24.06.2016

Brexit ist ein schwarzer Tag für die bayerische Wirtschaft

München – „Als Schlag ins Kontor und schwarzen Tag“ bewertet die bayerische Wirtschaft die Entscheidung Großbritanniens zum Austritt aus der EU. „Mit dem Brexit wird der Europäische Binnenmarkt, Bayerns wichtigster Wirtschaftsraum, deutlich geschwächt mit noch nicht absehbaren Folgen für die Unternehmen im Freistaat“, warnt Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). Mit dem EU-Austritt verliere Bayern nicht nur den zweitwichtigsten Exportmarkt, sondern auch einen sehr dynamischen Absatzmarkt.

BIHK befürchtet Rückschläge für Geschäfte mit zweitwichtigstem Exportmarkt des Freistaates

Allein im vergangenen Jahr exportierten die bayerischen Unternehmen Waren im Wert von 15,5 Milliarden Euro nach Großbritannien (plus 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr). „Geschäfte mit diesem wichtigen Auslandsmarkt werden mittelfristig für bayerische Unternehmen komplizierter“, so der BIHK-Präsident in einer ersten Einschätzung zum Ausgang des Referendums. Auch wenn der Brexit keine unmittelbaren rechtlichen Veränderungen auslöse, seien kurzfristig durchaus Währungsturbulenzen und damit auch eine Verteuerung von Exporten zu erwarten.

Langfristig seien die wirtschaftlichen Folgen des Austritts von den künftigen Vereinbarungen zwischen der EU und Großbritannien abhängig. Dazu müsse Großbritannien nun Handelsverträge weltweit, aber auch mit der EU komplett neu aufsetzen. Die EUVerträge sehen einen Zeitraum von zwei Jahren vor, um diese neu zu regeln. „In dieser Phase der Unsicherheit ist eine Investitionszurückhaltung von beiden Seiten zu erwarten“, fürchtet Sasse. Die EU müsse jetzt den Zusammenhalt der restlichen Mitgliedsstaaten sichern.