Frauen in der Wirtschaft

Die IHK setzt sich ein

Die IHK für München und Oberbayern hat eine ganze Reihe von Aktivitäten ins Leben gerufen – für mehr Frauen in der Wirtschaft. Außerdem stellen wir Ihnen hier Informationen zu aktuellen Entwicklungen sowie Veranstaltungen vor.

Gut zu wissen

Nach wie vor verdienen Frauen – unbereinigt – im Durchschnitt 21Prozent weniger als Männer. Der AK Frauen in der Wirtschaft der IHK für München und Oberbayern befürwortet daher explizit, dass Männer und Frauen für vergleichbare Aufgaben die gleiche Entlohnung erhalten. Bestehende Entgeltunterschiede müssen abgebaut werden. Gleichzeitig spricht sich der AK jedoch mehrheitlich gegen das Gesetz zur Förderung von Transparenz von Entgeltstrukturen (Entgelttransparenzgesetz) aus, das am 6. Juli 2017 in Kraft getreten ist. Das Gesetz enthält folgende Bausteine:

  • Individueller Auskunftsanspruch: Arbeitgeber mit mehr als 200 Beschäftigten müssen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zukünftig auf Anfrage individuell erläutern, nach welchen Kriterien sie wie bezahlt werden. Dabei wenden sich die Beschäftigten tarifgebundener und tarifanwendender Arbeitgeber für ihr Auskunftsverlangen an den Betriebsrat. Gibt es keinen Betriebsrat, können sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer direkt an den Arbeitgeber wenden. Der Auskunftsanspruch kann erstmals sechs Kalendermonate nach dem 6. Juli 2017 geltend gemacht werden. Die Anfrage muss innerhalb von drei Monaten vom Betriebsrat oder Arbeitgeber erfüllt werden.
  • Betriebliche Verfahren zur Überprüfung und Herstellung von Entgeltgleichheit: Private Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten werden aufgefordert, regelmäßig ihre Entgeltstrukturen auf die Einhaltung der Entgeltgleichheit zu überprüfen.
  • Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit: Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten, die lageberichtspflichtig sind, müssen zudem künftig regelmäßig über den Stand der Gleichstellung und der Entgeltgleichheit berichten. Diese Berichte sind für alle einsehbar. Die Berichtspflicht besteht erstmals im Jahr 2018.

Das spricht aus Sicht der Mehrheit des AK Frauen gegen das Gesetz:

Der bürokratische Mehraufwand in den Unternehmen ist nicht angemessen. Von dem bürokratischen Aufwand werden vor allem kleine und mittlere Unternehmen übermäßig betroffen sein. Das Gesetz stellt zudem einen staatlichen Eingriff „in die grundsätzliche Vertragsfreiheit zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten“ dar. Der Auskunftsanspruch sowie die Prüf- und Berichtspflicht stehen im Widerspruch zum Versprechen der Bundesregierung, Bürokratie abzubauen. Zudem setzt das Gesetz nicht an den eigentlichen Ursachen der Entgeltungleichheit an.

So können Unternehmen auf das neue Gesetz reagieren:

  • Informieren Sie sich über das Gesetz. Das Bundesfamilienministerium erläutert es ausführlich in dieser Broschüre. Zudem hat das Bundesfamilienministerium einen Leitfaden für Arbeitgeber und Betriebsräte herausgegeben sowie für Beschäftigte.
  • Überprüfen Sie mit dem Quickcheck, ob Sie von dem Gesetz betroffen sind:
  • Überprüfen Sie mit dem Quickcheck, ob Sie von dem Gesetz betroffen sind.
  • Machen Sie eine Bestandsaufnahme und Risikoanalyse der Situation in Ihrem Unternehmen.
  • Stimmen Sie sich mit dem Betriebsrat ab.
  • Schaffen Sie Strukturen in Ihrem Unternehmen, die Ihnen eine fristgerechte Beantwortung des Auskunftsverlangens ermöglichen.
  • Nutzen Sie Musterverfahren, die zu Ihrem Unternehmen passen (etwa eg-check)

Lange hat sich die Wirtschaft gegen die Geschlechterquote gewehrt – seit diesem Jahr gibt es sie, und es geht dabei bei weitem nicht nur um die 30-Prozent-Quote für die Aufsichtsräte von rund 100 börsennotierten und paritätisch mitbestimmungspflichtigen Unternehmen. Ebenfalls betroffen sind Betriebe, die entweder mitbestimmungspflichtig oder börsennotiert sind und mehr als 500 Beschäftigte haben. Auch diese Unternehmen sind aufgefordert, sich verbindliche Zielvorgaben für Aufsichtsräte, Vorstände und die beiden obersten Managementebenen zu setzen und ihre Fortschritte regelmäßig zu veröffentlichen. In München und Oberbayern gilt die weiche Frauenquote für rund 250 Firmen.

Erst kürzlich belegte eine internationale Studie erneut, dass Unternehmen mit mehr Frauen in Führungspositionen – also gemischten Teams an der Spitze oder auch Mixed Leadership – die erfolgreicheren sind. Es rechnet sich daher, darüber nachzudenken, mehr Frauen in Führung zu bringen. Finden Sie hier gute Ideen, wie das gelingt:

IHK präsentiert sich auf der Karrieremesse herCAREER

Die Wirtschaft wird immer globaler, digitaler, komplexer. Um diese Herausforderungen zu meistern, brauchen Unternehmen viele kluge Köpfe. Diversity heißt das entscheidende Schlüsselwort. Dazu gehört vor allem auch, dass Unternehmen sich zu mehr Chancengerechtigkeit und zu mehr Frauen in Führungspositionen bekennen. Die Frauen-Karrieremesse herCAREER trägt dazu bei, das Potenzial der Frauen für die Wirtschaft sichtbar zu machen. Deshalb unterstützt die IHK für München und Oberbayern die herCAREER auch in diesem Jahr wieder gern und beteiligt sich aktiv mit drei Karriere-Meetups und einer Podiumsdiskussion am Programm. Die IHK wird dabei unterstützt von engagierten Unternehmerinnen und Expertinnen, die ihre Erfahrungen weitergeben wollen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Bewerben Sie sich um eine Freikarte!

