Neue Veranstaltungsreihe des IHK-Integrationsteams

Erfolgreiche Integration von Geflüchteten in Ausbildung

Vernetzung und Mut machen standen im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung "Erfolgreiche Integration von Geflüchteten in Ausbildung" des IHK-Integrationsteams. Das Team steht seit Sommer 2016 Unternehmen bei der Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungsmarkt als Lotsen zur Seite.

Mehr als 80 Ausbilder, Personal- verantwortliche und Unternehmer informierten sich und diskutierten bei der Auftaktveranstaltung des IHK- Integrationsteams in der IHK Akademie München über die Faktoren und Bedingungen für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten in Ausbildung.

Eine vorausschauende, intelligente und nachhaltige
Integrationspolitik - ein Masterplan Migration - der die gesamte Integrationskette berücksichtigt, sowie eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und gesellschaftlichen Verantwortung schafft, sind wesentlich für den Integrationserfolg.

Hubert Schöffmann, Bildungspolitischer Sprecher des BIHKs

Vollwertige Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Um was es Oberbayerns Wirtschaft konkret geht, unterstrich Manfred Gößl, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern in seiner Begrüßung: Um die vollwertige Integration. Geflüchtete sollen nicht auf Dauer in Hilfsjobs landen. Vielmehr soll ein ordentlicher Berufsabschluss ihnen „echte“ Lebens- und Karrierechancen öffnen. "Dies ist möglich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", betonte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer.

In Oberbayern läuft die Integrationsarbeit offensichtlich besonders gut. 3.255 Geflüchtete befinden sich derzeit in bayerischen Betrieben in der Ausbildung, 1.500 davon in Oberbayern. Die IHK München habe dazu unter anderem mit der der Idee des „3+2-Modells“ wesentlich beigetragen. Zudem bieten die Berufsschulen auf Initiative der bayerischen IHKs hin seit September 2016 zusätzlichen ausbildungsbegleitenden berufssprachlichen Unterricht an. Mit der Entwicklung des neuen Online-Tools„Check work“ließen sich zudem Qualifikationen Geflüchteter schnell und zuverlässig ermitteln. Mit dieser Veranstaltung, so Gößl, mache die IHK deutlich, dass die größte Ausbildungshürde nur in den Köpfen der Integrationsskeptiker existiere.

Wille und Motivation sind entscheidend

Prof. Jörg Roche vom Institut für Deutsch an der LMU München rechnete mit dem Sprachunterricht traditioneller Machart ebenso ab wie mit dem gängigen Modell „erst drei Jahre Sprachunterricht, dann Ausbildung“. Roche sagte, „handlungsbezogener Sprachunterricht“ müsse das Vokabelpauken ersetzen, dann seien „phänomenale Erfolge“ binnen weniger Monate möglich. Das Alter spiele keine Rolle. Nur Wille und Motivation seien entscheidend.

Bürokratie erschwert Integration

In der Praxis sorgen Oberbayerns Behörden leider oft dafür, dass beides schwindet. Untersagen der Arbeitsgenehmigungen, fehlende Kursangebote für berufsbezogene Sprache, oder magelhafte Informationen über notwendige Behördengänge erschweren die Integrationsbemühungen der Betriebe erheblich, so das Fazit aus den Diskussionsbeiträgen.

Bozidar Petrak, Ausbildungsbeauftragter der Schreiner Group GmbH & Co. KG, ist aufseiten der Unternehmen einer der zahlreichen Menschen, die intensiv daran arbeiten, dass aus der Integration von Geflüchteten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eine Erfolgsstory wird. Viele weitere sollen folgen, der Wille jedenfalls ist da.

Das zeigten auch die intensiven Gespräche an den Themeninseln der Veranstaltung. Diskutiert wurde über Rechtsfragen, Sprache, Fördermöglichkeiten, Kompetenzchecks und Lösungen interkultureller Probleme. Hubert Schöffmann, Bildungspolitischer Sprecher des BIHKs und Leiter der Abteilung Berufliche Ausbildung der IHK München, meinte, eine klare, intelligente und verlässliche Integrationspolitik würde vieles erleichtern.

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