IHK Ratgeber

Elektromobilität im Unternehmen etablieren

Electric car in charging
© omada - thinkstock

Insbesondere in Großstädten wird die Luftqualität immer mehr zum Problem. ‎Aufgrund hoher Schadstoffwerte drohen Fahrverbote – zuerst nur für Diesel, ‎langfristig auch für Fahrzeuge mit Ottomotor. E-Autos stellen eine Alternative dar: ‎Sie senken die Belastung durch Immissionen und Lärm. Dazu lassen sich E-‎Fahrzeuge bereits heute wirtschaftlich betreiben und in Unternehmen nutzen. ‎Durch realistische Reichweiten von 300 bis 400 Kilometern genügt es, die ‎Fahrzeuge nachts zu laden. Energie an Stromtankstellen zu zapfen, ist außer auf ‎Fernreisen meist überflüssig. Gleichzeitig wird die Ladeinfrastruktur stetig ‎ausgebaut und verbessert und die Kosten für die Batterien sind seit 2010 um 80 ‎Prozent gesunken. Elektromobilität ist mittlerweile alltagstauglich und ‎kostengünstig. Bei in Zukunft weiter steigenden Kraftstoffpreisen verschiebt sich ‎der Kostenvorteil weiter in Richtung Elektromobilität, da die Belastung durch die ‎variablen Kosten bei Preissteigerungen schwerer wiegt als die Ausgaben für die ‎Fahrzeuganschaffung.‎

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Elektromobilität – die Antriebstechnik im Überblick

Mit E-Autos verringert sich die Belastung in Städten und Ballungsräumen mit Luftschadstoffen. Die Lebensqualität steigt. Damit kann die E-Mobilität einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung den großen globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourcenknappheit leisten.

Die IHK München unterstützt den Einsatz von E-Fahrzeugen durch Information und konkrete Fördermaßnahmen in Kooperation mit Kommunen. Gerade der städtische Wirtschaftsverkehr mit hohen jährlichen Fahrleistungen, aber begrenzten Aktionsradien bietet gute Voraussetzungen für den Einsatz der E-Mobilität und Lastenrädern.

Fahrzeughersteller bieten aktuell verschiedene Konzepte für die Elektromobilität an. Um das passende Fahrzeug für Ihr Unternehmen auszuwählen, sollten Sie die verschiedenen Antriebstechniken kennen:

  • Batterie-Elektrofahrzeug (BEV): Ein BEV ist ein reines Elektrofahrzeug. Es verfügt über eine Batterie und einen Elektromotor. E-Autos fahren nur mit Strom und müssen regelmäßig geladen werden. Die Fahrzeuge verfügen über die Fähigkeit zur Rekuperation, d. h. sie gewinnen über einen Generator beim Ausrollen oder beim Bremsen Energie zurück. So erhöht sich die Reichweite und der Betrieb ist besonders wirtschaftlich.
  • Batterie-Elektrofahrzeug mit Range Extender (E-REV): Ein E-REV gleicht in der Antriebsausstattung einem BEV. Der Antrieb erfolgt auch hier allein über einen Elektromotor, die Batterien müssen regelmäßig geladen werden. Rekuperation ist möglich. Zusätzlich verfügt ein E-REV über einen kleinen Verbrennungsmotor mit Tank. Dieser Motor dient nicht dem Antrieb, über ihn lässt sich die Batterie bei Bedarf laden. Empfehlenswert ist diese Technik nur in Regionen ohne ausreichendes Ladesäulennetz. Denn der Verbrennungsmotor macht das Fahrzeug schwerer und teurer, dazu ist die Stromerzeugung aus Kraftstoff unwirtschaftlich.
  • Plug-in-Hybridfahrzeug (PHEV): Bei einem PHEV sind ein vollwertiger Elektro- und ein vollwertiger Verbrennungsmotor verbaut. Je nach Ladestand der Batterie können Sie nur mit Elektroantrieb, nur mit Verbrennungsmotor oder mit beiden Antriebsarten gleichzeitig fahren. Rekuperation ist möglich. Das PHEV wird wie ein Batterie-Elektrofahrzeug am Stromnetz aufgeladen. Den Vorteil der Flexibilität erkaufen Sie sich mit einem hohen Fahrzeuggewicht, das den Verbrauch steigert, und einem hohen Anschaffungspreis.
  • Voll-Hybridfahrzeug (HEVfull): Auch hier verfügt das Fahrzeug über einen Elektro- und einen Verbrennungsmotor. Allerdings lässt sich die Batterie nicht extern über ein Ladekabel aufladen. Lediglich die aus der Bewegung des Verbrennungsmotors und aus der Rekuperation gewonnene Energie steht für den Elektromotor bereit. Sie bleiben von herkömmlichem Kraftstoff abhängig.

