IHK-Ratgeber

Welche Rolle spielt die Luca-App und wie setzt man sie ein?

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© Luca-App

Bayern hat beschlossen, eine landesweite Lizenz für die Luca-App zu erwerben. Damit soll die Nachverfolgung von Kontakten vor allem im Einzelhandel und in der Gastronomie vereinfacht und verbessert werden. Die App ist für Betreiber wie Kunden kostenfrei, die Verbindung zu den Gesundheitsämtern ist automatisiert. Die App verspricht den Unternehmen den Abschied von der Zettelwirtschaft bei der Kontaktnachverfolgung.

Inhalt

Kontaktnachverfolgung ohne Zettelwirtschaft

Bayern wird eine landesweite Lizenz für die Luca-App erwerben.

Was soll damit erreicht werden?

  • Eine möglichst weit verbreitete, einheitliche digitale Lösung zur Kontaktnachverfolgung
  • Automatisierte Anbindung an die Gesundheitsämter
  • Kostenfreier und einfacher Einsatz bei Unternehmen und Kunden
  • Einhaltung des Datenschutzes.

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Was müssen Sie als Unternehmen tun, um die Luca-App einzusetzen?

Notwendige Schritte:

  • Registrieren Sie sich bei der Luca-App. Dies ist, wie der Gebrauch, kostenfrei.
  • Laden Sie den "privaten Schlüssel" herunter und speichern Sie ihn sehr sicher. Er ist unverzichtbar, um im Falle eines Falles die Daten Ihres Standortes an das Gesundheitsamt zu übertragen.
  • Legen Sie einen oder mehrere Standorte an und wählen die Art des Standortes, also beispielsweise Einzelhandel oder Gastronomie
  • Legen Sie bei Bedarf einzelne Bereiche Ihres Standortes an, zum Beispiel in Tische unterteilen.
  • Nun können Sie für jeden einzelnen Bereich einen QR-Code ausdrucken.
  • Sie können einen automatischen Check-Out aktivieren. Dazu muss der Radius des Standortes eingegeben werden. Sobald die Gäste diesen Bereich verlassen, sind sie ausgecheckt.

Wählen Sie, wie Sie Ihre Gäste einchecken wollen:

  • Sie erledigen dies selbst mit einem QR-Scanner
  • Die Gäste checken selbst ein, indem sie den QR-Code scannen.
  • Sie lassen ein Kontaktformular manuell ausfüllen.

Sie können Ihre Gästelisten einsehen. Die Daten der Gäste sind verschlüsselt, Sie können nicht erkennen, wer sich hinter dem Code verbirgt.

Was passiert im Falle eines Falles?

Hat sich gezeigt, dass einer Ihrer Gäste infiziert war oder ist, fordert das Gesundheitsamt die Daten des passenden Zeitfensters an. Dies erfolgt über eine Abfrage in der Luca-App. Zur Freigabe der Daten müssen Sie Ihren persönlichen Schlüssel per Drag and Drop hochladen.

Die Anleitung für die App finden Sie hier zum Download.

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Was müssen Kunden tun?

Um die Luca-App zu nutzen, müssen die Kunden

  • die Luca-App herunterladen und installieren
  • ihre Daten eingeben
  • sich bei den angeschlossenen Unternehmen mit der App einchecken. Entweder Sie scannen selbst den QR-Code oder das Unternehmen checkt sie durch scannen der App ein.
  • Einmal installiert, macht die App bei jedem Unternehmen, das Luca nutzt, den Check-In sehr einfach. Die Daten müssen nur bei der Installation einmal eingegeben werden.

Personen können die App auch nutzen, um die Kontaktverfolgung bei ihren persönlichen Treffen zu optimieren.

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Was tun, wenn bereits eine andere digitale Lösung im Einsatz ist?

Es gibt keine Verpflichtung, die Luca-App einzusetzen. Sie können also weiterhin mit Ihrer Lösung arbeiten.

Bitte beachten Sie:

  • Bei der Luca-App hat der Kunde den Vorteil, dass er seine Daten in der App hinterlegt und deshalb beim Betreten eines Geschäfts oder Gaststätte, keine Daten mehr eingeben muss.
  • Die Kommunikation mit dem Gesundheitsamt ist bei der Luca-App automatisiert. Sie müssen zwar Ihren persönlichen Schlüssel zur Datenfreigabe hochladen, aber keine Listen downloaden und sicher verschicken.
  • Datenschutzrechtlich sollten durch die App keine Probleme auftauchen.
  • Der Gebrauch für Sie als Unternehmer und Ihre Kunden ist kostenfrei.

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Wie passen die Luca-App und die Corona-Warn-App zusammen?

Die Luca-App und die Corona-Warn-App sind keine Konkurrenzprodukte, sondern ergänzen sich.

  • Die Luca-App dient der Kontaktverfolgung, deshalb müssen die Daten eingegeben werden. Ziel ist, dass die Gesundheitsämter rasch die Personen identifizieren und informieren können, die sich an einem Standort in der Nähe einer infizierten Person befunden haben.
  • Die Warn-App fußt dagegen auf dem Prinzip der anonymen Information. Wer sich in der Nähe einer infizierten Person befunden hat, wird anonym informiert, das Gesundheitsamt bekommt keine Hinweise.

Es ist allerdings geplant, dass die Corona-Warn-App so aufgerüstet wird, dass mit ihr ein Check-In an einem Standort möglich ist. Einen genauen Zeitplan gibt es dafür nicht. Bisher hilft sie Unternehmen nicht, Besucher zu registrieren und die Daten vorzuhalten.

Neues Feature der Corona-Warn-App

Die Corona-App wurde um eine Funktion erweitert. App-Nutzer können nun nach dem Schnelltest einen QR-Code einscannen und erhalten dann das Testresultat in die Corona-App. Ein negatives Ergebnis wird48 Stunden lang in der App angezeigt und kann dann auch z.B. beim Einkaufen oder Friseurbesuch vorgelegt werden.Bisher sind allerdings nur wenige Testbetreiber an das System angeschlossen (u.a. Bayerisches Rote Kreuz und dm), nach Angaben der App-Entwickler soll der Kreis aber schnell erweitert werden.

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Wo liegen die Tücken der Luca-App?

  • Wenn sich Ihr Standort nicht sinnvoll für den Check-In unterteilen lässt, kann es sein, dass im Falle einer infizierten Person andere Kunden gewarnt werden, die der infizierten Person zu keinem Zeitpunkt auch nur einigermaßen nahe waren. Sorgen Sie deshalb dafür, den Check-In-Standort sinnvoll aufzuteilen (Aufteilung in Tische).
  • Wenn Ihre Kunden sich per Scan Ihres QR-Codes selbst einchecken, dann kann Ihr QR-Code auch weitergegeben werden. So können sich Personen zum Spaß einchecken, die überhaupt nicht in der Nähe waren.

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