Handlungsansätze. Inhaltliche Grundlage ist die ISO 26000 Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen.
Das Onlinetool Nachhaltigkeitsmanagement finden Sie auf der Website des Infozentrums Umweltwirtschaft (IZU).

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Förderprogramm für EMAS und Umweltmanagement (BUMAP)

Das bisherige Bayerische Umweltberatungs- und Auditprogramm (BUBAP) präsentiert sich ab Januar 2017 mit neuem Namen und zahlreichen Verbesserungen für Unternehmen als Bayerisches Umweltmanagement- und Auditprogramm (BUMAP).

Die Förderung wird künftig im Rahmen von Projektgruppen mit mindestens fünf Betrieben gewährt. Eine einzelbetriebliche Förderung ist nicht mehr möglich. Gefördert werden die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS, der ISO 14 001, nach den Vorgaben des Qualitätsverbunds umweltbewusster Betriebe (QuB) und des Ökologischen Projekts für integrierte Umwelttechnik (ÖKOPROFIT). Bewilligungsbehörde ist die Regierung von Schwaben.
Die zuwendungsfähigen Ausgaben der Projektgruppenteilnehmer werden abhängig vom Schwerpunkt des geförderten umweltorientierten Managements bis zu folgender Höhe anerkannt:

  • EMAS: 7.000 Euro bei der Einführung, 3.500 Euro bei der Revalidierung
  • ISO 14001: 5.000 Euro bei der Einführung, 2.500 Euro bei der Rezertifizierung
  • QuB: 4.000 Euro bei der Einführung, 2.000 Euro bei der Rezertifizierung
  • ÖKOPROFIT: 4.000 Euro bei der Einführung, 2.000 Euro beim ÖKOPROFIT-Klub

Das Infozentrum Umweltwirtschaft (IZU) bietet weitere Informationen.

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