20.04.2017

Mehr Rücksicht auf Mittelstand bei steuerlicher Forschungsförderung

Young designer engineer using a 3D printer in the laboratory and studying a product prototype, technology and innovation concept
© stokkete /fotolia

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) begrüßt den Vorstoß von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) für eine steuerliche Förderung der Ausgaben bei Forschung und Entwicklung (FuE).

BIHK unterstützt pragmatischen Ansatz, fordert aber Nachbesserungen

Laut der kürzlich vorgestellten Innovationsagenda sollen Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten zehn Prozent der Personalkosten für Forschung und Entwicklung von der monatlichen Lohnsteuer abziehen können. „Mit dieser pragmatischen Herangehensweise ist die Politik auf dem richtigen Weg, eine Kernforderung der bayerischen Wirtschaft endlich zu erfüllen. Inhaltlich muss aber noch nachgebessert werden“, ist BIHK-Chef Peter Driessen überzeugt.

Der BIHK vermisst die Berücksichtigung von Sachkosten und befürchtet den Ausschluss von kleinen und mittleren Unternehmen von den Förderungen. „Viele Betriebe können ihre Mitarbeiter nicht eindeutig einer Forscher- oder Entwicklertätigkeit zuordnen. Gegenüber dem Fiskus ist ein Nachweis der tatsächlichen Personalkosten deshalb schwierig. Hinzu kommt: Kleine und mittlere Betriebe ohne eigene Forschungsabteilung vergeben ihre Aufträge oftmals an Dienstleister. Trotz dieser Investitionen gibt es dann aber keine Förderungen, weil das Unternehmen entsprechende Personalkosten nicht vorweisen kann“, erklärt Driessen.

Der BIHK unterstützt den handlungsorientierten Ansatz der Politik. Anreize für höhere FuE-Ausgaben müssen aber die Auftragsforschung beinhalten. Andere Länder wie Österreich fördern erfolgreich die Innovationstätigkeit der mittelständischen Betriebe, nehmen aber gleichzeitig deutlich besser auf deren interne Strukturen und Prozesse Rücksicht.