IHK-Standortumfrage 2017

Wirtschaftsstandort Oberbayern: Gesamtnote "gut" mit Aufwärtstrend

Ob Energieversorgung oder Verkehrsanbindung - die Unternehmer in Oberbayern sind mit ihrem Standort insgesamt zufrieden. In einigen Bereichen sehen die Firmenchefs allerdings Handlungsbedarf. Das ergab die Standortumfrage der IHK.

Im bundesweiten Vergleich kann sich Oberbayern als Wirtschaftsstandort sehen lassen. Aber wie beurteilen die hiesigen Unternehmen die Qualitäten im Einzelnen? Wo liegen die Stärken – und wo zeigen sich womöglich Defizite?

Um dies herauszufinden, hat die IHK für München und Oberbayern zum zweiten Mal nach 2015 die oberbayerischen Betriebe zu ihrer Einschätzung befragt. Hier finden Sie die Ergebnisse für Oberbayern.

Die Betriebe in Oberbayern sind mit ihrem Wirtschaftsstandort unterm Strich zufriedener als noch vor zwei Jahren. In der IHK-Umfrage erhält der Wirtschaftsraum die Gesamtnote 2,0. In der vorherigen Befragung lag die Endnote bei 2,1. Mehr als drei Viertel der Unternehmen bewerten den Standort als „sehr gut“ oder „gut“. Noch einmal für Oberbayern würden sich 84 Prozent der ansässigen Unternehmen entscheiden. Allerdings sagen nach wie vor mehr als ein Viertel der Betriebe, dass Standortmängel ihr Wachstum bremsen.

Die detaillierten Ergebnisse stehen für Sie zum Download bereit.

Wirtschaftsstandort Oberbayern: Wie bewerten ihn die Unternehmen?

  • Der Standort Oberbayern erhält von seinen Unternehmen die Gesamtnote 2,0 und verbessert sich im Vergleich zu der letzten Umfrage im Jahr 2015 leicht (2,1).
  • Oberbayern wird damit erneut als Top-Standort ausgezeichnet, den 84 % wieder als Firmensitz wählen würden.
  • Knapp ein Drittel der oberbayerischen Betriebe hat in den vergangenen drei Jahren Investitionen vorgenommen oder den Standort sogar erweitert.
  • Für die Zukunft planen rund 29 % der Firmen zu erweitern oder zu investieren. Knapp 10 % rechnen mit einer Verkleinerung oder einer Verlagerung/Aufgabe des Standortes.

Was ist zu tun: Wo hat der Wirtschaftsstandort Oberbayern Schwächen?

Abbau der Bürokratie

  • Eine bürokratiearme Verwaltung bringt nicht nur Zeit- und Kostenersparnisse für die Unternehmen und die Verwaltungen selbst, sondern fördert auch die Kooperation der ansässigen Betriebe mit den örtlichen Verwaltungen.
  • In einer agilen Wirtschaft müssen insbesondere Genehmigungsverfahren zügig abgewickelt werden.
  • Die Dienstleistungsmentalität muss ebenso gefördert werden wie die weitere Digitalisierung der Verwaltung

Verfügbarkeit von Fachkräften

  • Besonders der Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften stellt die Betriebe in Oberbayern vor ernstzunehmende Schwierigkeiten und führt zu Verzögerungen in der Unternehmensentwicklung.
  • Um die Qualität der Erzeugnisse und Dienstleistungen sicherzustellen und die Firmen weiterhin wettbewerbsfähig zu halten, ist dem Fachkräftemangel unbedingt mit geeigneten Maßnahmen entgegenzuwirken.
  • Dazu ist es erforderlich, das Marketing für den Standort stetig zu optimieren. Aber auch die Betriebe können einen Beitrag zur Lösung leisten, indem sie sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren.

Bezahlbare Gewerbeflächen und –immobilien

  • Ausreichender Gewerbegrund ist für expandierende und neue Unternehmen unabdingbar – ohne adäquate Flächen und Immobilien stockt das Wachstum der Unternehmen und somit die regionale Wirtschaft.
  • Es muss dringend ein ausreichendes Angebot zu erschwinglichen Preisen in Oberbayern bereitgestellt werden.
  • Wenn sich vor allem kleine und mittelständische Betriebe keine Gewerbegrundstücke leisten können, wird das Wachstum darunter leiden.