CSR

Wirtschaft und Menschenrechte

Monitoring zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte gestartet

Am 10. Dezember 2018 feiert die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (VN) ihr 70-jähriges Jubiläum. Während die VN zunächst vor allem die Nationalstaaten in der Pflicht sah, die Menschenrechte zu ‎schützen, schrieben sie 2011 mit den VN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechten ‎ausdrücklich auch Unternehmen Verantwortung im Sinne einer „menschenrechtlichen ‎Sorgfalt“ zu. ‎

Die Bundesregierung konkretisiert ihre Erwartungen an staatliche Institutionen und Unternehmen 2016 im sogenannten „Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ (NAP). Unternehmen sollen Prozesse menschenrechtlicher Sorgfalt umsetzen und so z.B. ein Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte verabschieden, eine Risikoanalyse für das eigene Geschäftsmodell durchführen und Maßnahmen zur Abwendung potenzieller und tatsächlicher negativer Auswirkungen umsetzen.

Seit Herbst 2018 überprüft die Bundesregierung den Stand der Umsetzung der Prozesse in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern.

Ende Juli/Anfang August 2019 werden ca. 1.800 Unternehmen in Deutschland mit mehr als 500 Mitarbeitern mittels einer Zufallsstichprobe im Rahmen des Monitoring zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschen‎rechte (NAP) der Bundesregierung kontaktiert.

Ziel des Monitorings ist die Überprüfung des Umsetzungsstands der im NAP ‎beschriebenen Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfalt in Unternehmen mit mehr ‎als 500 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Die Bundesregierung erwartet, dass bis 2020 mindestens ‎‎50 Prozent dieser Unternehmen die Kernelemente in Unternehmensprozessen implementiert haben. Sollte dies nicht der Fall ‎sein, wird die Regierung laut Koalitionsvertrag gesetzgeberisch tätig ‎werden.‎

‎ Weitere Informationen zum Monitoring-Verfahren erhalten Sie hier.

Informationen und Unterstützungsangebote für Unternehmen:

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt auf der Website www.csr-in-germany.de aktuelle Informationen rund um den NAP sowie Umsetzungsbeispiele von Unternehmen zur Verfügung. Zudem sind Branchendialoge geplant, die Unternehmen einer Branche dabei unterstützen sollen, ein gemeinsames Verständnis für die Anforderungen der menschenrechtlichen Sorgfalt zu entwickeln.

Die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung hat mit dem NAP Helpdesk eine Anlaufstelle für alle Fragen zu menschenrechtlicher Sorgfalt ins Leben gerufen und stellt Unternehmen den kostenlosen CSR Risiko-Check zur Verfügung, der zu lokalen Menschenrechtssituation sowie Umwelt-, Sozial- und Governancethemen nach Land, Produktbereich und Branche informiert: https://www.wirtschaft-entwicklung.de/nachhaltigkeit/csr-risiko-check

Das Deutsche Global Compact Netzwerk unterstützt Unternehmen bei der Wahrnehmung ihrer menschenrechtlichen Sorgfalt durch Hilfestellungen zu Prozessschritten, Zugang zu Self-Assessment-Tools und Argumentationshilfen auf dem Portal www.mr-sorgfalt.de

Auch die bayerischen IHKs unterstützen Sie dabei, das Thema "Wirtschaft und Menschenrechte" im Unternehmen zu verankern. Das Merkblatt gibt eine erste Orientierungshilfe.
In einem Umweltpakt-Pilotprojekt zum Nachhaltigen Lieferkettenmangement, das in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) durchgeführt wurde, wurden praxisnahe Handlungshilfen für die Verankerung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Themen in der gesamten Lieferkette entwickelt. Die Handlungshilfen stehen auf der Seite des Umweltpakts zum Download zur Verfügung.