Informationen zur Ladeinfrastruktur finden Sie hier.

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Wie energieeffizient ist Elektromobilität?‎

E-Fahrzeuge punkten durch erheblich geringere Energiekosten. Das liegt daran, dass Elektrofahrzeuge einen viel höheren Wirkungsgrad haben als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Seit 2011 verlangt die EU, dass elektrische Fahrzeuge einen Wirkungsgrad von mehr als 94 Prozent erreichen müssen. Aktuelle Modelle übertreffen diesen Grenzwert deutlich und nutzen bis zu 98 Prozent der gespeicherten Energie. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zum Verbrennungsmotor:

AntriebsartWirkungsgrad
Benzinmotormax. 35 %
Dieselmotormax. 45 %
Elektromotormind. 94 %

Die geringen Wirkungsgrade der Verbrennungsmotoren resultieren daraus, dass ein Großteil der Energie in Wärme umgewandelt wird, die ungenutzt verpufft. Allerdings hat auch die Elektromobilität einen Schwachpunkt: Während beim Auto 100 Prozent des getankten Kraftstoffs im Tank ankommen, müssen beim „Betanken“ von E-Fahrzeugen 20 bis 30 Prozent Ladeverluste hingenommen werden. Die Energieverluste sind dem Lademanagement des Fahrzeugs geschuldet: Durch das Ladesystem, die Ladeart und den Ladestand sowie die Temperatur der Batterie geht Energie verloren. Besonders hoch sind die Energieverluste beim Schnellladevorgang.

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Die Klimabilanz der Elektromobilität

„Der Mensch ist, was er isst.“ Dieses Sprichwort gilt auch für die Elektromobilität. Wie klimafreundlich ein E-Auto ist, hängt von der Art des „getankten“ Stroms ab. Soll ein BEV während seiner Nutzungszeit kein CO2 verursachen und kaum Schadstoffe produzieren, gelingt das nur, wenn die Energie ausschließlich aus regenerativen Quellen stammt. Zwar stößt ein E-Auto keine Abgase aus, aber die Energieerzeugung ist je nach Art und Weise mehr oder weniger umweltfreundlich. Allerdings steigt im deutschen Strommix der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien stetig. Das bedeutet: Bereits jetzt kann sich die Ökobilanz von E-Fahrzeugen sehen lassen, selbst wenn mit konventionellem Strom gefahren wird.

Verbrennungsmotoren und Elektromobilität im CO2-Vergleich

Selbst im Vergleich mit aktuellen Dieseln und Benzinern, die deutlich sparsamer sind als der deutsche Durchschnittsfahrzeugbestand, schneidet die Elektromobilität erheblich besser ab. Dabei gelten folgende Annahmen als Grundlage:

  • Verwendung des deutschen Strommixes (kein Ökostrom)
  • Berücksichtigung der Verluste zwischen Kraftwerk, Steckdose und Batterie
  • Zugrundelegung des realen Energieverbrauchs im Alltag
  • Einbeziehung des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge
  • Verzicht auf Gutschriften aus einer späteren Zweitverwendung der Batterie
  • Berücksichtigung der stetigen Emissionsverbesserungen bei Verbrennungsmotoren durch technischen Fortschritt und Beimischung von Bio-Kraftstoff

Die folgende Grafik zeigt den CO2-Ausstoß von modernsten Autos mit Verbrennungsmotor und durchschnittlichen Elektroautos heute und in Zukunft:

co2_emissionen_pro_fahrzeugkilometer_ueber_den_gesamten_lebenszyklus_1
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

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Wie ist die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs bei der ‎Energiewende zu bewerten?‎

Wenn Sie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor anschaffen, stehen bereits zum Kaufzeitpunkt die während des Betriebs anfallenden Emissionen fest. Der Verbrauch verändert sich nicht und die Einsparungen von CO2 über einen höheren Anteil von Bio-Kraftstoff in Benzin und Diesel sind überschaubar. Denn Verbrennungsmotoren vertragen keine starken Veränderungen an der Kraftstoffmischung.

