Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnisse verfassen

Bei der Abfassung von Arbeitszeugnissen kommt man leicht ins Stolpern. Wir helfen, die Codes zu knacken - sowohl was die Zeugnissprache als auch die unterschiedlichen Formen eines Zeugnisses angeht.

Grundlegendes zum Verfassen von Arbeitszeugnissen

Jeder Arbeitnehmer hat bei Beendigung seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Nach der Rechtsprechung muss der Inhalt wahr und wohlwollend sein. Da das nicht immer ganz einfach zu vereinbaren ist, hat sich in der Praxis eine bestimmte Zeugnissprache herausgebildet, die jeder Arbeitgeber kennen sollte.

Unser IHK-Merkblatt gibt Ihnen erste Hinweise und Hilfestellung bei der Erstellung von Zeugnissen..

Die unterschiedlichen Zeugnisformen

Es gibt unterschiedliche Arten von Zeugnisse, die jeweils einen unterschiedlichen Zweck haben und unterschiedlich behandelt werden.

  • Endzeugnis: Endet ein Arbeitsverhältnis, muss ein Endzeugnis dem Arbeitnehmer ausgestellt werden. Spätestens mit Ablauf der Kündigungsfrist oder am Tag des tatsächlichen Ausscheidens, soll das Zeugnis ausgehändigt werden. Bei außerordentlichen Kündigungen ist eine Frist von zwei bis vier Tagen üblich.
  • Zwischenzeugnis: Wenn die äußeren Umstände oder das Arbeitsfeld des Beschäftigten sich stark ändern, gibt es ein Anrecht auf ein Zwischenzeugnis. Dabei bleibt der Angestellte weiterhin im Betrieb.
  • Einfaches Zeugnis: Bei einem einfachen Zeugnis wird nur die Art und Dauer der Beschäftigung festgehalten. Eignet sich in erster Linie als Nachweis für eine Beschäftigung.
  • Qualifiziertes Zeugnis: Neben der Art und Dauer der Beschäftigung enthält ein qualifiziertes Zeugnis eine Leistungsbeurteilung des Arbeitnehmers und ist für den Arbeitnehmer für zukünfitge Bewerbungen interessant.


Die Zeugnissprache

Zeugnisse müssen immer wahr und wohlwollend formuliert sein. Negative Formulierungen sind zum Beispiel vollkommen tabu. Das hat in der Praxis zu einer eigenen Zeugnissprache geführt. Zudem muss die Sprache klar und verständlich sein.

Die Form eines Zeugnis

Für Zeugnisse gibt es Mindestanforderungen, die sie erfüllen müssen. So haben sich bestimmte Dinge herausgestellt, die zwingend erforderlich sind für ein Zeugnis.

  • Zeugnisse müssen stehts maschinell auf dem allgemein üblichen Geschäftspapier verfasst sein.
  • Zeugnisse müssen sauber und fehlerfrei geschrieben sein. Es dürfen sich keinerlei Flecken oder Ausbesserungen darauf befinden.
  • Andeutungen durch Satzzeichen oder ähnlichem sind nicht erlaubt.
  • Zeugnisse müssen immer ein Ort und ein Datum aufweisen. Für das Datum muss der tatsächliche Ausstellungstag angegeben werden. In der Praxis wird in der Regel das Zeugnis das Datum der Beendigung des Arbeitsverhältnisses angegeben, um falsche Schlussfolgerungen auszuschließen.
  • Das Zeugnis muss vom Arbeitgeber oder Vertreter handschriftlich unterschrieben sein. Wenn ein anderer Arbeitnehmer als Vertreter unterschreibt, muss dieser eine höhere Stellung haben als der ausscheidende Arbeitnehmer.