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Tipps für Händler

Die Industrie-und Handelskammer bietet für die Branche Handel verschiedene Beratungsleistungen an, z.B. Branchenvergleichszahlen durch das FERI Branchen Rating für mehr als 500 Handelsbranchen. Die IHK informiert außerdem über öffentliche Finanzierungshilfen und viele weitere Themen.

Was ist eigentlich unter Geoblocking zu verstehen? Muss ich als Händler ab dem 3.12.2018 in alle Länder der EU liefern? Und : Welche Fallstricke beinhaltet die neue Verordnung für meinen Online-Shop?

Wie bei jeder neuen Gesetzeseinführung sorgt auch die „Verordnung (EU) 2018/302 des Europäischen Parlaments und des Rates“, wie sie offiziell heißt – gemeinhin als „Geoblocking-Verordnung“ bekannt – für Unsicherheit unter den Händlern.

  • Geoblocking – was genau ist das eigentlich?

Unter dem Begriff „Geoblocking“ versteht man die differenzierte Behandlung von Verbrauchern aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnsitzes oder des Ortes der Niederlassung. Darunter fallen sowohl Kunden aus dem B2C-Bereich als auch Unternehmen, sofern diese Endkunden sind und die Waren nicht weiterverkaufen oder -verarbeiten.

Geoblocking findet nicht nur im Online-Handel statt – der Vertriebskanal ist für diese Form der Diskriminierung nicht entscheidend. Daher ist die ab 3.12.2018 rechtlich bindende Verordnung von universeller Bedeutung - also auch für den stationären Handel. Allerdings sind in der Praxis überwiegend Online-Händler davon betroffen, da einige Verbote nur im Internet-Handel Anwendung finden, wie bspw. der Zugriff auf einen Online-Shop.

Zum Beispiel möchte ein Kunde aus Dänemark bei einem deutschen Onlinehändler einen Artikel kaufen. Als er den Kaufprozess auf der deutschen Seite des Händlers beginnt, wird er automatisch auf die dänische Version der Webseite weitergeleitet, auf der er den gewünschten Artikel nicht oder nur zu einem höheren Preis erwerben kann. Durch die Ermittlung der IP-Adresse wird dieser Kunde beim Erwerb des günstigeren Angebotes des deutschen Händlers also diskriminiert.

Zweck der Verordnung ist es, rechtlich einheitliche Rahmenbedingungen im (digitalen) EU-Binnenmarkt zu schaffen. Händler müssen allen Kunden aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (d.h. alle 28 Mitgliedsstaaten der EU) den Erwerb ihrer angebotenen Waren und Dienstleistungen gleichermaßen gewährleisten - eine Ungleichbehandlung aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit, Wohnsitzes oder Niederlassungsstandortes ist ab dem 3.12.2018 verboten.

Weitere Informationen zu den konkreten Inhalten, Fallstricken und Ausnahmen finden Sie hier: www.ihk-muenchen.de/rechtsgrundlagen-ecommerce/

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