Steuerliche Entlastungen

Corona und Steuern

HIV test at Pomerini in Tanzania - Africa - A doctor examines the blood to find out the positive to the AIDS virus

Die Bundesregierung und die Bayerische Staatsregierung haben umfassende Maßnahmenpakete zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus vorgelegt.

Inhaltsnavigation

Überblick: Steuerliche Hilfsangebote für Unternehmen

ACHTUNG: Bayerisches Antragsformular zu steuerlichen Erleichterungen!

Zurück zum Inhalt

Steuerstundungen

  • Zinslose Stundung von Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer: Auf Antrag möglich, soweit diese aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nicht geleistet werden können (vorerst für drei Monate). Betroffene Unternehmen können entsprechende Stundungsanträge bis zum 31. Dezember 2020 beim zuständigen Finanzamt stellen. Antragsformular steht auf den Internetseiten der Steuerverwaltung zur Verfügung, oder auch online unter www.elster.de
  • Stundung von Gewerbesteuer-Nachzahlungen: Anträge sind an die zuständigen Städte und Gemeinden zu richten. Die Wirtschaftsorganisationen haben an die Kommunen in Bayern appelliert, den Betrieben unbürokratisch und schnell die Gewerbesteuer zu stunden und auf die üblichen Stundungszinsen zu verzichten.

zurück zum Inhalt

Herabsetzung von laufenden Vorauszahlungen

  • Herabsetzung von Vorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer): Die Antragstellung erfolgt beim zuständigen Finanzamt. Bayerisches Antragsformular, der auch auf den Internetseiten der Steuerverwaltung zur Verfügung steht, oder online, www.elster.de.
  • Herabsetzung von Gewerbesteuer-Vorauszahlungen: Diese können durch die jeweilige Gemeinde auf ‎einen entsprechenden Antrag hin angepasst werden.‎ ‎Achtung: Liegt bereits ein Bescheid des Finanzamts über den „Gewerbeertrag für Zwecke der ‎Vorauszahlungen‎“ vor, dann ist beim Finanzamt (statt bei der Gemeinde) ein ‎entsprechender Antrag auf Herabsetzung des Steuer-Messbetrags für Zwecke der Gewerbesteuervorauszahlungen zu stellen, bayerisches Antragsformular, der auch auf denInternetseiten der Steuerverwaltung zur Verfügung steht, oder online, www.elster.de.

zurück zum Inhalt

Anpassung von Vorauszahlungen 2019 anhand eines vorläufigen Verlustrücktrags ‎

  • Auf Antrag gewährt die Finanzverwaltung eine Herabsetzung/Erstattung von Vorauszahlungen 2019 (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer) auf der Grundlage eines vereinfacht ermittelten, „unterjährigen“ Verlustrücktrags aus 2020. Der pauschale Verlustrücktrag beträgt 15 % der Gewinneinkünfte bzw. Vermietungseinkünfte, die der Berechnung der Vorauszahlungen für 2019 zu Grunde gelegt wurden. Die Möglichkeit, im Einzelfall unter Einreichung detaillierter Unterlagen einen höheren rücktragsfähigen Verlust darzulegen, bleibt hiervon unberührt. Der Verlustrücktrag beträgt maximal 1 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung 2 Mio. Euro). Im hierzu erlassenen BMF-Schreiben vom 24.04.2020 sind weitere Einzelheiten erläutert. Die Antragstellung erfolgt beim zuständigen Finanzamt. Bayerisches Antragsformular: der auch auf den Internetseiten der Steuerverwaltung zur Verfügung steht, oder online, www.elster.de.
  • Ein Mechanismus, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen, ist nunmehr auch gesetzlich verankert. Dabei wird der für die Bemessung der Vorauszahlungen für 2019 zugrunde gelegte Gesamtbetrag der Einkünfte pauschal um 30% gemindert. Ebenso wird der steuerliche Verlustrücktrag für 2020 und 2021 erhöht, siehe hier.

zurück zum Inhalt

Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen, Säumniszuschlag

zurück zum Inhalt

Fristverlängerungen für die Abgabe von Steuererklärungen

zurück zum Inhalt

Rückzahlung von Umsatzsteuersondervorauszahlungen

  • Die Herabsetzung ist nur für unmittelbar und nicht unerheblich von der Corona-Krise betroffene Unternehmen vorgesehen.
  • Das Bayerische Landesamt für Steuern hat eine Anleitung zur Beantragung der Erstattung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung mit einer bildlichen Erläuterung veröffentlicht.

zurück zum Inhalt

Fristverlängerung für Umsatzsteuer-Voranmeldungen

  • Auf Antrag ist eine Fristverlängerung für die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen um bis zu zwei Monate möglich, siehe Mitteilung des Bayerischen Finanzministeriums.
  • Zur Vermeidung von ungewollten Abbuchungen und unnötigen Rücklastschriften bei Umsatzsteuer-Voranmeldungen weist die bayerische Finanzverwaltung auf die Möglichkeit des (punktuellen) Ausschlusses des erteilten Lastschrifteinzugs hin (kombiniert mit einem entsprechenden Stundungsantrag). Einzelheiten siehe hier.

