Demografische Entwicklung heizt Fachkräftemangel an

Trotz der Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt bleiben in vielen Branchen der bayerischen Wirtschaft Fachkräftestellen weiter unbesetzt. Die demografische Entwicklung in den kommenden Jahren befeuert den Fachkräftemangel zusätzlich. So werden in Bayern bis 2030 über 1,3 Millionen Menschen im Arbeitsmarkt fehlen, weil die Zahl der Renteneintritte der in den 1960-er Jahren geborenen Jahrgänge massiv zunimmt, während gleichzeitig die Zahl der Schulabgänger stagniert.

Entwicklung der Fachkräftesituation bis 2030

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Copyright: IHK München

Deutschland und Bayern befinden sich im demografischen Wandel. In den 2020er Jahren wird der Arbeitsmarkt in Bayern vor allem vom Ausscheiden der geburtenstarken „Baby-Boomer“ Jahrgänge aus dem Erwerbsleben geprägt sein. Deren Verlust kann durch die nachrückenden Jahrgänge nicht aufgefangen werden.

Links stehende Grafik illustriert dies, indem den Renteneintritten die Schulabgänger gegenübergestellt werden. Von 2021 bis 2030 ergibt sich so eine Lücke von mehr als 1,3 Millionen Personen.

Laut dem Fachkräftemonitor (www.ihk-fachkraeftemonitor-bayern.de) der bayerischen IHKs ergibt sich selbst bei verstärkter Erschließung potenzieller Fachkräfte, zu denen vor allem arbeitslose Menschen, ältere Arbeitnehmer, Frauen und Zuwanderer gezählt werden, bis 2030 immer noch ein Rückgang um fast eine Million Personen. Auch wenn die Unternehmen mit Hilfe der Digitalisierung ihre innerbetrieblichen Prozesse und Produktionsabläufe optimieren und dadurch Arbeitsplätze wegfallen, werden der Wirtschaft laut Berechnungen des Fachkräftemonitors im Jahr 2030 rund 640.000 Fachkräfte fehlen.

Wie kann der Fachkräftemangel bekämpft werden?

Um angesichts dieser alarmierenden Situation die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen zu erhalten und im Zuge der Coronakrise gezielt zu stärken, fordert die IHK München gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft.

Folgende Maßnahmen sind dabei vorrangig:

  • Mit Unterstützung der Politik müssen wir vor allem Menschen in Arbeitslosigkeit besser für den Arbeitsmarkt qualifizieren und weiterbilden.
  • Familien brauchen flächendeckend Ganztagsbetreuungsangebote für Kinder bis zwölf Jahre, damit mehr Frauen für eine Vollzeitbeschäftigung gewonnen werden können.
  • Große Bedeutung kommt außerdem der gezielten Zuwanderung ausländischer Fachkräfte zu. Das 2020 verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat dafür sehr gute Grundlagen geschaffen. Jetzt muss dieses Angebot allerdings mit den richtigen Anwerbekampagnen im Ausland besser bekannt gemacht machen.
  • Die bayerischen Unternehmen brauchen darüber hinaus mehr Unterstützung bei der Abwicklung der Zuwanderungsformalitäten für geeignete Mitarbeiter. Das vor kurzem eingeführte beschleunigte Fachkräfteeinwanderungsverfahren ist dafür ein Meilenstein.