27.11.2019

Wirtschaft unterstützt Aiwangers Forderung nach niedrigem Industriestrompreis

High voltage towers with sky background.
© kalafoto - Fotolia.com

Die IHK für München und Oberbayern beurteilt das Bekenntnis zu niedrigen Industriestrompreisen von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in seiner heutigen Regierungserklärung als äußerst positiv.

Gegensteuern bei Kosten der Energiewende für Industriebetriebe dringend notwendig

„Die immer höheren Stromkosten durch die Energiewende sind ein immenses Problem für viele Unternehmen, besonders in der Industrie. Der Kostendruck durch die Energiewende kann zur Verlagerung von Produktion ins Ausland führen. Dadurch hat die Energie­wende eine zentrale Bedeutung für den Industriestandort Bayern“, sagt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern.

Aiwanger hatte in seiner Regierungserklärung bekräftigt, dass ein Industriestrompreis „mit einer Vier vor dem Komma“ notwendig sei. Er bezieht sich dabei auf den Preis einer Kilowattstunde Strom in Cent. Dafür werde sich Bayern auch in Berlin einsetzen, so Aiwanger. Durch die hohe Abgaben- und Steuerlast auf dem Strompreis ergeben sich aus IHK-Sicht politische Spielräume für Preissenkungen, zum Beispiel durch eine Abschaffung der Stromsteuer. Deutschland belegt durch hohe Abgaben, Steuern und Umlagen für Netzkosten im internationalen Vergleich einen negativen Spitzenplatz bei den Stromkosten für die Wirtschaft. In Europa liegt Deutschland laut EU-Kommission auf Platz Eins mit rund doppelt so hohen Industriestrompreisen wie in Frankreich, Tschechien oder Ungarn.

IHK-Chef Gößl weiter zur bayerischen Energiepolitik: „Entscheidend für die Wirtschaft ist die Balance aus bezahlbaren Strompreisen, Versorgungssicherheit und Nachhaltig­keit. Dabei geht kein Weg an den beiden Stromtrassen vorbei, die mehr Windstrom aus dem Norden nach Bayern bringen sollen, wo dieser dringend benötigt wird. Die Wirtschaft unterstützt einen Ausbau der erneuerbaren Energien, jedoch sollten nicht Ideologien, sondern Effizienzkriterien über den Energie-Mix der Zukunft entscheiden.“

Gößl betont, dass drei Viertel der Betriebe laut einer IHK-Umfrage einen raschen Ausbau der Energienetze fordern. Je rund 60 Prozent der Befragten verlangen auch den Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine Entlastung beim Strompreis.