IHK-Positionen zur Bundestagswahl 2017

IKT-Infrastruktur

Informations- und Kommunikationsinfrastruktur
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Eine leistungsfähige IKT-Infrastruktur sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkbereich ist die Voraussetzung für die digitalisierte Wirtschaft der Zukunft. Dabei wurden in den letzten Jahren auf Länderebene deutliche Fortschritte gemacht.

Auf einen Blick

Der Bund startete erst 2015 ein eigenes Breitband-Förderprogramm. Sowohl die Landes- als auch die Bundesförderprogramme werden die IKT-Infrastruktur mit zukunftssicherer Glasfaser-Versorgung deutlich verbessern. Allerdings steigen die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der IKT-Infrastruktur kontinuierlich. Zudem sind marktbeeinflussende Regulierungsfragen etwa zu Vectoring und Netzneutralität in der Praxis zu klären.

Neben der Festnetz-IKT-Infrastruktur rückt zunehmend die Versorgung und Preisgestaltung mit Mobilfunk deutlicher in den Fokus: In einem Markt von nur drei Anbietern ist eine geringere Marktdynamik zu erwarten.

In der nächsten Legislaturperiode sind folgende Maßnahmen vorrangig anzugehen:

  • Festnetz-Breitbandausbau weiter forcieren
  • Leistungsfähigkeit des Mobilfunknetzes verbessern
  • Regulatorische Fragen der Netzpolitik klären

Schnelles, hoch verfügbares und bezahlbares Internet ist die Grundlage für die Wirtschaft der Zukunft. Insbesondere das mobile Internet wird in den kommenden Jahren noch viel wichtiger werden.

Michael Kirchberger, Geschäftsführer kirchbergerknorr GmbH, Mitglied im Arbeits-kreis IKT der IHK für München und Oberbayern

Investitionen in Breitband
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Bundes- und Länderprogramme

Damit das Breitband-Ziel der Bundesregierung – die flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s bis 2018 – erreicht werden kann, ist die konsequente Umsetzung der Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene nötig. Allerdings fordert das Erreichen dieses Ziels seinen Preis:
Die Glasfaserversorgung erfolgt oft nur bis zum Bordstein (FTTC) und nicht bis zum eigentlichen Verbraucher (FTTB/H). Zudem kommt die kupferbasierte Vectoring-Technologie zum Einsatz. Daher werden die Förderprogramme und Regulierungen in den nächsten Jahren die Festnetz-Breitbandversorgung erheblich verbessern, aber nicht langfristig lösen: Der Anteil
an Glasfaserabdeckung von ca. 5 % in Deutschland ist weit hinter der Verbreitung in anderen Wirtschaftsnationen (z. B. Schweden 70 %). Daher sollten sich die Maßnahmen noch stärker auf den weiteren Ausbau der Glasfaserinfrastruktur konzentrieren.

Breitband-Bedarf der Unternehmen: Kommunen sind gefordert

Kommunen und Fördermittelgeber sollten ein größeres Augenmerk auf den Breitband-Bedarf von Unternehmen richten. Dieser unterscheidet sich durch höhere Download- und v.a. Upload-Bandbreiten, Zuverlässigkeitsanforderungen und technischer Ausgestaltung erheblich von der Nachfrage von Endkonsumenten. Damit in den Kommunen vor Ort ein sinnvoller Ausbau erfolgt, zählt auch die Stimme der Bundespolitiker vor Ort.

Forderungen

  • Förderprogramme weiter umsetzen
  • Gewerbegebiete mit FTTB-Netzen ausstatten Fokus des Breitbandausbaus mehr auf Unternehmensbedarf ausrichten