Fachkräftesicherung

Ausländische Fachkräfte

Die deutsche Wirtschaft braucht die Zuwanderung von qualifizierten Mitarbeitern aus dem Ausland, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Damit Deutschland attraktiver wird, ist es wichtig, das Aufenthaltsrecht zu vereinfachen, transparenter zu gestalten und bekannter zu machen, die potenzialorientierte Zuwanderung zu erleichtern und die Zuwanderung bedarfsgerecht zu steuern.

Die IHK für München und Oberbayern schlägt daher die Einführung eines klar strukturierten, zweigleisigen Zuwanderungskonzepts für Fachkräfte vor. Die Kernelemente sind dabei:

  • ein marktbasierter Zuwanderungskanal, der ein Jobangebot und ein festgelegtes Mindestgehalt voraussetzt,
  • ein potentialorientiertes Kontingent zur Arbeitsplatzsuche, das über Kriterien gesteuert wird (Punktesystem) und
  • ein Onlineportal, auf dem interessierte Bewerber sich umfassend informieren und ihre Aufenthaltserlaubnis beantragen und abwickeln können.

Die Zuwanderung kann über jährlich festzulegende Kontingente gesteuert und damit an den aktuellen Bedarf angepasst werden. Damit eine Zuwanderung auch am Ende eines Jahres möglich ist, sollten die Kontingente in Quartalskontingente aufgeteilt werden.

In einer ersten Erprobungsphase wären für die marktbasierte Zuwanderung ein jährliches Kontingent von 150.000 bis 250.000 und für die potentialorientierte Zuwanderung ein Kontingent von ca. 50.000 bis 75.000 pro Jahr denkbar.

Die bedarfsorientierte Zuwanderung nach Deutschland sollte deutlich vereinfacht werden, indem jeder, der ein verbindliches Jobangebot mit einem bestimmten Mindestgehalt vorweisen kann, sich um einen zunächst auf die Dauer des Arbeitsvertrages begrenzten Aufenthaltstitel bewerben kann.

Damit würde die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Zuwanderung weitestgehend dem Arbeitsmarkt überlassen werden. Ein zusätzlicher Nachweis von bestimmten Qualifikationen oder eine aufwändige Vorrangprüfung könnten entfallen.

Das Gehalt sollte so bemessen sein, dass der Zuwandernde Nettobeitragszahler für den Sozialstaat ist. Eine Bruttogehaltsgrenze von jährlich ca. 34.000 € könnte eine grobe Orientierung sein. In jedem Fall sollte das Gehalt nicht unterhalb der branchenüblichen Vergütung liegen, um Lohndumping zu vermeiden.

Für Mangelberufe, wie z.B. Pflegeberufe, könnten niedrigere Mindesteinkommen festgelegt werden, die aber ebenfalls nicht unter der branchenüblichen Vergütung liegen sollten.