Gründerförderung

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Knapp 7.500 Gründungswillige nutzen IHK-Service

247 Gründer nutzen die IHK-Coachingförderung

Gründerförderung

Minus von 9 Prozent: BIHK-Präsident Lutz beklagt Gründerflaute in Bayern

Als alarmierend bezeichnete BIHK-Präsident Prof. Klaus Josef Lutz die offiziellen Gründerzahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik für das Jahr 2022. Demnach sank die Zahl der Existenzgründungen im Freistaat 2022 um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei gab es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Deutlich abwärts ging es im Handel (minus 15 Prozent) und im IT-Bereich (minus 19 Prozent). Zuwächse gab es im Gastgewerbe (plus 12 Prozent) sowie in der Freizeitwirtschaft (plus 21 Prozent). Die Selbstständigen-Quote im Freistaat ist mit 9,2 Prozent auf ein historisches Tief gefallen. 2011 lag der Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen noch bei 12,3 Prozent. Als Konsequenz forderte Lutz ein besseres Gründungsklima, weniger Bürokratie und einfachere Steuerregeln. Zudem brauche es Lösungen für zwei Dauerprobleme der Selbstständigen: die permanente Unsicherheit wegen der Regeln gegen Scheinselbstständigkeit und zur Krankenversicherungspflicht.

Gründerzahl sinkt in Oberbayern um 13 Prozent, aber positiver Gründungssaldo

Nach gestiegenen Gründerzahlen in den Corona-Jahren 2020 und 2021 gab es wieder einen Rückgang zu verzeichnen: In Oberbayern wurden 33.760 Existenzgründungen gezählt, das entspricht einem Minus von 13 Prozent. Der Abwärtstrend zeigte sich auch bayernweit mit einem Minus von 9,3 Prozent. Gut für den IHK-Bezirk: Der Gründungssaldo war deutlich positiv. Den 33.760 Gründungen standen 25.698 Gewerbeabmeldungen wegen vollständiger Aufgabe des Unternehmens gegenüber.

Knapp 7.500 Gründungswillige nutzen IHK-Service für Einsteiger

Zum IHK-Service für Gründer gehören Einstiegsgespräche, in denen es um die Basics geht: grundlegende zur Selbstständigkeit. Dieser Service wurde ausschließlich online und telefonisch angeboten. 7.437 Gründungswillige haben ihn genutzt. Unterstellt man, dass jede dieser Personen auch gründet, hätten rund 22 Prozent aller Gründerinnen und Gründer in Oberbayern ein Einstiegsgespräch mit der IHK geführt.

Geringere Nachfrage nach der IHK-Gründungsberatung

Nachfrage nach der IHK-Gründungsberatung ist zum dritten Mal in Folge gesunken. 640 Gründungswillige nahmen den Service online oder telefonisch in Anspruch, 2020 hat die IHK noch 1.635 Beratungen gezählt. Im Unterschied zu den Einstiegsgesprächen erfolgt in der Gründungsberatung eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gründungsvorhaben. Schwerpunkte sind die Erstellung des Businessplans sowie Förderangebote und Finanzierungshilfen. 138 Gründerinnen und Gründer nutzten zudem die Online-Beratung von IHK-Experten in der IHK Gründungwerkstatt Deutschland und der Gründerplattform der KfW, um punktgenaue und bedarfsgerechte Unterstützung zu erhalten. Der Rückgang der Beratungsgespräche hat nach Angaben der IHK-Gründerexperten mehrere Gründe: die wirtschaftspolitische Unsicherheit, der Rückgang der Gründungszahlen und ein verknapptes Angebot. Die Beratungen wurden nur in begründeten Einzelfällen angeboten, da der Fokus der IHK-Arbeit auf der Bearbeitung der Anträge auf Wirtschaftshilfen lag.

74 Teilnehmer buchen IHK-Gründerseminare

IHK-Seminare zur Existenzgründung wurden von insgesamt 74 Teilnehmern besucht. Die Seminare wurden online angeboten. Die Existenzgründer konnten die Inhalte flexibel aus einzelnen Modulen wählen.

247 Gründer nutzen die IHK-Coachingförderung

Das Gründer-Coaching ist seit Jahren eines der erfolgreichsten Instrumente im Angebot des IHK-Gründerservices. 247 Gründer nutzten eine Coachingförderung. Im Rahmen des Vorgründungs- und Nachfolgecoachings erhielten 151 Gründungswillige eine maßgeschneiderte Unternehmensberatung mit bis zu 70 Prozent Beratungskostenzuschuss aus Fördermitteln des Freistaats Bayern und des Europäischen Sozialfonds. Als Regionalpartner des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) trug die IHK zudem dazu bei, dass 96 Gründer das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ für Jungunternehmer in Anspruch nehmen konnten.