IHK Leitfaden

Brexit und der Transport zwischen ‎Festland und Insel

Brexit und Transport
© CARTOgrafik.com | Warenabfertigung am Hafen von Dover, England

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Einleitung

Voraussetzung für den freien Waren- und Personenverkehr zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und dem Vereinigten Königreich sind schnelle und reibungslose Verkehrs- und Transportwege. Die Wiedereinführung von Zöllen, Kontrollen an den Grenzen sowie unterschiedliche Normen und Handelseinschränkungen, die mit dem Brexit einhergehen, werden negative Konsequenzen für das Transportwesen und den Logistiksektor haben.

Straßen- und Schienengüterverkehr

17.000 Lkw passieren täglich die Grenze zwischen Calais und Dover. Damit ist der Straßengüterverkehr das wichtigste Transportmittel, um Waren zwischen Festland und Insel zu befördern.

Mit dem Wegfall des freien Warenverkehrs dürfen deutsche Logistikunternehmen ihre Güter nicht mehr einfach ins Vereinigte Königreich liefern – und umgekehrt ebenso wenig. Zölle, Kontrollen und dadurch entstehende Verzögerungen durch lange Abfertigungszeiten an den Grenzen werden zu Kostensteigerungen für die Unternehmen führen.

Neben höheren Kosten und mehr bürokratischem Aufwand entsteht durch den Brexit auch Handlungsbedarf bei zahlreichen gesetzlichen Regelungen, die zurzeit EU-Recht sind, wie z. B. Arbeitszeitrichtlinien, Emissionsgesetzgebungen, Berufsqualifikationen oder Produktzertifizierungen.

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Luftverkehr

Die Luftfahrtbranche ist neben dem Finanzsektor, die am stärksten vom Brexit betroffene Wirtschaftsbranche. Mit dem Brexit verlässt Großbritannien auch den Gemeinsamen Europäischen Luftraum (ECAA), und der Luftverkehr muss zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (VK) neu verhandelt werden. Nachteilig wird sich das vor allem auf britische Fluggesellschaften auswirken, die mit dem Brexit ihre Verkehrsrechte auf dem europäischen Festland verlieren, sollte nicht rechtzeitig ein neues Luftfahrtabkommen zustande kommen. Das würde sich nicht nur negativ in Bezug auf den Tourismus bemerkbar machen, sondern auch Zehntausende von Arbeitsplätzen auf den britischen Flughäfen riskieren.

Mit dem Brexit würde der Flughafen London-Heathrow zwar nicht seinen Status als internationales Drehkreuz verlieren. Es ist jedoch vorstellbar, dass gewisse Interkontinental-Verbindungen ins Nicht-„Commonwealth“ reduziert werden.

Die vereinbarte Übergangsphase bis Ende des Jahres 2020 mit dem Verbleib im EU-Binnenmarkt verschafft Unternehmen aus der Luftfahrt und Logistik etwas Zeit für die Planung. Was danach kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch ungewiss.

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Schiffsverkehr

Mit dem Wegfall des EU-Binnenmarktes muss nicht zuletzt ein neues Seeverkehrsabkommen zwischen Großbritannien und EU ausgehandelt werden. Vom Wegfall des freien Waren- und Personenverkehrs ist nicht nur der Cargobereich, sondern auch der Fährverkehr zwischen Calais und Dover betroffen.

Häfen in Irland könnten an Bedeutung gewinnen, direkte Verbindungen zwischen der EU und Irland können geschaffen werden. Ungeklärt ist noch, ob britische Reedereien sich an das europäische Seerecht werden halten müssen und EU-Schiffseigner ihre Schiffe weiterhin ins britische Schiffsregister eintragen können, um eventuelle Steuervorteile zu nutzen, die die britische Regierung ihnen dann gewähren muss.

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FAQ zu Brexit und Transport

Zusammenfassung

Vom Ende des freien Waren- und Personenverkehrs innerhalb des EU-Binnenmarktes ist insbesondere das Transportwesen betroffen. Der Luft-, Schienen, Auto- und Schiffsverkehr steht vor unbekannten Herausforderungen: Bisher ist unklar, welche neuen Verkehrsabkommen zwischen der EU und Großbritannien geschlossen werden und wie sich der grenzüberschreitende Personen- und Güterverkehr nach der Übergangsphase entwickeln wird. Sicher scheint nur, dass es zu mehr bürokratischem Aufwand und zu einer Kostensteigerung für Unternehmen aus der Logistikbranche kommen wird.

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Beratung zu: Brexit und Transport & Logistik

+49 89 5116-1110

brexit@muenchen.ihk.de

Kristina Mader

Allgemeine Brexit-Fragen

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