Anders sieht es bei der Elektromobilität aus. Der Verbrauch und die Ladeverluste verringern sich bei einem E-Fahrzeug während der Lebensdauer zwar nicht, aber der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien am deutschen Strommix steigt stetig. Und das hat einen großen Einfluss auf den CO2-Ausstoß von E-Fahrzeugen. Ein BEV, das 2017 zugelassen wurde, hat zu Beginn einen CO2-Ausstoß von durchschnittlich 168 Gramm pro Kilometer. Bei angenommenen zwölf Nutzungsjahren sinkt durch den höheren Anteil an erneuerbaren Energien am Strommix der Ausstoß auf rund 100 Gramm.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Energiewende auf die Emissionen von Verbrennungsmotoren und Elektromobilität auswirkt:

nach_nutzungsjahr_aufgeschluesselte_emissionen_der_verschiedenen_vergleichsfahrzeuge_1
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

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BEV und Hybrid im Vergleich

Wenn Sie ein Elektrofahrzeug anschaffen möchten, stehen Sie vor der Frage, ob ein Batterie-Elektrofahrzeug oder ein Hybridfahrzeug (HEVfull) die beste Lösung ist. Die Vorteile der Hybridtechnik liegen auf der Hand:

  • Auf kurzen Strecken fahren Sie umweltfreundlich, leise und emissionsfrei mit dem Elektromotor.
  • Auf langen Strecken müssen Sie sich keine Sorgen um die Reichweite machen, da ein vollwertiger Elektromotor zur Verfügung steht.

Allerdings sind auch die Nachteile nicht zu vernachlässigen:

  • Sie kaufen ein Fahrzeug mit zwei vollwertigen Motoren, das steigert die Anschaffungskosten.
  • Sie nutzen die Leistungsfähigkeit beider Antriebstechniken nicht voll aus.
  • Der Verbrennungsmotor muss lebenslang gewartet werden.
  • Das Fahrzeug ist schwerer und verbraucht mehr.
  • Sie bleiben auf fossile Kraftstoffe angewiesen und müssen die Preissteigerungen finanzieren.

Für den Übergang kann ein Hybridfahrzeug die passende Lösung sein, wenn Sie nur einen kleinen Fuhrpark besitzen und lange Strecken gefahren werden. Für kleine Unternehmen ist es unwirtschaftlich, einen gemischten Fuhrpark mit BEV und herkömmlichen Fahrzeugen aufzubauen. Langfristig führt allerdings auch wirtschaftlich an der reinen Elektromobilität kein Weg vorbei.

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Wie wirtschaftlich ist die Elektromobilität?‎

Aktuell sind E-Fahrzeuge teurer als vergleichbare Modelle mit Elektromotor. Das hat vor allem zwei Gründe:

  • Bisher waren die Kosten für die Batterie sehr hoch. 2010 mussten Käufer mit einem Preis von 1.000 Dollar pro kW Speicherkapazität rechnen. Bereits heute sind diese Kosten deutlich gesunken, im Schnitt fallen pro kW nur noch 227 Dollar an. Experten rechnen für die Jahre zwischen 2020 und 2030 mit Kosten von 100 bis 200 Dollar. Ab 2030 soll die Herstellung der Kraftstoffzellen für weniger als 100 Dollar pro kW möglich sein.
  • Die Hersteller legen die hohen Entwicklungskosten auf den Kaufpreis um. Mit steigender Stückzahl und mehr Wettbewerb werden die Preise weiter sinken.

Tatsächlich ist die Produktion von E-Autos einfacher und günstiger als die der Modelle mit Verbrennungsmotor. Interessant für die Wirtschaftlichkeit sind aber nicht nur die reinen Anschaffungskosten. Einen seriösen Vergleich ermöglicht der Blick auf alle mit dem Betrieb verbundenen Kosten. Und bei diesen Vollkosten – den sogenannten Total Cost of Ownership – hat die Elektromobilität die Nase vorn.

