Lohnsteuerliche Aspekte der E-Mobilität

Förderung der Elektromobilität für Arbeitgeber

Ladestation Elektromobilität
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Die Elektromobilität spielt in der Praxis eine immer größer werdende Rolle. Auch Arbeitgeber können hier die staatliche Förderung nutzen und lohnsteuerliche Anreize für ihre Arbeitnehmer schaffen.

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Lohnsteuer: Private Nutzung von Dienstwagen durch Arbeitnehmer sowie Jobtickets

Bisher muss die private Nutzung eines Dienstwagens mit 1 % des inländischen Listenpreises für jeden Kalendermonat versteuert werden. Für E-Autos, die nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 angeschafft werden, soll dieser Wert auf 1 % vom hälftigen Bruttolistenpreis sinken. Extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge sollen nur in die Neuregelung einbezogen, wenn der Elektroantrieb eine bestimmte Mindestreichweite (derzeit 40 Kilometer) besitzt und ein bestimmter CO2-Wert nicht überschritten wird. Eine entsprechende Ergänzung des Einkommensteuergesetzes hat der Deutsche Bundestag am 8. November 2018 im Rahmen des geplanten "Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften" beschlossen. Erforderlich sind außerdem noch die abschließende Beratung und die Zustimmung des Bundesrats.

Auch Jobtickets bzw. Zuschüsse des Arbeitgebers zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sollen wieder steuerfrei werden. Allerdings werden die künftig steuerfreien Leistungen für Job-Tickets auf die Entfernungspauschale angerechnet, um eine "systemwidrige Überbegünstigung" gegenüber Arbeitnehmern, die diese Aufwendungen selbst aus ihrem versteuerten Einkommen bezahlen, zu verhindern.

Lohnsteuer: Überlassung und Verkauf von E-Bikes an Arbeitnehmer

E-Bikes laden Akkus an Ladestation / E-Bike Station
© Ghazi Ayed

Überlässt der Arbeitgeber oder aufgrund des Arbeitsverhältnisses ein Dritter dem Arbeitnehmer ein (Elektro-)Fahrrad auch zur privaten Nutzung, ist – zumindest noch bis Ende 2018 - der zum Arbeits‎lohn gehörende geldwerte Vorteil monatlich wie folgt zu bewerten:‎

  • 1 % der auf volle hundert Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des ‎Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Fahr‎rads einschließlich der Umsatzsteuer, wenn es sich verkehrsrechtlich um ein Fahrrad ‎handelt und
  • 1 % des Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich 0,03 % des ‎Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer für die Fahrten zwischen Wohnung und ‎erster Tätigkeitsstätte, wenn es sich verkehrsrechtlich um ein Kraftfahrzeug handelt. ‎Dies ist der Fall, wenn der Motor des E-Bikes Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt.‎

Dies ergibt sich aus den Gleichlautenden Erlassen der obersten Finanzbehörden der Länder vom 23. November 2012.

Ab 2019 soll der geldwerte Vorteil für eine Überlassung eines betrieblichen Fahrrads durch den Arbeitgeber vom Arbeitnehmer nicht mehr versteuert werden müssen. Eine entsprechende Ergänzung des Einkommensteuergesetzes hat der Deutsche Bundestag am 8. November 2018 im Rahmen des geplanten "Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften" beschlossen. Erforderlich sind außerdem noch die abschließende Beratung und die Zustimmung des Bundesrats. Die Änderungen sollen Anfang 2019 in Kraft treten.

In der Praxis leasen Arbeitgeber häufig das (Elektro-)Fahrrad und überlassen es ‎dem Arbeitnehmer bei gleichzeitiger Vereinbarung einer Gehaltsumwandlung. Auch ‎in diesen Fällen konnte der geldwerte Vorteil der zulässigen privaten Nutzung nach den ‎vorstehenden Grundsätzen ermittelt werden, wenn sich der Anspruch auf die ‎Überlassung des (Elektro-)Fahrrads aus dem Arbeitsvertrag oder einer anderen ‎arbeitsrechtlichen Rechtsgrundlage ergibt.‎

Im Mai 2017 haben sich die Lohnsteuerreferatsleiter von Bund und ‎Ländern auf eine ‎lohnsteuerliche Bewertung ‎beim Verkauf von (Elektro-)Fahrrädern an Arbeitnehmer geeinigt.‎

Kann der Arbeitnehmer im Falle des Leasings das (Elektro-)Fahrrad nach Ablauf ‎der Leasinglaufzeit vom Arbeitgeber oder einem Dritten zu einem geringeren Preis als ‎dem ortsüblichen Endpreis am Abgabeort erwerben, ist der hierdurch entstehende ‎Preisvorteil als Arbeitslohn (ggf. von dritter Seite) anzusetzen.

