27.10.2016

Bayerische Wirtschaft setzt auf Strom aus Österreich

Ein Hochspannungsmasten für Strom vor blauem Himmel und Sonnenstrahlen
© Erwin Wodicka

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) und die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen die mögliche Trennung der gemeinsamen Strompreiszone zwischen Deutschland und Österreich aus. BIHK-Präsident Eberhard Sasse warnt: „Diese Pläne gefährden die Versorgungssicherheit in Bayern, führen zu höheren Strompreisen und schaden dadurch unseren Unternehmen.“ WKÖ-Präsident Christoph Leitl erklärt: „Ein gemeinsamer Strommarkt ist die Voraussetzung für eine europaweite Energiewende bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähigen Strompreisen. Der Wandel zu einem nachhaltigeren Energiesystem darf nicht zu einer Renationalisierung der Energiepolitik führen.“

Sasse: „EU muss Energieunion mit gemeinsamer Preiszone erhalten“‎

Wegen noch fehlender Binnen-Netzkapazitäten wird der im Norden Deutschlands produzierte Überschuss an Strom aus Windkraftanlagen über Polen und Tschechien nach Österreich weitergeleitet. In der Alpenrepublik gibt es viele Pumpspeicherkraftwerke, die Netzspitzen aufnehmen und den Strom bei Bedarf wieder einspeisen. Außerdem bestehen leistungsfähige Netzverbindungen von Österreich nach Bayern. Die Stromtransporte durch Polen und Tschechien überlasten allerdings die dortigen Stromnetze und führten deswegen zu Beschwerden dieser Länder.

Die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden der Europäischen Union (ACER) entscheidet Anfang November über die Zukunft der deutsch-österreichischen Strompreiszone. Neben dem Bekenntnis zur Energieunion fordern BIHK und WKÖ außerdem eine grenzüberschreitende Förderpolitik für erneuerbare Energien sowie ein besseres Anreizsystem im Emissionshandel.