  • Wertverlust: Besitzer von Dieselfahrzeugen haben die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass die Wagen aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen kaum verkäuflich sind und stark an Wert verlieren. Fahrverbote und eine ähnliche Entwicklung sind in naher Zukunft auch für Benziner zu erwarten. Anders sieht es bei E-Fahrzeugen aus. Diese zeigen sich erstaunlich wertstabil. Das dürfte daran liegen, dass die Kapazitätsverluste bei der Batterie geringer ausfallen als erwartet. Ein zehn Jahre alter Tesla Roadster erreicht noch immer 85 bis 90 Prozent der ursprünglichen Ladekapazität. Im Bereich des Wertverlusts bietet die Elektromobilität Vorteile.
  • Wartungskosten: Elektromotoren arbeiten nahezu wartungsfrei. Mit einem BEV entfallen die typischen Wartungsarbeiten wie Ölwechsel oder Keilriemen erneuern. Ein Abgassystem oder ein anfälliges Getriebe mit Kupplung sind nicht vorhanden.
  • Steuern: E-Fahrzeuge, die bis Ende 2020 zugelassen werden, sind zehn Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit.
  • Energieeffizienz: Da Elektromotoren einen höheren Wirkungsgrad erreichen als herkömmliche Motoren, fällt der Kraftstoffverbrauch niedriger aus.

Tipp: Aktuell fördert die Bundesregierung die Anschaffung von BEV mit 4.000 Euro. Der Umweltbonus für den Kauf eines Plug-in-Hybridfahrzeugs beträgt immerhin noch 3.000 Euro.

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Kosten der Elektromobilität mit Eigenstrom ‎minimieren

Sobald Sie Elektromobilität für Ihren Fuhrpark nutzen, stellt sich die Frage nach dem Strombezug. Mit normalem Strom vom Energieversorger fährt Ihr E-Fahrzeug bereits heute verhältnismäßig sauber. Denn ein Drittel des Strommixes in Bayern stammt aus erneuerbaren Energien, in Zukunft steigt der Anteil weiter. Doch nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten ist es empfehlenswert, den Strom für die Elektromobilität selbst zu erzeugen – auch in finanzieller Hinsicht zahlt es sich aus.

Bereits ein einzelner Photovoltaik-Carport kann die nötige Energiemenge für eine Fahrleistung von über 10.000 Kilometer pro Jahr liefern. Dabei betragen die (Eigen-)Produktionskosten für die nötige Energiemenge für 100 Kilometer weniger als 2 Euro. Die folgende Tabelle zeigt das Sparpotenzial bei einem angenommen „Tankstrombedarf“ von 2.025 kW/h:

Art des StrombezugsKosten für rund 10.000 km Fahrleistung/Jahr
Eigenproduktion200 Euro
Stadtwerke München, Tarif M-Strom business Vario557 Euro*
Stadtwerke München, Tarif M-Ökostrom business Vario561 Euro*
‎*Stand 07.2019‎

Die hauseigene Stromproduktion über eine Photovoltaikanlage liefert zu 100 Prozent Strom aus regenerativen Energien und sorgt dafür, dass Sie komplett ohne CO2-Ausstoß fahren. Wenn Sie den selbst produzierten Strom zusätzlich im eigenen Betrieb nutzen, verbessern Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis noch einmal.

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EEG-Umlage auf selbst produzierten Strom

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen Betreiber einer Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch von Strom eine Umlage zahlen. Demnach fließen im Jahr 2019 pro selbst produzierter und verbrauchter kW/h 6,405 Cent an den Energieversorger. Kleine Anlagen mit einer Leistung von weniger als 10 kW/h – das entspricht etwa einer Solarpaneelfläche von 80 m2 – sind von der Umlage befreit.

Hinweis: Auch Anlagen, die vor dem 01. August 2014 für den Eigenverbrauch genutzt worden sind, betreiben Sie umlagenfrei.

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Einsatzmöglichkeiten der Elektromobilität im Unternehmen

Bevor Sie die Umstellung des Fuhrparks auf Elektromobilität angehen, ist es unerlässlich, sich ein Bild über die Fahrleistungen der einzelnen Mitarbeiter zu machen. Für viele Mitarbeiter ist es sicher möglich, direkt vom Verbrennungsmotor auf Elektromobilität zu wechseln. In anderen Bereichen, insbesondere bei Langstreckenfahrten und Lieferungen, muss der Einsatz von BEV genau geplant werden. Mit dem richtigen Fachwissen ist es bereits heute möglich, Elektromobilität für die meisten Strecken zu nutzen. Folgende Einsatzmöglichkeiten gibt es:

Fahrzeugpools

Ein Fahrzeugpool schafft ideale Bedingungen für die Nutzung der Elektromobilität in Unternehmen. Denn er trennt Fahrzeug und Fahrer. Der Pool muss individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Unternehmens zugeschnitten sein und sich aus folgenden Fahrzeugen zusammensetzen:

