IHK Ratgeber

Coronavirus und Italien

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© Gesundheitsministerium Italien

Kein Land ist in Europa bislang härter vom Coronavirus betroffen als Italien. Die Maßnahmen der italienischen Regierung zum Schutz sind einschneidend. Welche Folgen hat dies auf die Unternehmen in Bayern, was müssen sie beachten?

Inhalt

Wie ist die Lage in Italien?

Italien ist in Europa das Land, das am stärksten von der Corona Pandemie betroffen ist.

Maßnahmen:

  • Seit dem 9. März 2020 am Abend ist die Reisefreiheit außer Kraft gesetzt
  • Ganz Italien wurde zum Sperrgebiet erklärt.
  • Schulen und Universitäten haben bis zum 3. April geschlossen.
  • Die Menschen sollen nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Sie können einkaufen gehen, Verwandte pflegen, zum Arzt gehen, aber auch unter Umständen zur Arbeit gehen. Spaziergänge sind nur innerorts erlaubt.
  • Alle öffentlichen Veranstaltungen wurden abgesagt, auch Kinos und Restaurants bleiben in der Regel geschlossen.
  • Die Skigebiete haben die Saison beendet.

Können die Unternehmen in Italien noch arbeiten?

  • Alle nicht lebensnotwendigen Unternehmen in Italien sind inzwischen stillgelegt.
  • Damit ist praktisch die gesmte Wirtschaft lahmgelegt. Bisher gab es vor allem sehr starke Auswirkungen im Dienstleistungssektor. Der Tourismus ist praktisch lahmgelegt, Luftverkehr ist stark einschränkt.

Arbeiten die Beschäftigten noch?

  • Homeoffice ist das Gebot der Stunde.
  • Beschäftigte in lebensnotwendigen Unternehmen können innerhalb ihrer Region zur Arbeit gehen. Für Personen, die unter Quarantäne stehen, ist die nicht erlaubt.
  • Der Verkehr wird stichprobenartig kontrolliert.

Auswirkungen auf deutsche Unternehmen

  • Da die Mitarbeiter in Italien nicht nur Homeoffice machen sondern auch Urlaub vorziehen sollen, gibt es auch für deutsche Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Italien Personalengpässe. Folge sind Verzögerungen bei Lieferungen oder auch in der Warenannahme, verschärft wird dies durch die Einstellung aller Unternehmen, die nicht als lebensnotwendig eingestuft werden.
  • Nach einer Umfrage der Deutsch-Italienischen Industrie-und Handelskammer (AHK Italien) wirkt sich die Ausbreitung der Epidemie und die Schutzmaßnahmen vor allem auf die Logistik, Beschaffung und die Verfürgbarkeit von Personal aus.
  • Geschäftsreisen nach Italien und Einreisen aus Italien nach Deutschland sind fast nicht mehr möglich.

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LKW Fahrer brauchen Eigenerklärung

Bis zum 5. April müssen LKW-Fahrer von Unternehmen, die nicht in Italien Ihren Rechtssitz haben, eine Eigenerklärungausfüllen. Leider muss dieser Erklärung aus rechtlichen Gründen auf Italienisch ausgefüllt werden. Bitte beachten Sie deshalb die Ausfüllhilfe.

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Transporte nach, von und durch Italien

Bitte beachten Sie die Übersicht der IHK Bozen, wie es mit den Einschränkungen für den Warenverkehr von und nach Italien aussieht.

Sicherheitsmaßnahmen für Lastwagenfahrer:

  • Lkw-Fahrer sollten nicht aussteigen. Auch sollten sie Schutzausrüstung wie Einweghandschuhe erhalten.
  • Beim Be- und Entladen der Waren sollte der Fahrer einen Mindestabstand von 1 Meter zu anderen Personen wahren.
  • Transportpapiere und andere Dokumente sollten telematisch übermittelt werden.

Welche Folgen hat der Einreisestopp von Österreich an der italienischen Grenze?

  • Prinzipiell besteht Einreisestopp.
  • Einreise ist jedoch möglich mit einem ärztlichen Attest, das nicht älter als vier Tage sein darf.
  • Österreichische Staatsbürger dürfen aus Italien einreisen, müssen danach aber in eine 14tägige Quarantäne zu Hause.

Durchreise durch Österreich

Dies ist möglich, aber nur wenn keine Pause gemacht wird. Das erfordert, dass das Fahrzeug ausreichend betankt ist.

Wie sieht es mit dem gewerblichen Güterverkehr aus?

Hier gibt es außer den Gesundheitschecks keine Einschränkungen

Wie sieht es mit dem gewerblichen Personenverkehr aus?

Der gewerbliche Personenverkehr ist unterbunden. Reisebusse dürfen nicht fahren, der Zugverkehr ist eingestellt.

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Gibt es Förderungen für die Wirtschaft in Italien?

  • Am 5. März hat der Ministerrat der Regierung 7,5 Milliarden für die Bewältigung des Notfalls bereitgestellt
  • 1 Milliarde wird für die Einstellung von Ärzten und Krankenschwestern und den Kauf von Krankenhausausrüstung bereitgestellt;
  • 2,5 Mrd Euro werden für kurzfristige soziale Maßnahmen verwendet (Kurzarbeit, Übergangsgelder etc.)
  • Private Unternehmen unterstützen Gesundheitseinrichtungen mit Spenden (z.B. Intesa Sanpaolo mit 100 Millionen, Esselunga mit 2,5 Millionen).
  • Alle Telefongesellschaften stellen den betroffenen Gebieten kostenlose Internetverbindungen zur Verfügung und viele Firmen bieten in Partnerschaft mit der Regierung kostenlose Dienste für intelligentes Arbeiten/Cloud/etc

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Corona-Virus in Italien: Was müssen Reiseveranstalter beachten?‎

Die Lage

  • Für Italien besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Unter solchen Umständen haben sowohl der Kunde als auch der Reiseveranstalter das Recht, Reisen vor Reisebeginn abzusagen.

Das gilt für Reiseveranstalter

  • Der Rücktritt vom Reisevertrag muss unverzüglich nach Kenntnis des Rücktrittsgrunds gegenüber den Reisenden erklärt werden.
  • Innerhalb von 14 Tagen muss der volle Reisepreis bzw. die bereits erhaltene Anzahlung zurückgezahlt werden.
  • Vom Kunden kann kein Schadensersatz für bereits getätigte Aufwendungen verlangt werden.
  • Ist der Reiseveranstalter bereits in Vorleistung gegangen (z.B. durch den Einkauf von Flugtickets, Buchung bei einem Busunternehmer, Einkauf von Hotelzimmern, etc.), kann dieser die Kosten von den Anbietern ebenfalls zurückverlangen.
  • Die Erbringung der Leistung ist aufgrund der Reisewarnung unmöglich geworden; aus diesem Grund ist kein Unternehmer mehr zur Erbringung der Leistung verpflichtet - im Gegenzug muss die erhaltene Vergütung zurückgezahlt werden.

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