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Folgen der Wahl in Österreich für die bayerische Wirtschaft

Sebastian Kurz ÖVP Österreich
© imago Wahlsieger in Österreich: ÖVP Vorsitzender Sebastian Kurz

Der Wahlsieg von ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz am 16. Oktober wird Folgen für die politische Stimmung in Deutschland und die weitere Entwicklung Europas haben. Kurz hat sich mehrmals kritisch über die zunehmende Zentralisierung der EU geäußert. Es gebe in der EU keinen natürlichen Führungsanspruch Deutschlands und Frankreichs. Kurz macht deutlich, dass er in der Flüchtlingsfrage seine Verbündeten eher in der Visegrád-Gruppe Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn sieht.

Das Verhältnis zwischen EU und Österreich war nie spannungsfrei. Vor 17 Jahren hat die EU-Kommission in einem bislang einmaligen Vorgang sogar diplomatische Sanktionen gegen Österreich verhängt – wegen der Regierungsbeteiligung der FPÖ. Kurz hat nach seinem Wahlsieg überraschend Klartext geredet. Er sagte, er werde nur mit einer Partei koalieren, die sich eindeutig zu Europa bekenne.

Auch Österreichs Wirtschaft lebt gut vom EU-Binnenmarkt

Sebastian Kurz hat mit seiner Bewegung die politische Idee en marche aus Frankreich importiert. Zu Kurz Unterstützern zählen exportorientierte Unternehmer, die – wie in Deutschland auch – nach dem Stillstand der Großen Koalition einen wirtschaftlichen Reformkurs erwarten. Gleich ob die ÖVP nun mit der SPÖ oder FPÖ koaliert – Kurz verfügt für seinen Aufbruch über eine satte Mehrheit im Parlament. Kurz verfolgt in Österreich ein ähnlich ehrgeiziges Reformprojekt wie Macron in Frankreich: Rentenreform, Flexibilisierung der Arbeitszeit, investorenfreundliche Lockerung des Mietrechts und Steuerentlastungen für die „hart arbeitenden Leistungsträger“. Kurz will nicht-entnommene Gewinne der AGs und GmbHs steuerfrei machen. Dass Österreich keine Erbschaftsteuer hat, dürfte die Forderung der deutschen Wirtschaft nach Steuerentlastung weiter befeuern.

Die Autoindustrie beflügelt den bayerisch-österreichischen Handel

Österreich ist weit mehr als Tourismus. Es steht auf Rang vier der größten Exportländer Bayerns und ist gleichzeitig wichtigster Importpartner. Österreich liefert wichtige Vorprodukte und Zubehörteile für Bayerns Autoindustrie. Deshalb sollten beide Seiten ein hohes Interesse daran haben, neuerliche Belastungen des freien Warenverkehrs durch Grenzkontrollen so gering als möglich zu halten. Bayerns Exporte nach Österreich sind allein 2016 um 6,1 Prozent auf einen Gesamtwert von 14,6 Milliarden Euro gestiegen. Die Importe legten um 3,1 Prozent zu. Größter Treiber des bayerisch-österreichischen Handels ist die Autoindustrie.

Aktuelle Zahlen zum Außenhandel mit Österreich

ExportImport
Exportvolumen 2016: 14,61 Mrd. EURImportvolumen 2016: 15,17 Mrd. EUR
Plus 6,1% zum VorjahrPlus 3,1 % zum Vorjahr
Österreich liegt damit auf Rang 4Österreich liegt damit auf Rang 1
Wichtigstes Exportgut: Kraftwagen und Kraftwagenteile (15%)Wichtigstes Exportgut: Kraftwagen und Kraftwagenteile (24%)

Wichtige Tipps für den Außenhandel mit Österreich