  • BEV für kurze und mittlere Strecken
  • Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor für lange Strecken oder das Ziehen von Anhängern
  • Fahrräder, E-Bikes und E-Roller als Vervollständigung des Pools

Damit die Einrichtung und Nutzung eines Fahrzeugpools im Unternehmen funktioniert, kommt es auf die richtigen Voraussetzungen an. Dazu gehören:

  • einfache Abläufe bei der Fahrzeugbereitstellung und -rückgabe
  • Einweisung und Betreuung der Nutzer
  • geeignete Fahrzeuge in ausreichender Menge und Verfügbarkeit
  • professionelle Pflege und Wartung für einen guten Fahrzeugzustand

Tipp: Ab einem Bestand von etwa zehn Fahrzeugen ist es empfehlenswert, eine professionelle Dispositionssoftware zu nutzen, um den Einsatz der Fahrzeuge zu steuern.

Dienstwagen

Nach den Werkstatt- und Montagewagen sind Dienstwagen mit privater Nutzung die zweitgrößte Gruppe der im Unternehmen genutzten Fahrzeuge. Der Einsatz von Elektromobilität ist hier eine große Herausforderung, denn es sind folgende Punkte zu bedenken:

  • BEV sind oft nicht ausschließlich nutzbar, denn lange Pendelstrecken, viele Dienstfahrten und Urlaubsreisen sind mit der typischen Reichweite kaum zu realisieren.
  • Es gibt kaum BEV, die den bisherigen Verbrennermodellen in Preis und Ausstattung entsprechen.
  • Der finanzielle Einsatz des Unternehmens ist nur bei einer langen Nutzungszeit von mindestens acht Jahren rentabel. Auch das ist den noch hohen Preisen geschuldet.
  • Die private Nutzung am Abend und an den Wochenenden macht meist einen zweiten Ladepunkt am Wohnsitz des Mitarbeiters erforderlich.

Über folgende Maßnahmen ist es trotzdem möglich, die Elektromobilität zu nutzen:

  • genaue Analyse der Fahrleistung jedes Mitarbeiters
  • Dienstreisekonzept für Langstrecken (z. B. Bahnfahrten)
  • gemischter Fahrzeugpool
  • Mobilitätsbudget für private Fahrten (z. B. Mietwagen), wenn BEV nicht möglich
  • Ladepunkte am Wohnort

Pendlermobilität

Die moderne Elektromobilität eröffnet Arbeitgebern weitere Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern den Weg zur Arbeit zu erleichtern, es muss nicht immer ein Auto sein. Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

  • bis 10 km einfacher Weg: Pedelec, S-Pedelec oder E-Bike (z. B. als Fahrradleasing)
  • bis 15 km einfacher Weg: E-Motorroller (z. B. über Gehaltsvorschuss finanziert)

Tipp: Mitarbeiterbefragungen und Workshops erhöhen die Akzeptanz solcher Angebote.

Elektromobilität für Auszubildende

Junge Menschen legen in der Regel weiterhin früh die Führerscheinprüfung ab, allerdings hat das Auto als Symbol für Status und Freiheit ausgedient. Junge Menschen wechseln ganz selbstverständlich situativ die Verkehrsmittel und nutzen den ÖPNV, Carsharing oder das Fahrrad. Dazu verfügen die meisten über ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Angebote für Elektromobilität steigern die Arbeitgeberattraktivität gezielt bei potenziellen Azubis und erschließen ganz neue Interessentengruppen.

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Wie ist die Förderung der Elektromobilität auf die Bundesministerien verteilt?

Die Bundesregierung hat den „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ ins Leben gerufen und treibt die Forschung und Entwicklung ebenso wie die Marktvorbereitung und Markteinführung von elektrischen Fahrzeugen konsequent voran. Um den Fortschritt anzutreiben, stehen viele Fördermittel bereit, die in der Hauptsache über vier Bundesministerien verteilt werden. Dabei setzt jedes Ministerium andere Schwerpunkte.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

  • Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) für Elektromobilität
  • marktnahe Entwicklung fahrzeugtauglicher Batteriesysteme und der notwendigen Fertigungstechnologien
  • Schlüsselelemente der Stromwirtschaft für die Elektromobilität wie Speicher, Netze, Integration
  • Antriebstechnologie für Elektro- und Hybridfahrzeuge
  • effiziente und sichere Gestaltung des Fahrzeugbetriebs
  • Ausbau und Verbesserung der Ladeinfrastruktur (in Zusammenarbeit mit BMVI)
  • Abrechnungssysteme für das „Tanken“ von Strom
  • Verbesserung der Akzeptanz der Elektromobilität (in Zusammenarbeit mit BMVI)

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

  • Sicherheit von in Serie gefertigter Batterien
  • Erprobung und Demonstration innovativer Mobilitätssysteme
  • Ausbau und technische Verbesserung der Ladeinfrastruktur (in Zusammenarbeit mit BMWi)
  • Erhöhung der Sicherheit und Effizienz bei Fahrzeugflotten
  • Hybridtechnik für Lkw, Steigerung der Effizienz von Nebenaggregaten
  • Sicherheit im Verkehr
  • Verbesserung der Akzeptanz der Elektromobilität (in Zusammenarbeit mit BMWi)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

  • Batteriekonzepte und -management (Batterieentwicklung)
  • Entwicklung und Erforschung neuartiger Materialien
  • Produktionsforschung für weitere Batteriegenerationen
  • Ausfallsicherheit von Komponenten und Systemen
  • Systemforschung zur Elektromobilität
  • Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für verbesserte Energieeffizienz in E-Fahrzeugen
  • Aus- und Weiterbildung

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

  • Forschungen zur Ermittlung der Umwelt- und Klimafaktoren bei der Elektromobilität
  • Kopplung der Elektromobilität an erneuerbare Energien und Integration erneuerbarer Energien in die Netze
  • Konzepte für Umwelt- und Klimaschutz
  • ökologische Standards für die Markteinführung
  • Forschung zu Recyclingverfahren und deren Entwicklung, Öko- und Energiebilanzen der Komponenten

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Was fördert das Umweltprogramm der KfW?

Mit dem als Umweltprogramm bezeichneten Programm 240/241 stellt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergünstigte Kredite zur Förderung der Elektromobilität bereit.

Was wird gefördert?‎

Mit dem Umweltprogramm fördert der Staat über die KfW Unternehmen, die umweltfreundlich und nachhaltig handeln möchten. Es stehen vergünstigte Kredite für Investitionen zur Verfügung, die die Umweltbilanz in Unternehmen verbessern. Dazu gehören:

  • Anschaffung von Fahrzeugen mit Elektro-, Hybrid- oder Brennstoffzellenantrieb sowie umweltfreundlicher Schienen- und Wasserfahrzeuge
  • Ladestationen für Elektromobilität und Tankstationen für Wasserstofffahrzeuge
  • Einsparung von Material und Ressourcen
  • Vermeidung oder Verringerung von Lärm und Emissionen
  • Abfallvermeidung, -behandlung und -verwertung
  • Abwasserreinigung, -vermeidung oder -verminderung
  • Schutzmaßnahmen für Boden und Grundwasser
  • Sanierung von Flächen und Altlasten

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Wer wird gefördert?

Das Umweltprogramm der KfW richtet sich ausschließlich an Unternehmer, Privatleute können nicht profitieren. Erhältlich ist die Förderung für:

  • in- und ausländische Unternehmen jeder Größe, im Ausland für Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen und Joint Ventures mit überwiegend deutscher Beteiligung
  • Freiberufler
  • Unternehmen, die als Contracting-Geber Dienstleistungen für Dritte anbieten (z. B. Stromanbieter)

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Wie sind die Konditionen?

Die Konditionen des Umweltprogramms im Überblick:

  • Programm 240 für mittlere und große Unternehmen
  • Programm 241 für kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Millionen Euro
  • risikogerechtes, individuelles Zinssystem
  • bis zu 10 Millionen Darlehenssumme je Vorhaben
  • Vollfinanzierung des Vorhabens möglich
  • Darlehenssumme gleich Auszahlungsbetrag
  • abrufbar in Teilsummen oder als Einmalbetrag
  • tilgungsfreie Zeit
  • vorzeitige ganze oder teilweise Tilgung gegen Vorfälligkeitsentschädigung
  • Rückzahlung der Raten über die Hausbank

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Welche steuerlichen Vorteile bietet die Elektromobilität?

