Pressemeldung vom 13.10.2022 - Garmisch-Partenkirchen

Ausbildung, Qualifizierung, Weiterbildung - drei Schlüssel zu mehr Fachkräften

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Wie die heimischen Betriebe der angespannten Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt besser begegnen können, welche Möglichkeiten es zur Qualifizierung und Weiterbildung von Beschäftigten gibt, dazu hat sich der IHK-Regionalausschuss Garmisch-Partenkirchen mit Experten der Agentur für Arbeit auf seiner Arbeitssitzung in der IHK-Geschäftsstelle Weilheim ausgetauscht.

Lingg: „Wirtschaft muss im Wettbewerb um Arbeitskräfte alle Register ziehen“

„Der Handlungsdruck auf die Firmen wächst, egal wie groß oder klein ein Unternehmen oder in welcher Branche es angesiedelt ist“, sagt Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses. „In der IHK-Konjunkturumfrage vom Frühjahr 2022 geben 56 Prozent der Unternehmen im Oberland den Fachkräfte­mangel als Geschäftsrisiko an.“ Bis 2030 wird die Fachkräftelücke weiterwachsen. Die Zahl der Renteneintritte steigt Jahr für Jahr, während gleichzeitig die geburtenschwachen Jahrgänge die Schulen verlassen. Die Unternehmerinnen und Unternehmer waren sich einig, dass im Wettbewerb um die immer weniger werdenden jungen Talente die Wirtschaft mit ihren Ausbildungsangeboten viel sichtbarer werden müsse. Im Mittelpunkt des Ausbildungsmarketings müssten vermehrt auch die Eltern stehen. Gleichzeitig brauche es verstärkt Maßnahmen zur gezielten Ausbildungsorientierung an den Schulen. Sogenannte IHK-Bildungs­partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben aus der Region könnten dafür zur wichtigen Triebfeder werden, so Lingg. Der Vorsitzende verwies weiter auf die nächste Woche stattfindende Zukunftsmesse der ZugspitzRegion, an der auch viele Unternehmen teilnehmen werden, um um Azubis zu werben.

Über das breit gefächerte Beratungsangebot, wie Unternehmen Personal finden, an sich binden und weiterbilden können, informierte Corinna Tuchlenski von der Agentur für Arbeit in Weilheim. Auf der Grundlage des Qualifizierungschancengesetzes gebe es viele Möglichkeiten zur Qualifizierung und Weiterbildung von Beschäftigten, so die Expertin. „Uns ist es ein Anliegen, dass die umfangreichen Angebote der Arbeitsagentur noch besser in den Blick der Unternehmen rücken. Sie können eine große Rolle spielen, um bestehende Mitarbeiter zu halten und gezielt weiterzuent­wickeln sowie um neue Fachkräfte zu gewinnen. Aber auch im Zuge von Digitalisierung und Strukturwandel in der Arbeitswelt sind Qualifizierung und Weiterbildung wichtige Handlungs­felder für die Betriebe“, so Tuchlenski. Zusätzlich schaffen sie Perspektiven für niedrigqualifizierte Mitarbeiter oder Quereinsteiger, die zum Beispiel einen Berufs­abschluss nachholen oder eine Anpassungsqualifizierung durchlaufen können.

Ausschussvorsitzender Lingg lobte das Servicepaket, das die Agentur für Arbeit den Unternehmen in der Region bietet. „Die Angebote, wenn es um die Unterstützung der Unternehmen bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter geht, sind umfangreich. Unsere gemeinsame Aufgabe muss es sein, sie unter den Unternehmen noch deutlich bekannter zu machen.“