IHK Ratgeber

Geschäftsplan und Kennzahlenmanagement

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Geschäftsplan und Kennzahlenmanagement: Überblick

Der Geschäftsplan (Zahlenteil)

Der Geschäftsplan (Zahlenteil) beinhaltet elementare Planungs- und Analysebausteine für Ihre operative und strategische Planung im Unternehmen. Sowohl vergangene und geplante Bestandsgrößen ihres Unternehmens (Kennzahlenmagement-Tool) als auch (überlebens-)wichtige Stromgrößen (Liquiditätsplan) ermöglichen Ihnen ein differenziertes aktuelles und zukünftiges Bild auf die Entwicklung Ihres Unternehmens. Der GuV Soll / Ist Vergleich auf Monatsbasis, identisch zur GuV im Kennzahlenmanagent-Tool, ermöglicht Ihnen Abweichungen früh zu erkennen, zu analysieren und mit geeigneten Maßnahmen frühzeitig darauf zu reagieren.

I. Das Kennzahlenmanagement-Tool

Diese Kennzahlenanalyse soll Unternehmen helfen, die finanzwirtschaftliche Leistungsfähigkeit darzustellen. Die Analyse basiert auf Ist-Daten des Jahresabschlusses. Vorrangig werden die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz betrachtet. Mit der Eingabe der IST Zahlen des Unternehmens in die vorgefertigten Tabellenblätter werden guV- sowie bilanzrelevante Kennzahlen ermittelt die als Grundlage für zum Beispiel ein Bankgespräch oder eine weiterführende Beratung durch Spezialisten dienen können. Die Kennzahlenanalyse richtet sich an Geschäftsführer sowie Mitarbeiter von Finanz- und Rechnungswesenabteilungen sowie dem Controlling im Unternehmen.

II. Der GuV SOLL / IST Vergleich

Die SOLL / IST GuV auf Monatsbasis ermöglicht Ihnen Abweichungen zu Ihren Planzahlen unterjährig und damit frühzeitig zu erkennen. Sie können dann die Abweichungen genau analysieren und auf diese mit geeigneten Maßnahmen operativ und strategisch reagieren. Die monatlichen Planzahlen (SOLL) entwickeln Sie auf Basis der Analyse der vergangenen IST-Zahlen, der sich immer verändernden Rahmenbedingungen und ihrer strategischen und operativen Entscheidungen. Die monatlichen IST-Zahlen entnehmen sie Ihrer aktuellen BWA und tragen Sie ein und erkennen dadurch sofort prozentuale Abweichungen vom SOLL. Die SOLL / IST GuV ist im Aufbau identisch mit der GuV im Kennzahlenmanagement-Tool (siehe Excel-Tabellenblatt `GuV Dateneingabe`). Das ermöglicht Ihnen Ihre SOLL und IST Zahlen einfach per "copy-paste" in die entsprechende Tabelle zu übertragen.

III. Der Liquiditätsplan

Der Liquiditätsplan dient zur Analyse der Liquiditätsentwicklung im Unternehmen. Besonders in Sondersituationen und Krisenphasen ist es elementar, die notwendige Liquidität zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes sicherzustellen. Um dies zu überwachen und um den Überblick über die aktuellen Zahlen zu haben, benötigen Firmen einen Liquiditätsplan. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden die entsprechenden ‎Ein- und Auszahlungen an ihren jeweiligen Fälligkeitsterminen ‎‎(teilw. unter Berücksichtigung des durchschnittlichen ‎Zahlungsziels) gegenübergestellt. Der Saldo spiegelt dann ‎unter Anrechnung der Anfangssalden die Veränderung der liquiden Mittel wider und zeigt, ob die zur Verfügung ‎stehenden Kontokorrentlinien ausreichend sind. ‎

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Der Geschäftsplan (Textteil)

Der Geschäftsplan (Textteil) dient zur Darstellung, Analyse und Weiterentwicklung des Geschäftsmodells im bestehenden und zukünftigen Markt- und Wettbewerbsumfeld unter Nennung und Bewertung der Chancen und Risiken.

I. Kurze Beschreibung des(r) Geschäftsfelds(er)

Was sind Ihre hauptsächlichen unternehmerischen Tätigkeiten (z.B. Produktion und Vermarktung bestimmter Produkte oder Dienstleistungen). Wie erfolgt die Leistungserbringung und wer ist Ihre Kundengruppe? Größere Unternehmen teilen ihr Geschäft in mehrere strategische Geschäftsfelder auf, die jeweils eine eigenständige Strategie erfordern.

II. Angaben zur Positionierung im Markt

Welches sind Ihre Stärken und Qualitäten, durch die sich Ihre Marke, das Unternehmen, die Organisation, die Produkte oder Dienstleistungen in der Einschätzung der Zielgruppe klar und positiv von anderen unterscheidet? Welche Marktpositionierung ist bereits erreicht worden und soll erreicht werden (in Prozent der Gesamtverkaufszahlen)? Wie ist die zukünftige Positionierungsstrategie definiert und wie werden die Produkte, die Dienstleistungen und wie wird die Marke und das Unternehmen im Markt zu verankert (Qualität, Preis, Nutzen-Vorteile, emotionale Werte, etc.)

