Pressemeldung vom 16.11.2022 - Weilheim - Schongau

Erneuerbare Energien - Perspektiven für den Landkreis

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© IHK

Die Lage des Landkreises Weilheim-Schongau in der Metropol- und Zuzugsregion München führt zu stark genutzten Verkehrsverflech­tungen. Der IHK-Regionalausschuss Weilheim-Schongau, der die Interessen von rund 9.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis vertritt, macht sich deshalb seit Jahren für eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur und Mobilitätslösungen stark, die reibungslos funktionierende Verkehrsflüsse ermöglichen. „Lieferanten, Dienstleister, Kunden und Mitarbeiter müssen auch bei weiter steigendem Verkehrsaufkommen ihre Betriebe problemlos erreichen und produzierte Waren gut abtransportieren können“, erklärt Klaus Bauer, Vorsitzender des Ausschusses.

Positionierung zu Verkehr und Mobilität im Landkreis verabschiedet

Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen hat der Ausschuss auf seiner jüngsten Sitzung eine Positionierung zu Verkehr und Mobilität verabschiedet. In deren Mittelpunkt stehen die Stärkung des Schienen- und des öffentlichen Personen­nahverkehrs. „Wir müssen unseren Bürgern attraktive Alternativen zum Auto anbieten“, so Bauer. Der Ausschuss unterstützt zum Beispiel den zweigleisigen Ausbau der Strecke Tutzing bis Garmisch-Partenkirchen, die Ertüchtigung und Einführung eines Stundentakts auf der Fuchstalbahn, die Anbindung von Penzberg per Schiene an Tutzing oder die Realisierung eines Bahnhalts für die Weilheimer Gewerbegebiete Trifthof und Achalaich.

Der Energieversorgungssicherheit und wie es um die Perspektiven beim Ausbau der Erneuerbaren Energien im Oberland bestellt ist, widmeten sich Gastbeiträge von Peter Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Weilheim, sowie vom Tölzer Landrat Josef Niedermaier (CSU), der auch Vorsitzender des Planungsverbands Region Oberland ist, und Stefan Drexlmeier, Vorstandsvorsitzender Energiewende Oberland.

Müller erläuterte unter anderem die Vorkehrungen, die die Stadtwerke Weilheim getroffen haben, um im Falle eines unwahrscheinlichen Blackouts eine Notstromv­ersorgung zu ermöglichen. „Ein Notfallplan existiert bereits seit 2015. Damit kann die gesamte Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung von Weilheim, unser Breitbandnetz sowie der Betrieb in der Stadtwerkezentrale selbst über mindestens 21 Tage uneingeschränkt aufrechterhalten werden“, sagt Müller. Eine Gasmangellage sei aus seiner Sicht nicht abzusehen, da inzwischen auch Gas aus Frankreich bezogen werde.

Wie sich neue rechtliche Vorgaben zum Ausbau der Windenergie auf die Überarbeitung des Regionalplans für das Oberland auswirken, darüber informierte Planungsverbandsvorsitzender Josef Niedermaier. Das vom Bund vorgegebene Flächenziel, 1,8 Prozent der bayerischen Landesfläche bis Ende 2032 als Windenergiegebiete auszuweisen, habe deutliche Auswirkungen auf die aktuelle Fortschreibung Siedlung und Verkehr, so Niedermaier. Aktuell belaufen sich die Windvorranggebiete auf 0,24 Prozent der Fläche bzw. 960 Hektar.

Bis 2027 müssen es in der Region Oberland 1,1 Prozent werden. Das sind rund 4.350 Hektar. „Die Ziele bei den Flächen, die wir bis Ende 2027 und später bis Ende 2032 ausweisen müssen, sind ehrgeizig, aber erfüllbar, auch wenn wir uns in einer windarmen Region befinden und die Topografie Grenzen setzt“, sagt Niedermaier. Die beiden letzten Punkte erschweren die Suche nach Flächen zusätzlich. Angesichts all dieser Hürden, so Niedermaier, sei der enge Schulterschluss mit Bürgerinnen und Bürgern sowie der heimischen Wirtschaft, um die Energiewende voranzubringen, umso wichtiger. „Wir brauchen diese Energiequellen und wollen sie auch in unserer Region erschließen“, so sein Schlusswort.

Regionale Energiewende als Weg aus der Krise

Wo das Oberland hinsichtlich der Energiewende steht, darüber informierte Stefan Drexlmeier von der Energiewende Oberland. „Gerade bei der Wärmeversorgung, die zu fast 80 Prozent auf Gas und Öl beruht, haben wir eine Riesenbaustelle. Bei der Stromversorgung stammen im Oberland bereits 50 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen, vor allem dank des hohen Anteils der Wasserkraft.“ Mit Blick auf die Gefahr neuer Energieabhängigkeiten seien stabile Energiepreise, die gerade für die Wirtschaft so wichtig sind, mit fossilen Energieträgern nicht mehr möglich, so Drexlmeiers Fazit. Um im Oberland beim Ausbau von Anlagen zur Erzeugung von Sonnen- und Windenergie entscheidende Schritte voranzukommen, lautete sein Appell, über Bürgerbeteiligungen die Menschen vor Ort in die Energiewende mit einzubeziehen.