Verkehr | Drohnen

Das ändert sich für Drohnen und Flugmodelle

Seit dem 7. April 2017 wurden die Regelungen für Drohnen deutlich klarer formuliert. Am 1. Oktober ist die Pflicht zur Kennzeichnung in Kraft. Unbemannte Luftfahrtsysteme können jetzt leichter gewerblich genutzt werden. Hier finden Sie alle wichtigen Änderungen.

Die neuen Regelungen für Drohnen und Flugmodellen

Drohne fliegt ueber Feld bei Sonnenaufgang.
© Fotolia / ValentinValkov Drohnen bietet viele Möglichkeit privat wie gewerblich. Durch die neue Regelung ist die Nutzung klarer definiert.

Allgemeine Regelungen

Die Ausweichpflicht legt fest, dass unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle bemannten Luftfahrzeugen und unbemannten Freiluftballonen ausweichen müssen. Damit soll gewährleistet werden, dass der reguläre Luftverkehr nicht beeinträchtigt wird.

Drohnen werden nach Gewicht unterschieden

Grundsätzlich unterscheidet die gesetzliche Änderung Drohnen und Flugmodelle in verschiedene Größenordnungen.

  • Geräte unter 0,25 Kg
    Für diese Große ändert sich kaum etwas. Es ist jedoch nun erlaubt, mit einer Videobrille solche Drohnen auch außerhalb der eigentlichen Sicht zu steuern. Bei Drohnen, die mehr als 250 Gramm wiegen, muss dagegen eine weitere Person anwesend sein, um den Steuerer auf Gefahren aufmerksam machen zu können.
  • Geräte über 0,25 Kg
    Auch Drohnen über 0,25 Kg dürfen weiterhin ohne Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde gesteuert werden. Neu: Die Erlaubnispflicht entfällt auch für den gewerblichen Betrieb.
  • Geräte über 2 Kg
    Die Geräte müssen gekennzeichnet werden. Zudem ist ein Kenntnisnachweis - der Drohnenführerschein - notwendig. Dafür kann man eine Pilotenlizenz oder eine Bescheinigung einer vom Landesluftfahrtamt anerkannten Stelle vorlegen.
  • Geräte über 5 Kg
    Prinzipiell ist bei Geräten über 5 Kg eine Erlaubnis erforderlich. Sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Gebrauch. Diese kann jeweils von der jeweiligen Landesluftfahrtbehörde ausgestellt werden. Auch hier ist ein Kenntnisnachweis notwendig.
  • Mehr als 25 Kilo
    Unbemannte Luftfahrtsystem über 25 Kilo sind grundsätzlich unzulässig. Zwar kann eine Ausnahmeerlaubnis beantragt werden, garantiert ist die Erlaubnis jedoch nicht. Auch hier ist ein Kenntnisnachweis notwendig.

Kennzeichnungspflicht seit 1. Oktober 2017

Alle Drohnen und Flugmodelle ab einem Gewicht von 0,25 Kg müssen gekennzeichnet werden. Die Plakette, die an das Gerät angebracht werden muss, muss Name und Adresse des Eigentümers aufweisen. Zudem muss die Plakette dauerhaft und feuerfest angebracht sein. Ab dem 1. Oktober 2017 ist die Plakette verpflichtend.

Das ist verboten

Geräte unter 5 Kilo dürfen nicht außer Sicht fliegen, Ausnahmen gelten für kleine Drohnen unter 250g. Eine Ausnahme kann bei dem Einsatz von Videobrillen gemacht werden.

Zusätzlich wurde in der Gesetzesänderung definiert, wo eine Drohne nicht fliegen darf.

  • Hoheitliche Gebäude der Bundesrepublik, der Länder oder anderer Nationen (Botschaften etc.).
  • Menschenversammlungen, Rettungseinsätze, Krankenhäuser, JVAs und Industrieanlagen. Auch Naturschutzgebiete dürfen nicht überflogen werden.
  • Bestimmte Verkehrswege.
  • Wohngründstücke, wenn die Drohne in der Lage ist optische und/oder akustische Funksignale zu versenden. Eine Ausnahme gilt, wenn der Grundstückseigner dem ausdrücklich zustimmt.
  • Eine Drohne darf nicht höher als 100 Meter oberhalb der Oberfläche fliegen. Wenn für ein Gelände eine Genehmigung ausgestellt wurde und eine bestellte Aufsichtsperson anwesend ist, gilt eine Ausnahme. Bei Multicoptern, die von einer Person mit Kenntnisnachweis oder gültiger Erlaubnis als Luftfahrzeugführer gesteuert werden, gilt ebenfalls eine Ausnahme.