IHK lehnt Einfahrverbot für Dieselfahrzeuge ab

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Im Streit um die Feinstaub- und Stockoxidbelastung an Münchner Straßen lehnt die IHK Einfahrverbote für Dieselfahrzeuge ab. Umweltschützer wollen den Freistaat gerichtlich zwingen, Abhilfe zu schaffen. Grund sind überhöhte Umweltbelastungen an einzelnen Messpunkten.

Folgen eines partiellen Fahrverbots für Dieselfahrzeuge

Partielle Dieselfahrverbote oder eine blaue Plakette würden nach Einschätzung der IHK mehr als 90 Prozent aller Dieselfahrzeuge aus der Münchner Innenstadt aussperren. Die Folgen wären:

  • Dieselfahrverbote würden zahlreiche Unternehmen in ihrer Existenz gefährden.
  • Transportunternehmen könnten keine Güter mehr liefern, Händler würden keine Ware mehr erhalten.
  • Bus- und Taxiunternehmen könnten keine Fahrgäste mehr in die Innenstadt befördern.
  • Pendler würden ihre Arbeitsstätten nicht mehr erreichen, da der öffentliche Nahverkehr nicht so viele zusätzliche Fahrgäste aufnehmen kann.

Einfahrverbote würden dem Wirtschaftsstandort München massiven Schaden zufügen, weil der uneingeschränkte Zugang des Wirtschaftsverkehrs in die Stadt eine zwingende Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit einer Metropole wie München ist. Solche Verbote lehnt die IHK München auf das Entschiedenste ab. Sie hält es nicht für sachgerecht, in einer Stadt wie München mit einer Fläche von 311 Quadratkilometern schwerwiegende Eingriffe in den Verkehr auf Basis einzelner Messpunkte vorzunehmen.

Gleichzeitig setzt sich die IHK für den schnellen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein. Busse, Trams und S-Bahn operierten in München an der Kapazitätsgrenze und stellenweise weit darüber hinaus. Sie seien deswegen keine Alternative für Berufspendler, die bislang aufs Auto setzen.

Wir brauchen erhebliche Verbesserungen beim öffentlichen Nahverkehr. Vor allem muss die zweite S-Bahn-Röhre schnell fertig werden.

Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern