Werkzeuge

Startups als Kooperationspartner finden

Wenn Sie als Mittelständler das passende Startup als Kooperationspartner finden möchten, sind Ihre Ziele entscheidend: Welche Funktion soll das Startup bei der Kooperation wahrnehmen? Es gibt viele Werkzeuge, Startups zu suchen oder sie gezielt auf sich aufmerksam zu machen. Neben Informationsportalen und Messen mit Startup-Präsenz können Sie eigene Strukturen aufbauen oder spezialisierte Dienstleister beauftragen.

Wie organisieren Sie als Mittelständler den Kontakt zu einem Startup?

Sie möchten selbst das richtige Startup-Unternehmen für die Kooperation mit Ihrem kleinen oder mittleren Unternehmen suchen? Der Fantasie zum Aufbau eigener Strukturen sind keine Grenzen gesetzt. Sie richten sich nach dem eigenen Bedarf und der verfügbaren Kapazität.

  • Startup-Szene beobachten
    Es gibt eine Fülle regionaler und überregionaler Aktivitäten und Plattformen, bei denen sich Startups präsentieren. Meistens bieten diese Plattformen auch Newsletter mit Informationen über Startups und Veranstaltungen an.
  • Technologiescouting aufbauen
    Technologiescouts sind Fachexperten, die gezielt im Markt und bei Forschungseinrichtungen nach ausgewählten Technologien suchen. Sie beobachten zudem Technologieentwicklungen. Mittlerweile gibt es Dienstleister, die das Technologiescouting übernehmen.
  • Technologiewettbewerbe aufsetzen
    Wettbewerbe bieten Chancen, neue Technologien und Startups gezielt kennenzulernen. Unternehmen können sie selber organisieren oder auch Dienstleister beauftragen. Mit einem attraktiven Preis – z. B. die Aussicht auf künftige Zusammenarbeit, Pitch vor Entscheidern im Unternehmen, Geldpreis oder Finanzierung – ziehen etablierte Unternehmen Startup-Ideen an, ohne eine Infrastruktur wie bei einem Inkubator/Accelerator aufsetzen zu müssen. Es gibt auch Open Innovation Plattformen (OIP), die für Ideenwettbewerbe mit Input „von außen“ genutzt werden können. Zunächst werden Fragestellungen oder ein Technologiebedarf definiert, um die herum ein Wettbewerb mit einem zu gewinnenden Preis organisiert wird.

Startups sind gut organisiert. Sie können als mittelständisches Unternehmen in diese Struktur auftauchen und nach geeigneten Kooperationspartnern suchen.

Startup-Veranstaltungen besuchen

  • Startup-Reisen
    Organisierte Reisen liefern Einblicke in führende Startup-Ökosysteme. Die Teilnehmer lernen die jeweilige Szene und ihre Funktionsmechanismen kennen, z. B. Silicon Valley, Tel Aviv, London oder München. Solche Reisen organisieren professionelle Anbieter oder sie können Bestandteil politischer Delegationsreisen sein.
  • Messen, Demo Days und Demo Nights
    Auf Messen und Demo-Events präsentieren Startups ihre Produkte und Lösungen einem breiten Publikum. Unternehmen können Kontakte zu den Ausstellern aufnehmen.
  • Konferenzen und Startup-Veranstaltungen
    Mittlerweile haben sich in vielen großen Städten Startup-Konferenzen etabliert. An einem oder mehreren Tagen kommen Startups, Investoren und Unternehmen zusammen. Beispiele sind die Bits & Pretzels zur Wiesnzeit oder der MUST-Summit für Partnerunternehmen im Februar. Zudem gibt es themenspezifische Konferenzen, auf denen sich Startups vorstellen.
  • Pitching-Veranstaltungen
    Manche Wissenschaftseinrichtungen oder regionale Organisationen bieten „Startup-Days“ und Pitches für Startups im Rahmen ihrer Veranstaltungen an. BayStartUP bringt auf Venture Conferences ausgesuchte Startups mit unternehmerischen und privaten Investoren zusammen.

Bei Multiplikatoren engagieren

  • Businessplanwettbewerbe nutzen
    Businessplanwettbewerbe (BPW) werden zu spezifischen Themen oder frei in vielen Regionen angeboten. Für Unternehmen sind sie in zweierlei Hinsicht interessant: Zum einen werden immer wieder Juroren und Mentoren aus Unternehmen gesucht. Eine gute Gelegenheit, Startups und neue Ideen kennenzulernen. Auch Sponsoren von Wettbewerben erhalten bevorzugt die Informationen über Startups und Ideen.
    Zum anderen sind auch die Gewinnerlisten dieser Wettbewerbe für Unternehmen interessant, weil durch die Prüfung des Businessplans ein erster positiver Eindruck dokumentiert ist.
  • Mit Gründerzentren kooperieren
    Regionale Gründerzentren suchen immer den Kontakt zu etablierten Unternehmen für die Startups. Oft bieten sie ebenfalls Kurse, Mentoring-Programme oder Treffen an, an denen sich Unternehmen beteiligen und Kontakte aufbauen können.
  • Mit Entrepreneurship-Zentren kooperieren
    Mittlerweile haben viele Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen eigene Entrepreneurship Center, in denen sie Startup-Gründungen aus der Wissenschaftseinrichtung betreuen. Auch sie suchen den Kontakt mit Unternehmen für ihre Ausgründungen oder für eigene Workshops.
  • Beteiligung an Business-Angels-Netzwerken
    Kapitalintensive Gründungen mit skalierbaren Geschäftsmodellen gehen bei ihrer Investorensuche oft auf die lokalen Business-Angels-Netzwerke zu. Etablierte Unternehmen haben die Möglichkeit, sich an diesen Netzwerken zu beteiligen.

Professionelle Dienstleister beauftragen

Mittlerweile hat sich eine professionelle Dienstleistungsbranche entwickelt, um etablierte Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Startups zu unterstützen. Die angebotenen Dienstleistungen umfassen die gezielte Suche nach Technologien, die Hilfe bei der Auswahl geeigneter Startups und die Begleitung bei den weiteren Schritten, z. B. Vertragsverhandlungen. Neue Konzepte stellen die physische Begegnungsstätte zwischen etablierten und jungen Unternehmen in den Mittelpunkt.

  • Technologiescouting und Kontaktmoderation
    Dienstleister für Technologiescouting haben ein internationales Netzwerk, in dem sie gezielt nach Technologien bzw. Startups suchen, die die gewünschten Technologien aufbauen oder anwenden. Diese Dienstleister helfen i. d. R. auch beim Aufbau der Kooperation: Sie organisieren beispielsweise Gesprächsrunden oder Wettbewerbe, bei denen der erste Prototyp einer Idee aufgebaut wird. Über solche Wettbewerbe gewinnt der Auftraggeber mehr Sicherheit, welches Startup die Idee am besten umsetzen kann.
  • Kooperations-, Innovations- und Begegnungsstätten
    Zunehmend entstehen große Büro- und Laborräume, in denen z. B. die Innovationsabteilungen etablierter Unternehmen fest angesiedelt werden und mit Startups vor Ort arbeiten. Durch die unmittelbare räumliche Nähe können neue, gemeinsame Projekte und Entwicklungen entstehen. Bewusst werden oft unterschiedliche Branchen unter einem Dach vereinigt, um Innovationen jenseits von Branchengrenzen zu initiieren. Neben Räumen und Labors stellen diese Zentren besondere Dienstleistungen bereit, z. B. moderierte Technologiegespräche, Austauschformate, gemeinsame Events.

Tipp 1 zur Zusammenarbeit mit Startups

Startups versprechen sich von Acceleratorprogrammen konkrete Hilfe, z. B. den Zugang zu Medien für das Marketing, spezielles Know-how, Kundenzugang o. Ä. Daher sollten Sie deutlich machen, was Sie den Startups konkret bieten.

Tipp 2 zur Zusammenarbeit mit Startups

Einige Adressen und Links zu den bestehenden Strukturen in der Region finden Sie unter der Rubrik "Nützliche Adressen und Links". Beispiele Für Dienstleister sind im KooperationsKompass auf S. 15 gelistet.

Hinweis: Die Liste enthält keinerlei Aussage über die Qualität der Angebote unter den genannten Links und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann gerne um entsprechend spezialisierte Angebote und erfahrene Anbieter ergänzt werden.