IHK-Tourismusausschuss

Berichte aus den Sitzungen des IHK-Tourismusausschusses

Der Tourismusausschuss setzt sich aus unterschiedlichen Akteuren der oberbayerischen Tourismuswirtschaft zusammen und befasst sich mit diversen Themen, die den Tourismus betreffen. Diese reichen von der Förderung der touristischen Infrastruktur über die Digitalisierung bis hin zum Klimawandel. Gemeinsam werden Positionen entwickelt und gegenüber der Politik vertreten.

Am 27. Oktober 2020 kam der Tourismusausschuss zur einer abermals digital abgehaltenen Sitzung zusammen. Im Fokus standen die Chancen und Risiken für den Tourismus in den Ortszentren Münchens und Oberbayerns.

Nach einem Impulsvortrag der dwif-Consulting GmbH zu der aktuellen Lage des Tourismus in Oberbayern mit Ausblick in die Zukunft diskutierte der Ausschuss über die aktuelle Lage der touristischen Betriebe sowie kurz- und mittelfristige Maßnahmen, um diese zu stärken.

Denn: Für Gesamtdeutschland werden die Fernreisen mittelfristig wegfallen, sodass der innerdeutsche Tourismus sehr an Bedeutung gewinnt. Das kommt Bayern zu Gute, allerdings muss hier stark nach städtischen und ländlichen Regionen unterschieden werden:
Die Stadt München ist besonders schwer betroffen. Hier sollten geplante Hotelprojekte auf den Prüfstand gestellt werden, um weitere Überkapazität zu vermeiden. Auch sind die Sperrstunden kontraproduktiv, da sich hier eine Verschiebung in den privaten Bereich erkennen lässt. Regionen, welche sich im regionalen Lockdown befinden, sollten eine eigene Kategorie bei der Überbrückungshilfe erhalten, um finanzielle Einbußen abzufedern. In den ländlichen Regionen ist das Phänomen des „pandemischen Overtourism“ zu beobachten. Mit gezielter Verkehrslenkung kann hier dem Overcrowding entgegengewirkt werden, um auch die Akzeptanz der einheimischen Bevölkerung zu erhalten.

Allgemein werden verfügbare Schnelltests als Chance für die Unternehmer gesehen, Großveranstaltungen und Messen wieder zu ermöglichen. Hier sollten Pilotprojekte schneller vorangetrieben und umgesetzt werden. Die Unternehmer fordern früher über geplante Verfügungen informiert zu werden, um der Menge und Schnelllebigkeit der Verordnungen Herr zu werden. Insgesamt wird mehr Klarheit und Vereinheitlichung der Regelungen gefordert, um die Nachvollziehbarkeit und Akzeptanz der Bevölkerung zu erhalten.

Fazit: Die Tourismusbranche ist essentiell für das Freiheitsbedürfnis der Menschen und sollte nicht zur hauptsächlich leidtragenden Branche der Pandemie werden.