III. Konkurrenzanalyse / Wettbewerbsvergleich

Erheben und analysieren Sie geschäftsrelevante Informationen über direkte und indirekte Konkurrenten (Hauptkonkurrenten, Potenzielle Konkurrenten aus der Branche, Branchenfremde potenzielle Konkurrenten). Arbeiten Sie Stärken und Schwächen der Konkurrenten gegenüber dem eigenen Unternehmen heraus um Wettbewerbsvorteile zu ermitteln (Best Practices, Benchmarking, Analyse der Wettbewerbspodukte/dienstleistungen). Vergleichen Sie u.a. den Marktzugang, die Prozesse, die Organisation, die Finanzen und die strategische Ausrichtung und leiten Sie daraus gegebenenfalls Handlungsempfehlungen für das eigene Unternehmen ab.

IV. Brancheninformationen

Informationen über Branchenentwicklungen, aktuelle Branchentrends und Vergleichzahlen innerhalb einer Branche bieten wichtige Grundlagen für strategische und operative Entscheidungen für das eigene Unternehmen. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Zahlen kann im Branchenvergleich wichtige Erkenntnisse liefern und bei zukunftsträchtigen Entscheidungen unterstützen. Beziehen Sie die prägnanten Kennzahlen zur Branche bei der Aufbereitung der Unternehmenszahlen mit ein.

Wichtige Quellen für aktuelle Brancheninformationen, Branchenanalysen und Vergleichskennzahlen sind Verbände, Banken, Kammern und professionelle Research Unternehmen (FERI, etc.)

V. Marktausblick / Prognose

Wichtig ist, dass Sie in Ihrem Geschäftsplan plausibel erklären können, warum Sie mit welchen zukünftigen Wachstumszahlen rechnen und welche Annahmen und vergangenen Wachstumszahlen diesen zugrunde liegen. Es geht darum, die Marktdynamik kurz- mittel- und langfristig zu analysieren und zu prognostizieren.

Die Marktdynamik aufzuzeigen ist wichtig, weil es für die Prognose der eigenen Umsatzerlöse wichtig ist zu verstehen ob Sie sich in einem wachsenden, stagnierenden oder schrumpfenden Markt bewegen. Die Marktdynamik hat einen wesentlichen Einfluss auf Ihre Ziele und damit die Strategie Ihres Unternehmens. Folgende Punkte sollte Ihr Geschäftsplan zum Thema Marktdynamik enthalten (Marktdynamik der nächsten 3-5 Jahre, Wachstum der Absatzmenge und/oder Wachstum durch Preissteigerungen)

VI. Risikobericht / Risikomanagement

Die Darstellung der Risiken dient der Früherkennung, der Vorbeugung und Absicherung von eventuell auftretenden Problemen. Mit Hilfe des Risikomanagements geben Sie einen Ausblick darüber, wie Sie sich mit diesen Risiken auseinandersetzen, diesen begegnen und diese lösen würden. Probleme können auftreten in Form von:

  • operativen Risiken (z.B. Betriebs-, Personal-, IT-, Organisations- und Sicherheitsrisiken)
  • Finanzrisiken (z.B. Liquiditätsrisiken durch Forderungsausfälle, Umsatzeinbußen, Kreditrisiken etc.)
  • strategische Risiken (z.B. Auftrags- und Verpflichtungsrisiken, Risiken durch neue Geschäftsfelder, etc.)
  • Rechtliche Risiken (z.B. Haftungs- und Schadensersatzrisiken, Lizenzen und Patente etc.)

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Kennzahlenmanagement

Um Unternehmen zielorientiert und sicher steuern zu können, ist ein aktives Kennzahlenmanagement unerlässlich. Durch Kennzahlen wird die finanzwirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen sichtbar und man kann bei Bedarf situativ gegensteuern.

Das betriebliche Kennzahlenmanagement hilft Unternehmen, bei strategischen Entscheidungen den richtigen Weg zu gehen und zeigt zudem die unternehmerische Leistungsfähigkeit des Betriebs. Mit einem aktiven Kennzahlenmanagement werden die möglichen Schwächen, aber auch die Stärken eines Unternehmens sichtbar, sodass eine effektive Steuerung möglich ist.

Vorteile

  • Die Kennzahlen dienen als Grundlage für Kreditgespräche und Finanzierungsverhandlungen sowie zu Verhandlungen mit Stakeholdern
  • Die Kennzahlen dienen als Steuerungsinstrument für das Unternehmen
  • Mit Unternehmenskennzahlen lassen sich Branchenvergleiche durchführen und zeigen die Position des eigenen Unternehmens im Markt
  • Ein Kennzahlenmanagementsystem im Unternehmen gibt Entscheidungsträgern auf einen Blick eine klare und deutliche Darstellung der aktuellen Situation

Das IHK Kennzahlentool

Das IHK Kennzahlentool soll Ihnen und Ihrem Unternehmen helfen, dessen finanzwirtschaftliche Leistungsfähigkeit darzustellen.

Die Analyse basiert auf Ist-Daten des Jahresabschlusses. Vorrangig werden die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz betrachtet. Mit der Eingabe der IST-Zahlen des Unternehmens in die vorgefertigten Tabellenblätter werden guV- sowie bilanzrelevante Kennzahlen ermittelt, die als Grundlage für zum Beispiel ein Bankgespräch oder eine weiterführende Beratung durch Spezialisten dienen können.

Das Kennzahlentool unterstützt Geschäftsführer und Mitarbeiter von Finanz- und Rechnungswesenabteilungen sowie das Controlling Ihres Unternehmens.

Hier geht's zum IHK Kennzahlentool

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