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Wann: Donnerstag, 12. Oktober 2017, 9.00 bis 17.30 Uhr und Freitag, 13. Oktober 2017, 9.00 bis 16.30 Uhr

Wo: MTC world of fashion Haus 1 (silver), Halle 1 bis 4 Taunustraße 45 / Ingolstädter Straße 45, 80807 München

Das sind die Angebote der IHK:

Karriere-Meetups am IHK-Stand E.11/Halle 4: Hier treffen sich Sparringspartner, die bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit Ihnen zu teilen. In kleinen Runden findet ein qualifizierter und wertvoller Austausch statt.

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 13:00 bis 14:00 Uhr

"Gründung nach Maß", Cornelia von Kapff und Annemarie Grund, IHK für München und Oberbayern

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 15:00 bis 16:00 Uhr

"Crowdfunding – mehr als nur Finanzierung", Linette Heimrich, IHK für München und Oberbayern

Freitag, 13. Oktober 2017, 11:00 bis 12:00 Uhr

"Professionell(er) bewerben, dann klappt es auch mit dem Traum-Job", Prof. Dr. Angela Witt-Bartsch, 3E-Netzwerk

Podiumsdiskussion, Auditorium 2, Halle 4

Donnerstag, 12.10.2017, 12:40 bis 13:25 Uhr

Digitale Frauenpower – Sichtbarkeit in Zeiten der Digitalisierung

Die Digitalisierung schreitet voran und bietet für Unternehmerinnen und Führungsfrauen neue Möglichkeiten, sichtbar zu werden. Das ist auch nötig, denn Frauen sind – online wie offline – nach wie vor weniger sichtbar als die männlichen Pendants. Die Diskussion zeigt Möglichkeiten anhand von erfolgreichen Praxisbeispielen auf.

Es diskutieren: Angela Lehmann (StartUp Thinking), Maren Martschenko (Martschenko Markenberatung), Rosemarie Schuster (Techcast GmbH), Monika Thoma (Die Webkönigin)

Moderation: Elfriede Kerschl, IHK für München und Oberbayern

warum Frauen punktenFührung 4.0 – Fokus Frauen“- neue Veranstaltungsreihe startet am 17. Oktober 2017

Führung wird in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung zu einer neuen Herausforderung. Eine rasante digitale Entwicklung, wachsende Spezialisierung, mobiles Arbeiten an verschiedenen Orten mit individuell flexibler Zeiteinteilung über Zeitzonen hinweg– all dies muss nicht nur organisiert, sondern auch in neue Führungskonzepte übertragen werden. Klar ist: Die moderne Arbeitswelt 4.0 fordert mehr Diversity als je zuvor. Frauen können und müssen hier eine wichtige Rolle als Fach- und Führungskraft übernehmen. Hier setzt die neue IHK-After-Work-Reihe „Führung 4.0 – Fokus Frauen“ an. Sie vernetzt Personalentscheider, UnternehmerInnen und Führungskräfte, stellt erprobte Best-Practice-Maßnahmen von Unternehmen vor und setzt so Impulse.

Der Auftakttermin steht fest:

  • 17. Oktober ab 17 Uhr am Flughafen München
  • Wir freuen uns, Buchautorin Annette Alsleben, Inhaberin der Da Vinci Managementberatung in München, für den Auftakt gewonnen zu haben. Sie erklärt, was Führung 4.0 bedeutet und wie sie umzusetzen ist.

Anmeldung bei: Anna Schmelzer, Tel. 089 5116-2018, anna.schmelzer@muenchen.ihk.de

IHK-Ansprechpartnerin: Dr. Gabriele Lüke, Tel. 089 5116-1174, gabriele.lueke@muenchen.ihk.de

Das will die neue Reihe:

  • Frauen als interessante Potenzialträgerinnen herausstellen
  • Best-Practice-Unternehmen vorstellen, die sich für mehr Frauen in Führung und Führung 4.0 engagieren
  • Erfolgreiche Führungsmethoden, -instrumente und -maßnahmen vorstellen
  • Personalabteilungen und UnternehmerInnen/Führungskräfte dafür sensibilisieren, wie sie Frauen aktiv anwerben und weiterentwickeln können
  • Teilnehmer vernetzen

Deshalb lohnt sich eine Teilnahme:

  • Eine zeitgemäße, die technologische und globale Entwicklung antizipierende Führung 4.0 wird immer wichtiger, zukünftige Führungskräfte müssen dazu befähigt werden.
  • Unternehmen, die mehr Frauen in Führungspositionen bringen, also Mixed Leadership fördern, sind attraktive Arbeitgeber – in Zeiten des Fachkräftemangels umso mehr.
  • Generell gilt in einer globalisierten digitalen Welt, dass Vielfalt sich lohnt und Unternehmen zu besseren Ergebnissen verhilft.
  • Interessante Gastgeber stellen ihre Konzepte vor.

Rückblick auf den IHK-Unternehmerinnentag 2017 mit rund 300 Teilnehmerinnen.

Fotograf: Goran Gojanin