IHK-Tourismusausschuss

Berichte aus den Sitzungen des IHK-Tourismusausschusses

Der Tourismusausschuss setzt sich aus unterschiedlichen Akteuren der oberbayerischen Tourismuswirtschaft zusammen und befasst sich mit diversen Themen, die den Tourismus betreffen. Diese reichen von der Förderung der touristischen Infrastruktur über die Digitalisierung bis hin zum Klimawandel. Gemeinsam werden Positionen entwickelt und gegenüber der Politik vertreten.

Das Bayerische Zentrum für Tourismus, Tourismusakzeptanz der einheimischen Bevölkerung sowie ein innovatives und nachhaltiges Mobiliätskonzept für den Großraum München

In der Sitzung des IHK-Tourismusausschusses am 27. November 2019 war der Leiter des neu gegründeten Bayerischen Zentrum für Tourismus, Prof. Dr. Alfred Bauer, als Vortragender geladen. Prof. Bauer betonte, dass das Zentrum ein Think-Tank für ganz Bayern sein soll. Drei Themenbereiche hat das Zentrum identifiziert, die es zeitnah bearbeiten will:

  • Zielgruppen und Märkte der Zukunft für Bayern: Wie werden die Generationen künftig reisen und wie ist der bayerische Tourismus hierauf eingestellt?
  • Nachhaltige Destinationsentwicklung im städtischen und/oder ländlichen Raum: Von einer monothematischen (touristischen) Betrachtung hin zu einer Gesamtbetrachtung des Raumes (Lebens-, Arbeits- und Freizeitraum für die Einheimischen)
  • Mobilität in urbanen Räumen und in den Feriengebieten: Ökologische Verkehrsangebote insb. „letzte Meile“ in Urlaubsgebieten sowie spezifische Lenkungskonzepte an touristischen Hotspots

Im Anschluss referierte Prof. Bauer über die Bedeutung und Entwicklung des Tourismus aus Sicht der Einheimischen Bevölkerung im Allgäu. Hier wurde eine Studie mit 1.854 Telefoninterviews durchgeführt. Folgendes sind die zentralen Erkenntnisse:

  • Großteils ist die Bevölkerung des Allgäus mit der derzeitigen Anzahl an Touristen einverstanden.
  • Bei der touristischen Weiterentwicklung sollte die Bevölkerung z.B. bei Strategieworkshops einbezogen werden.
  • Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus ist dem Großteil der Bevölkerung bewusst.
  • Die Bevölkerung fühlt sich durch Touristen hauptsächlich durch die verkehrliche Überlastung gestört.
  • Durch Tourismus finanzierte Infrastrukturprojekte müssen der einheimischen Bevölkerung besser kommuniziert werden.

Frau Dr. Emslander präsentierte im Anschluss das IHK-Diskussionspapier zur „Innovativen und nachhaltigen Mobilität im Großraum München 2030“, das aktuell mit dem IHK-Ehrenamt diskutiert wird. Ein Gesamtverkehrsplan und Mobilitätskonzept für den Großraum München mit Vernetzung aller Verkehrsträger sind erforderlich, um den Verkehrskollaps infolge des Bevölkerungswachstums und der damit verbundenen steigenden Verkehrsnachfrage zu vermeiden. Ziel ist, die Funktions- und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts zu sichern. Nach dem substanziellen Ausbau der Kapazitäten im ÖPNV muss auch über eine Verkehrslenkung des MIV nachgedacht werden, um die Effizienz des Verkehrssystems zu erhöhen. Dabei sind marktwirtschaftliche Instrumente, wie beispielsweise eine Bepreisung, ordnungspolitischen Maßnahmen, wie z. B. Fahrverboten, vorzuziehen. Eine in Auftrag gegebene ifo-Studie zeigt die verkehrslenkende Wirkung einer sog. „Anti-Stau-Gebühr“ durch Reduzierung von Verkehrsvolumen und Fahrzeit.