Nach Auffassung der Finanzverwaltung bestehen keine ‎Bedenken, als ortsüblichen Endpreis eines (Elektro-)Fahrrades, das dem ‎Arbeitnehmer nach drei Jahren Nutzungsdauer übereignet wird, 40 % der auf volle ‎‎hundert Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs ‎oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des ‎(Elektro-)Fahrrads einschließlich Umsatzsteuer anzusetzen.‎

Beispiel:

Nach Ablauf von drei Jahren erwirbt der Arbeitnehmer das ihm zuvor vom Arbeitgeber ‎überlassene, geleaste Elektro-Bike für 800 €. Die unverbindliche Preisempfehlung des ‎Herstellers des Elektro-Bikes im Zeitpunkt der Inbetriebnahme betrug 5.000 €.‎

Der beim Arbeitnehmer als Arbeitslohn anzusetzende geldwerte Vorteil beträgt 1.200 € ‎‎(= 40 % von 5.000 € [= 2.000 €] abzüglich 800 € = 1.200 €).‎

Setzt der Arbeitgeber einen geringeren Verkaufswert an, bleibt es ihm unbenommen, ‎z. B. durch ein Gutachten nachzuweisen, dass der Wert zum Zeitpunkt des Verkaufs ‎des Elektro-Bikes/Fahrrades an den Arbeitnehmer geringer ist als die von der Finanzverwaltung aus Vereinfachungsgründen akzeptierten 40 %‎.

Lohnsteuer: Förderung für das Aufladen von Elektrofahrzeugen

Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern das "Betanken" von Elektroautos fördern. Seit Januar 2017 können die Mitarbeiter im Betrieb sowohl ihr Privatauto als auch ihr Firmenauto aufladen, ohne dass Lohnsteuer fällig wird. Das gilt auch für Elektrofahrräder, wenn diese verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeuge einzuordnen sind. Dies ist der Fall, wenn sie ein Kennzeichnen benötigen und versicherungspflichtig sind.

Was wird gefördert?

Steuerbefreit ist das Laden von Elektrofahrzeugen in folgenden Fällen:

  • wenn Mitarbeiter an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung ihres Arbeitgebers ihr privates oder ihr Firmenauto bzw. ihr E-Bike mit Kennzeichen und Versicherungsschutz aufladen,
  • wenn Mitarbeiter an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung eines mit ihrem Arbeitgeber verbundenen Unternehmens ihr privates oder ihr Firmenauto bzw. ihr E-Bike mit Kennzeichen und Versicherungsschutz aufladen,
  • wenn Leiharbeiter im Betrieb des Unternehmens, das sie entliehen hat, ihr Auto bzw. ihr E-Bike mit Kennzeichen und Versicherungsschutz aufladen.

Förderung von Ladestationen

Auch Ladestationen werden gefördert: Überlässt ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter eine Ladestation für zu Hause, dann ist das komplett lohnsteuerfrei.Übereignet der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter eine Ladestation für zu Hause, dann kann der geldwerte Vorteil dafür pauschal mit dem festen Steuersatz von 25 % (§ 40 Abs. 2 Nr. 6 EStG) besteuert werden. Die Ladestation muss dabei zusätzlich zum Lohn überlassen werden. Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber lediglich einen Zuschuss zur heimatlichen Ladestation gibt.

Sonstige Neuerungen:

  • Die steuerfreien Vorteile müssen nicht im Lohnkonto des Mitarbeiters dokumentiert werden.
  • Eine Sozialversicherungspflicht entsteht nicht.

Hier finden Sie das BMF-Schreiben, in dem Förderung geregelt ist, zum Download.