17.06.2016

Neue Informationspflichten schlagen auf Mittelstand durch

Stressed businesswoman sitting at desk working with laptop from home office
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München – Die neuen Transparenzpflichten für Betriebe zu Umwelt- und Sozial­themen verunsichern den Mittelstand. Das Gesetz zur so genannten CSR-Richtlinie wird zwar erst ab dem Geschäftsjahr 2017 wirksam und bezieht sich in erster Linie auf börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. In Oberbayern sind dies nach IHK-Schätzung 200 Unternehmen. „Doch auch Familienbetriebe und kleinere Lieferanten und Dienstleister sind schon jetzt betroffen, weil immer mehr berichtspflichtige Unternehmen diese Auskünfte vorbereitend entlang der gesamten Lieferkette einholen“, sagt Eberhard Sasse, Präsident der IHK für München und Oberbayern.

CSR-Berichte ab Geschäftsjahr 2017 fällig / Drei Viertel der Betriebe noch nicht aktiv ‎

Dies sei für kleine und mittelständische Unternehmen mit hohem Aufwand und Kosten verbunden, da umfangreiche Angaben, etwa zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung notwendig sind, so der IHK-Präsident.

In einer IHK-Umfrage gaben 73 Prozent der oberbayerischen Betriebe an, noch keinerlei CSR-Berichte zu erstellen. „Der Aufklärungsbedarf ist groß“, unterstreicht Sasse. Die bayerischen IHKs ermutigen die Mittelständler mit der aktuellen Veranstaltungsreihe „Mit Transparenz Vertrauen schaffen“, frühzeitig aktiv zu werden. So könnten sich CSR-Berichte laut IHK letztendlich als Wettbewerbsvorteil erweisen, weil sie Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern das nachhaltige Wirtschaften von Unternehmen erläutern und damit das Vertrauen in die Geschäftsführung fördern. CSR ist die Abkürzung für Corporate Social Responsibility und bezeichnet die ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung von Unternehmen. Mehr Informationen und ein CSR-Merkblatt für Betriebe unter www.ihk-muenchen.de/csr.