zurück zum Inhalt

Umsatzsteuer: Unentgeltliche Überlassung von medizinischem Bedarf und Personal

  • Überlassen Unternehmen unentgeltlich medizinischen Bedarf (z. B. Desinfektionsmittel) oder Personal für medizinische Zwecke an (1) Krankenhäuser, Kliniken, Arztpraxen, (2) Rettungsdienste, (3) Pflege- und Sozialdienste, (4) Alters- und Pflegeheime sowie (5) weitere öffentliche Institutionen wie Polizei und Feuerwehr, fällt hierfür aus Billigkeitsgründen im Zeitraum bis 31.12.2020 keine Umsatzsteuer an.
  • Siehe Mitteilung des Bayerischen Finanzministeriums und Erläuterungen im BMF-Schreiben vom 9. April 2020, unter VII.

zurück zum Inhalt

Lohnsteuerliche Erleichterungen, Arbeitnehmerbesteuerung

  • Fristverlängerung für Lohnsteuer-Anmeldungen: ‎Die Fristen zur Abgabe monatlicher oder vierteljährlicher Lohnsteuer-Anmeldungen können während der Corona-Krise im Einzelfall auf Antrag verlängert werden. Die Fristverlängerung darf maximal 2 Monate betragen. Einzelheiten siehe Mitteilung des Bayerischen Finanzministeriums und Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23. April 2020.
  • (Lohn-)Steuerfreie Sonderzahlungen: Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen ihren Beschäftigten ‎aufgrund der Corona-Krise ‎Beihilfen und Unterstützungen in Form von Zuschüssen oder Sachbezügen bis zu 1.500 Euro steuerfrei gewähren. Weitere Einzelheiten hier.
  • Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld: Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld und zum Saison-Kurzarbeitergeld sind unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Weitere Einzelheiten hier.
  • Homeoffice-Tätigkeit von Grenzpendlern: Die Besteuerung des Arbeitslohns bei Mitarbeiter, die normalerweise täglich von ihrem Wohnsitz aus in ‎einen anderen Staat zur Arbeit pendeln, kann sich durch eine Tätigkeit im Homeoffice ändern, z. B. wenn ‎eine bestimmte Anzahl an Tagen, an denen der eigentliche Tätigkeitsstaat nicht aufgesucht wird, ‎überschritten wird.‎ Mit Luxemburg, Österreich , den Niederlanden (zwischenzeitlich verlängert) sowie Belgien (zwischenzeitlich verlängert), Frankreich (zwischenzeitlich verlängert) und der Schweiz wurden insoweit ‎(Konsultations-)Vereinbarungen abgeschlossen. Danach können die Mitarbeiter unter ‎bestimmten Voraussetzungen so behandelt werden, als hätten sie ihre Tätigkeit an ihrem eigentlichen ‎Tätigkeitsort (im anderen Vertragsstaat) ausgeübt.‎

zurück zum Inhalt

Steuerliche Maßnahmen zur Förderung der Hilfe für von der Corona-Krise Betroffene

  • Das Bundesfinanzministerium regelt mit Schreiben vom 9. April 2020, wie Hilfen für von der Corona-Pandemie Betroffene steuerlich gefördert werden können. Das Schreiben befasst sich unter anderem mit Spenden, Zuwendungen aus dem Betriebsvermögen, Arbeitslohnspenden, Aufsichtsratsvergütungen sowie schenkungsteuerlichen Fragestellungen. Weitere Einzelheiten siehe BMF-Schreiben.
  • In Ergänzung hierzu befasst sich das BMF-Schreiben vom 26. Mai 2020 mit Regelungen zur Aufstockung von Kurzarbeitergeld und Fortsetzung der Zahlung von Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen.

zurück zum Inhalt

Degressive Abschreibung und Sonderabschreibung

Die degressive Abschreibung wurde befristet als steuerlicher Investitionsanreiz für die Jahre 2020 und 2021 ‎durch das Zweite Corona- Steuerhilfegesetz wieder eingeführt.‎ Sobald das Wirtschaftsgut angeschafft wurde, der Unternehmer also wirtschaftlich darüber verfügen ‎kann, kann er unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich zur linearen bzw. degressiven Absetzung ‎für Abnutzung (AfA) für das Wirtschaftsgut 20 % sogenannte Sonderabschreibung in Anspruch ‎nehmen (§ 7g (5) EStG).

Hier finden Sie Einzelheiten und Voraussetzungen für die Sonderabschreibung.

