Japan: Freihandelsabkommen JEFTA unterzeichnet ‎

JEFTA, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan, ist unterzeichnet. Über 90 Prozent der japanischen Zölle auf Importprodukte aus der EU sollen im Rahmen von JEFTA abgebaut werden. Eine klare Verbesserung für viele bayerische Erzeugnisse auf dem japanischen Markt. Doch das Abkommen bietet noch weitere Vorteile.

Welche Vorteile bietet das Freihandelsabkommen JEFTA bayerischen Unternehmen?

Neben der Zollsenkung enthält das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und Japan, landläufig auch JEFTA genannt, Regelungen zu einer Öffnung des japanischen Marktes für Dienstleistungen sowie Vereinfachungen für Unternehmen aus der EU bei öffentlichen Ausschreibungen in Japan.

Die EU erwartet durch diese Erleichterungen eine Steigerung z. B. der Lebensmittelexporte von 180 Prozent. „Der Freihandel verleiht den Geschäftsbeziehungen in beide Richtungen neue Dynamik“, so Marcus Schürmann, Delegierter der Deutschen Wirtschaft und Geschäftsführer der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Japan.

Bereits 2017 lag Japan in der Rangliste der bayerischen Handelspartner auf Platz 15. Bayern exportierte Waren im Wert von 3,7 Milliarden Euro nach Japan. Im Gegenzug kamen Waren für 3,3 Milliarden Euro aus Japan in den Freistaat. Dies ist eine gute Ausgangslage für die weitere Entwicklung der bilateralen Handelsbeziehungen. „Für ein starkes Exportland wie Bayern ist jedes Handelsabkommen potenziell ein Gewinn. Gerade in Zeiten zunehmender globaler Verunsicherung sind bilaterale Handelsabkommen der EU ein wichtiges Instrument und sichern der bayerischen Wirtschaft den Zugang auf wichtige Weltmärkte“ so Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern.

Ein häufig unterschätztes Potential der Handelsbeziehungen mit Japan liegt auch in Geschäften mit japanischen Partnern außerhalb Japans. Dies bestätigten auch die Teilnehmer des Business Breakfasts Japan bei der IHK für München und Oberbayern an diesem Dienstag den 17.7.2018, bei welchem Herr Schürmann über die neusten Entwicklungen in Japan berichtete.

Die AHK Japan betrachtet die Vertragsunterzeichnung zudem als weiteren Beweis für eine Neuorientierung Japans. „Japan profiliert sich in Asien als verlässliche Stütze des regelbasierten Freihandels“ so Schürmann. „Auf protektionistische Entwicklungen antwortet die Inselnation mit mehr statt weniger Kooperation. Die EU und Deutschland auf der einen und Japan auf der anderen Seite bekräftigen mit dem Abkommen auch ihre Wertepartnerschaft.“

Weitere Schritte im Fahrplan des legislativen Prozesses

Am 6. Juli 2017 wurde auf dem Gipfeltreffen EU-Japan in Brüssel eine grundsätzliche politische Einigung erzielt. Der konsolidierte Text der Vereinbarung wurde am 8. Dezember 2017 fertiggestellt. Am 18. April 2018 hat die EU-Kommission dem Rat die Unterzeichnung und den Abschluss des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (WPA) vorgeschlagen.

Am 6. Juli 2018 hat der Rat einen Beschluss über die Unterzeichnung des WPA und einen weiteren Beschluss über die Zustimmung („Zustimmung“) des Europäischen Parlaments zum Abschluss des Abkommens erlassen.

Am 17. Juli 2018 unterzeichneten die EU und Japan das WPA auf dem EU-Japan-Gipfel in Tokio.

Sobald der Rat die Zustimmung des Parlaments erhalten hat, kann er mit dem Abschluss der Vereinbarung fortfahren.

Die EU-Kommission strebt das Inkrafttreten des WPA vor Ablauf seines Mandats 2019 an.