Nutzer eines ab 2019 als Dienstwagen gekauften E-Fahrzeugs dürfen sich freuen. Der Staat rechnet für die Versteuerung des geldwerten Vorteils bei privater Nutzung für elektrische Fahrzeuge nur noch mit dem halben Bruttolistenpreis. Das gilt sowohl für die 1-Prozent-Regelung, die damit zur 0,5-Prozent-Regelung für Elektrofahrzeuge wird, als auch für das Führen eines Fahrtenbuchs. Damit wird der höhere Anschaffungspreis von BEV ausgeglichen. Die Befreiung ist befristet und gilt nur für Elektro- und Hybridfahrzeuge, die zwischen dem 01. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden. Dabei muss es sich nicht um Neufahrzeuge handeln, die Erleichterung gilt auch für neu gekaufte Gebrauchtfahrzeuge.

Bestandfahrzeuge erhalten weiterhin den Nachteilsausgleich

Für vor 2019 angeschaffte Hybrid- und Elektrofahrzeuge sind die Kosten für das Batteriesystem vom Bruttolistenpreis abzuziehen, erst dann ist die 1-Prozent-Regelung anzuwenden. Dabei gelten folgende Pauschalen:

  • Anschaffung vor dem 31.12.2013: Der Listenpreis wird pro kW Ladekapazität pauschal um 500 Euro gemindert. Der Höchstbetrag für die Batteriekosten liegt bei 10.000 Euro.
  • Anschaffung ab 01.01.2014 bis 31.12.2018: Die Abrechnung erfolgt weiter pauschal, allerdings sinken die Pauschalen jährlich um 50 Euro und der Höchstbetrag um 500 Euro.
AnschaffungsjahrPauschale pro kW SpeicherleistungHöchstbetrag
2013 und früher500 €10.000 €
2014450 €9.500 €
2015400 €9.000 €
2016350 €8.500 €
2017300 €8.000 €
2018250 €7.500 €

Zudem ist das kostenlose „Tanken“ von Strom beim Arbeitgeber steuerfrei und wird nicht als geldwerter Vorteil angesehen. Zusätzlich erhalten Sie bei einem E-Fahrzeug, das bis zum 31. Dezember 2020 erstmalig zugelassen wird, für zehn Jahre eine Befreiung von der Kfz-Steuer. Mehr Informationen zur Besteuerung der Elektromobilität finden Sie im ausführlichen Ratgeber.
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Welche E-Fahrräder für Unternehmen gibt es?

E-Fahrräder wie Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes sind bestens für Kurzstrecken geeignet und sehr wirtschaftlich. Für Kurzstrecken sowie Kurier- und Lieferdienste ist diese Form der Elektromobilität ideal. Pedelecs bieten eine Trittunterunterstützung bis zu einer Geschwindigkeit vom maximal 25 km/h, S-Pedelecs leisten sogar bis 45 km/h Hilfe beim Treten. E-Bikes dagegen lassen sich nur über den Motor, sogar ganz ohne selbst zu treten, fahren.

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede auf.

Höchst-geschwindig-keit [km/h]max. Leistung in WattHelmpflichtFührerschein / Fahr-berechtigungVersicherungs-kennzeichenRadweg-Nutzung
Pedelec25 mit Treten250NeinNeinNeinJa
Schnelles Pedelec20 ohne Treten

45 mit Treten
500JaKlasse AMJaNein
E-Bike bis 20 km/h20 ohne Treten500NeinMofaJaNur bei Freigabe
E-Bike bis 25 km/h25 ohne Treten1.000JaMofaJaNur bei Freigabe
E-Bike bis 45 km/h45 ohne Treten4.000JaKlasse AMJaNein

Häufige Fragen zur Elektromobilität

Nein, kurz- und mittelfristig werden auch weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zur Verfügung stehen. Allerdings sind fossile Brennstoffe nicht unendlich vorhanden und schädigen Umwelt und Klima. Daher wird die Elektromobilität Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zuerst ergänzen und dann für immer mehr Fahrten zum Standard werden.

Die Bundesregierung fördert die Elektromobilität von der Forschung und ‎Entwicklung bis zur Markteinführung. Außerdem sind Elektrofahrzeuge einfacher ‎aufgebaut als solche mit Verbrennungsmotor.‎

Der Forschungsdruck im Bereich Elektromobilität ist sehr hoch, viele Länder treiben ‎die Entwicklung voran. Als Exportnation ist Deutschland darauf angewiesen, einen ‎Platz als Leitstaat für die Technologie zu besetzen und Innovationen zu entwickeln.‎