Erleichterungen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer

  • Auf Antrag ist eine zinslose Stundung von Erbschaft- und Schenkungsteuer bis zu drei Monaten möglich.
  • Fristverlängerungen für die Abgabe von Erbschaft- und Schenkungsteuer-Erklärungen sowie von Feststellungserklärungen im Bereich Unternehmensvermögen sind auf Antrag bis zu drei Monate möglich.
  • Siehe Mitteilung des Bayerischen Finanzministeriums.

zurück zum Inhalt

Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer

  • Auf Antrag kann die zinslose Stundung der Grunderwerbsteuer für vom 1. Januar bis 30. April 2020 verwirklichte Erwerbsvorgänge und für Vorgänge, für die die Steuer in diesem Zeitraum entsteht, bis längstens 31. Dezember 2020 erfolgen.
  • Vgl. Mitteilung des Bayerischen Finanzministeriums.

zurück zum Inhalt

Erleichterung bei den Verbrauchsteuern

Auch bei Bier-, Energie-, Alkohol-, Luftverkehr- und Kraftfahrzeugsteuer etc. (Zoll) sollen laut einer Mitteilung des Bayerischen Finanzministeriums bei den betroffenen Steuerpflichtigen unbillige Härten vermieden werden. Insbesondere folgende steuerliche Maßnahmen kommen hier in Betracht:

  • Zinslose Stundung von bis 31.12.2020 fälligen Steuern, Anpassung von Vorauszahlungen, Gewährung Vollstreckungsaufschub inkl. Erlass von Säumniszuschlägen bis 31.12.2020.
  • Anträge sind an die Bundeszollverwaltung zu richten.
  • Für die Alkoholsteuer kommen zusätzliche Billigkeitsmaßnahmen in Betracht.

zurück zum Inhalt

Gesetzliche Neuerungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise

Mit verschiedenen gesetzgeberischen Maßnahmen sollen sowohl die von der Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen entlastet als auch die Voraussetzungen geschaffen werden, um Deutschland aus der Corona-Krise zu führen. Hierzu gehören unter anderem die befristete Umsatzsteuersenkung sowie weitere Maßnahmen.

zurück zum Inhalt

Steuerliche Behandlung von Corona-Soforthilfen, Überbrückungshilfen und Unterstützungsmaßnahmen

  • Die im Rahmen des „Corona-Soforthilfe-Programms“ der Bayerischen Staatsregierung und der Bundesregierung gewährten Leistungen stellen für Zwecke der Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer steuerpflichtige Betriebseinnahmen dar, siehe auch Mitteilung des BMWi.
  • Das Bayerische Landesamt für Steuern verweist explizit darauf, dass Finanzhilfen‎ wie Corona-‎Soforthilfen, Überbrückungshilfen und Unterstützungsmaßnahmen ertragsteuerlich als steuerpflichtige Betriebseinnahmen zu erfassen sind. Aus gegebenem Anlass ‎werde außerdem darauf hingewiesen, dass selbiges aus Sicht der Finanzverwaltung auch dann gilt, wenn eine Finanzhilfe ‎ausdrücklich auch zur Bestreitung von Ausgaben für den Lebensunterhalt bestimmt ist oder ‎zulässigerweise dafür verwendet wird.‎ Einzelheiten vgl.„Fachinformation – ‎Ertragsteuer“ vom 31.07.2020.
  • Zur umsatzsteuerlichen Behandlung nimmt das Bayerische Landesamt für Steuern mit Information vom 27. Mai 2020 Stellung.

zurück zum Inhalt

Betrug bei Anträgen auf Corona-Soforthilfen

Derzeit werden offenbar im Namen der Europäischen Kommission Anträge auf Corona-Soforthilfe verschickt. Diese Anträge sollen nebst Kopie des Personalausweises und anderen Unterlagen zurückgeschickt werden. In der Signatur fällt auf, dass weder Telefonnummer noch Faxnummer den tatsächlichen Telekommunikationsdaten (Berliner Vorwahl) entsprechen.

Es handelt sich hier nach Rücksprache mit der Europäischen Kommission um Betrugsversuche, um Daten von Gewerbetreibenden abzugreifen und die Soforthilfe zu erlangen.Sollten Sie ebenfalls eine solche Mail erhalten, können Sie Anzeige erstatten. Das Verfahren führt das Landeskriminalamt Berlin unter der Vorgangsnummer 200721-1239-i00168.

zurück zum Inhalt

Hinweis

Die Informationen und Auskünfte der IHK für München und Oberbayern sind ein Service für ihre Mitgliedsunternehmen. Sie enthalten nur erste Hinweise und erheben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Obwohl sie mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, kann eine Haftung für ihre inhaltliche Richtigkeit nicht übernommen werden. Sie können eine Beratung im Einzelfall (z. B. durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater, Unternehmensberater etc.) nicht ersetzen.

Feedback concept with hand pressing a button on blurred abstract background

Wie läuft die Unterstützung für Unternehmen in der Corona Krise? Geben Sie uns Feedback, was gut läuft und wo Verbesserungen nötig sind.